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Sicherung der Deponie Finkenkamp schützt Grund- und Trinkwasser
Sanierung der Deponie Finkenkamp in Schwerin

Die Deponie Finkenkamp ist bis Mitte der 1960er Jahre durch die Stadt Schwerin zur Abfallentsorgung genutzt worden. Sie wurde damals ohne künstlich angelegte Basisabdichtung in einer ehemaligen Kiesgrube teilweise direkt auf grundwasserleitenden Schichten errichtet. Mit einem offiziellen ersten Spatenstich begannen in der vergangenen Woche im Beisein des Landwirtschafts- und Umweltministers Till Backhaus und des Schweriner Oberbürgermeisters Rico Badenschier die Bauarbeiten zur Sicherung der Deponie Finkenkamp. Die rund 1,9 Millionen Euro teure präventive Sicherungsmaßnahme im Auftrag des Zentralen Gebäudemanagements wurde an die Heitkamp Erd- und Straßenbau GmbH vergeben. Sie wird zu 50 Prozent vom Land gefördert. Die Sicherung der ehemaligen Hausmülldeponie wurde durch die Stadtvertretung im Jahr 2013 beschlossen.

Nach verschiedenen Variantenuntersuchungen wurde für die Sicherung das Einbringen einer Abdeckung mit einer zwei Meter starken Wasserhaushaltsschicht beschlossen, die das Eindringen von Sickerwasser zu 95 Prozent verhindert. „Schwerin ist für seine hohe Trinkwasserqualität bekannt. Diese Sicherungsmaßnahme schützt das Schweriner Grundwasser im Einzugsbereich des Wasserwerkes Neumühle, wo unser Trinkwasser gewonnen wird“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Die Landeshauptstadt Schwerin hat umfassende Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen für die Anwohner und Anlieger während der Bauphase auszuschließen. Dazu sind umfangreiche Messungen, des Schalls, des Staubes, der Immissionen vorgesehen. Der bereits für letzten Sommer vorgesehene Baustart hatte sich durch diese Vorbereitungen verzögert. Nach Abschluss der Sicherungsarbeiten soll der Deponiekörper als arten- und naturschutzfördernde Fläche begrünt werden. Vorgesehen sind ein Landschaftsrasen mit Kräutern sowie flachwurzelnde dornenreiche Laubgebüsche bzw. Strauchhecken.

„Anhand der Preisentwicklungen auf dem Bodenmarkt kann jeder mit verfolgen, dass unsere Böden knapper und wertvoller werden und wir zunehmendes Augenmerk auf ihren Schutz richten müssen“, so Backhaus anlässlich des Baubeginns in Schwerin. Ein wesentliches Schutz- und Flächensparinstrument ist in diesem Zusammenhang die Sanierung von brachliegenden Altlastenflächen. „Denn die Altlastenbearbeitung dient nicht nur der Gefahrenabwehr, sondern ermöglicht auch sinnvolle Folgenutzungen. Die Inanspruchnahme neuer Flächen wird dadurch vermieden. Auch Schwerin wird mit dieser Maßnahme von einer Altlast befreit“, führt der Backhaus aus.

„Bereits 2015 konnte ich den Zuwendungsbescheid in Höhe von über 1,2 Millionen Euro überreichen“, hebt der Umweltminister hervor. Seitdem wurden Planungsleistungen mit über 140.000 Euro (2015) und mehr als 25.000 (2016) gefördert. Im aktuellen Jahr fanden bereits mehrere gutachterliche Arbeiten statt und schließlich konnte der Bauauftrag vergeben werden.

„In diesem Jahr haben wir dafür knapp 849.000 Euro zur Verfügung gestellt. Für 2018 sind nochmals rund 200.000 Euro als Fördersumme geplant“, so Dr. Backhaus. „Angesichts der örtlichen Gegebenheiten sind nach dem derzeitigen Konzept Sicherungsmaßnahmen vorgesehen. Ziel ist es, den Sickerwasseranfall zu minimieren, um die bereits eingetretene Schädigung des Grundwassers zu verringern und somit Gefahren abzuwehren. Die vorgesehen Maßnahmen können den Anteil des durchströmenden Niederschlagswassers um bis zu 98 Prozent zu reduzieren“, erläutert der Minister.

Insgesamt sind über das Rückbauprogramm in Mecklenburg-Vorpommern seit dem Jahr 2010 20 herrenlose kommunale und private Flächen beräumt worden. „Hierzu konnte das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt bereits über 2,8 Millionen Fördermittel ausreichen“, so Minister Backhaus.

Weiterhin sind 96 Landesflächen beräumt worden. Dafür wurden rund 2,1 Millionen Euro eingesetzt.

Für die Fortführung des Rückbauprogramms sowie für die Information und Beratung von Flächeneigentümern mit ruinöser Bausubstanz werden im laufenden Haushalt 2016/2017 insgesamt 2 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Landwirtschaft zur Verfügung gestellt.

Betreten der Deponie Finkenkamp ist nicht gestattet: Die Beräumung hat Unrat hervorgebracht, von dem Gefahr ausgehen kann

Schwerin: Oberflächensicherung der ehemaligen städtische Müllkippe Finkenkamp soll beginnen
2015-10-03 Die ehemalige Deponie Finkenkamp befindet sich im Stadtteil Neumühle und wurde bis Mitte der sechziger Jahre durch die Stadt Schwerin zur Müllentsorgung genutzt. Das Areal liegt teilweise direkt auf grundwasserleitenden Schichten und wurde ohne künstlich angelegte Abdichtung des Untergrundes errichtet. Um die Belastung und die andauernden Gefahren für das Grundwasser abzustellen, ist eine Oberflächensicherung der Deponie vorgesehen, die die weitere Schadstoffausbreitung im Untergrund verhindern soll.

 

erschienen am: 2017-09-03 im europaticker

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