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Anwohner befürchten vor allem Lärm- und Staubemissionen des Abbaus und der Aufbereitungsanlage
Landkreis Leer: Quarzsandabbau in der Gemeinde Moormerland geplant


Rund zwei Millionen Kubikmeter Quarzsand will die Firma Frank und Ralf Huneke GbR aus Leer in der Gemeinde Moormerland gewinnen und aufbereiten. Gestern hatten unter anderem Vertreter der Firma, des Planungsbüros, des Landkreises Leer, der Gemeinde Moormerland und vom Vorhaben betroffene Bürger unter der Moderation des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) das geplante Vorhaben diskutiert. Eingeladen ins Dorfgemeinschaftshaus Veenhusen war, wer bereits im Vorfeld Einwendungen oder Stellungnahmen abgegeben hatte. Rund 45 Anwesende waren dieser Einladung gefolgt.

Geplant ist der Abbau für 15 Jahre auf einer rund 15,6 Hektar umfassenden Fläche bis zu einer Tiefe von 26 Metern. Die Gewinnung soll abschnittsweise im sogenannten Nassabbau, also mit einem Saugbagger, erfolgen. Das Quarzsand-Wassergemisch selbst soll über Rohre zu einer bereits bestehenden Anlage ganz in der Nähe transportiert werden, wo es dann aufbereitet wird. Im Anschluss an das Vorhaben soll im Abbaugebiet ein naturnaher See entstehen.

Die Anwohner befürchten vor allem Lärm- und Staubemissionen des Abbaus und der Aufbereitungsanlage. Wichtig sind einigen von ihnen besonders sichere Böschungen, die nicht abbrechen. Sie sorgen sich um die Standsicherheit ihrer Häuser. Die Firma selbst hat neben einer Umweltverträglichkeitsstudie auch Gutachten zu allen drei Themen vorgestellt.

Das LBEG ist zuständig für das Planfeststellungsverfahren und wird darüber entscheiden, ob das beantragte Vorhaben zulässig ist. Dafür werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vorgebrachten Argumente und vorgelegten Fakten prüfen und bewerten. Der Zeitpunkt der Entscheidung steht noch nicht fest.

Der vollständige Antrag der Firma Frank und Ralf Huneke GbR liegt dem LBEG seit Januar 2017 vor. Die Behörden als Träger öffentlicher Belange und anerkannte Naturschutzvereinigungen hatten bis Ende März 2017 die Möglichkeit Stellungnahmen abzugeben. Für die Öffentlichkeit ausgelegt waren die Unterlagen bei der Gemeinde Moormerland vom 30. Januar bis 28. Februar 2017, so dass auch Anwohner die Möglichkeit hatten, Einwendungen vorzubringen. Insgesamt waren beim LBEG 20 Stellungnahmen und - inklusive Unterschriftenlisten - 76 Einwendungen eingegangen.

Hintergrund:

Da Quarzsand zu den sogenannten bergfreien Bodenschätzen gehört, fällt der Abbau unter die Bergaufsicht. Bei dem laufenden Verfahren handelt es sich um ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren. In einem solchen Verwaltungsverfahren werden alle erforderlichen Genehmigungen gebündelt, also auch wasserrechtliche Erlaubnisse, die selbstverständlich nur im Einvernehmen mit den Wasserschutzbehörden vor Ort erteilt werden. An einem Planfeststellungsverfahren werden Behörden, die Öffentlichkeit und Naturschutzvereinigungen beteiligt.

Infos zum Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens

erschienen am: 2017-09-08 im europaticker

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