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Zwei frische Nachrichten in Sachen Kunststoff-Recycling lassen dieser Tage aufhorchen
Gut sortiert ist halb gefertigt: Neues zum Kunststoffrecycling

Zum einen ist da der Preisträger des Deutschen Verpackungspreises in der Kategorie „Neues Material", die Recyclat-Initiative der Werner & Mertz GmbH. Sie wurde für ihren Klappdeckelverschluss aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff ausgezeichnet, der die gleichen Anforderungen erfüllt wie herkömmliche Verschlüsse. Zum anderen ist da die Erprobung eines neuen Verfahrens zur Sortierung von Verpackungsabfällen, bei dem Kunststoffabfälle mit fluoreszierenden Stoffen markiert werden. Beide Beispiele zeigen: Es geht weiter voran mit der Kreislaufwirtschaft in Deutschland.

Sie sind bereits im Handel auf einer Zitronenreiniger-Flasche erhältlich, und beim Deutschen Verpackungspreis sorgten sie jüngst für Furore: Die Rede ist von den Recyclat-Verschlüssen einer Initiative aus Markenartikler, Entsorger, Kunststoffverarbeiter und -erzeuger. Dieser ist es gelungen, aus Haushaltsverpackungsabfällen ein Kunststoff-Re-Granulat zu gewinnen, das die sehr hohen Qualitätsanforderungen an einen Klappdeckelverschluss sowohl bei der Produktion als auch in der Anwendung erfüllt. Mit dem neuen Material lassen sich künftig zahlreiche Verpackungsbestandteile problemlos recyceln und im Kreislauf führen. Weitere Produkte mit den prämierten nachhaltigen Verschlüssen sind bereits in Planung. Schon im vergangenen Jahr gelang es der Recyclat-Initiative, beim Deutschen Verpackungspreis abzustauben: Für die weltweit erste Flasche aus 100 Prozent Polyethylen aus Post-Consumer-Recyclat gab es damals die „Gold"-Auszeichnung.

Damit das Material für solche besonderen Produktneuheiten nicht ausgeht, arbeiten Wissenschaft, Unternehmen und Politik Hand in Hand am Stoffstrommanagement: Seit August wird hierzu ein neues Verfahren getestet, das die Sortierung von Verpackungsabfällen verbessern soll. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Markerbasierte Sortier- und Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen (MaReK)" sind unter anderem die Hochschule Pforzheim und das Institut für Mikrostrukturtechnik in Karlsruhe involviert. Basis des neuen Systems ist das so genannte „Tracer-Base Sorting (TBS)" bei dem die Verpackungen mit fluoreszierenden Stoffen markiert werden, entweder im Kunststoff selbst oder auf dem jeweiligen Etikett. Bei der Abfalltrennung leuchtet der Kunststoff unter einem bestimmten Licht auf, die Sortieranlage reagiert darauf und sortiert die markierten Objekte aus. Unabhängig von Form, Farbe und Verschmutzung können so Kunststoffe getrennt und anschließend gezielt weiterverwertet werden. Laut Projektpartnern sei es so erstmals möglich, unterschiedliche Typen des gleichen Polymers zu unterscheiden. Kunststoffverpackungen könnten so beispielsweise auch nach Zusammensetzung oder Verwendung sortiert werden. Auch das Bundesforschungsministerium ist von dem Projekt überzeugt, verspricht sich von dem Verfahren ein verbessertes Stoffstrommanagement und fördert das Projekt daher mit zwei Millionen Euro.

Über den Status quo bei der Kunststoffverwertung in Deutschland informiert regelmäßig die Kunststoff-Stoffstromstudie, die unter anderem von PlasticsEurope Deutschland veröffentlicht wird.

Foto: Die neuen Hightech-Marker, die unter einem bestimmten Licht in den verschiedenen Farben aufleuchten (Hochschule Pforzheim).

erschienen am: 2017-08-31 im europaticker

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