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Ein seltener Raufußkauz benötigte die Hilfe des Wiener Tierschutzvereins
Seltene Eule im Wiener Tierschutzverein behandelt

Der Wiener Tierschutzverein (WTV) behandelte am Dienstag einen extrem seltenen Patienten: In Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) wurde ein verletzter Raufußkauz von einer aufmerksamen Tierfreundin entdeckt und in den WTV gebracht. Die kleine Eule konnte nicht mehr selbstständig fliegen. Das Tier wurde umgehend von der WTV-Tierärztin untersucht und da keine äußeren Verletzungen feststellbar waren, brachte ein Röntgen schließlich Aufschluss. Zum Glück wurde kein Flügelbruch, sondern nur eine Prellung des linken Flügels festgestellt. Das Tier wird nun mit Schmerzmitteln konservativ behandelt.

Raufußkäuze sind in Ostösterreich eigentlich extrem seltene Gäste und nicht verbreitet. Doch anscheinend dürfte jenes Exemplar die Aussicht auf reichlich Nahrung in diese Breiten getrieben haben: „Raufußkäuze leben in Nadelwäldern in Gebirgsregionen und kommen selten im Osten vor. Allerdings sind sie auch in höheren Lagen des Wienerwaldes anzutreffen und wagen sich in einem guten Mäusejahr zur Jagd auch in tiefere Gefilde“, erklärt Hans Fey, WTV-Vorstandsmitglied und Leiter der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS).

Zudem könnte auch die starke Vermehrung ein Grund für die größere Wanderung des Tieres sein. Denn in punkto Fortpflanzung haben diese Eulen eine interessante Eigenschaft: Da bei dieser Art ein starker Überschuss an männlichen Tieren herrscht, brüten die Weibchen in beutereichen Jahren gleich zweimal. „Das Weibchen verlässt den ersten Partner, überlässt ihm die Aufzucht der Jungtiere und sucht sich ein neues Männchen mit dem sie erneut brütet. Sie nützen also die gute Mäusepopulation doppelt“, sagt Frey.

Die Eule bleibt jedenfalls noch kurz im Wiener Tierschutzverein und wird danach in die kundigen Hände der EGS Haringsee übergeben. Dort wird das Tier nach seiner Genesung an einem geeigneten Ort wieder in die Freiheit entlassen.  

Der Raufußkauz (Aegolius funereus) ist eine kleine Eule aus der artenarmen Gattung Aegolius. Sie umfasst kleine, als Käuze bezeichnete Eulen, die fast ausschließlich nachtaktiv sind und deren Lebensräume in dichten Wäldern oder sonstigen Waldlandschaften liegen. Auch der Raufußkauz, welcher durch seinen großen Kopf mit dem hellen Gesichtsfeld und dem schwarz gerandeten Gesichtsschleier auffällt, bewohnt alte Nadelwälder oder Mischwälder, in denen sich hauptsächlich Nadelhölzer finden. Er ist, wie die meisten Eulen, ein Höhlenbrüter und brütet vornehmlich in Schwarzspechthöhlen. Sein Speiseplan besteht zum Großteil aus Nagetieren wie Mäusen, aber auch Vögel werden verzehrt. Raufußkäuze erreichen eine Körperlänge von 24 bis 26 Zentimetern, die Männchen erreichen ein Gewicht von rund 115 Gramm, die Weibchen können bis zu 200 Gramm wiegen. Üblicherweise sind die Weibchen auch etwas größer als ihre männlichen Artgenossen. 

erschienen am: 2017-09-05 im europaticker

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