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Zustände in Schweinehaltung bei Beeskow werden Thema in Landtagsausschuss
RBB: Quälerei im Schweinestall

Dahinsiechende Schweine, verwesende Tierkadaver – die heimlich gedrehten Bilder aus einer Agrargenossenschaft im Landkreis Oder-Spree sind schwer erträglich. Sie zeigen die hässliche Seite der Massentierhaltung. Offenbar wissen die zuständigen Behörden schon länger von diesen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.RBB-Beitrag von Ludger Smolka

Der verbraucherschutzpolitische Sprecher der Fraktion von B 90/DIE GRÜNEN Michael Jungclaus hat nach einem Medienbericht von Brandenburg Aktuell über bestürzende Zustände in einer Schweinemastanlage bei Beeskow (Landkreis Oder-Spree) angekündigt, das Thema auf die Tagesordnung des zuständigen Verbraucherschutzausschusses des Landtags am 20.9. zu setzen. Er sprach von „schockierenden Bildern“ von dahinsiechenden und toten Schweinen.

Es gelte u. a. zu klären, wie es zu diesen Zuständen kommen konnte, ob die Behörden ihren Kontrollpflichten hinreichend nachgekommen sind und ob der neue Tierschutzbeauftragte des Landes eingeschaltet worden sei.

Bereits heute hat sein Fraktionskollege Benjamin Raschke darauf hingewiesen, dass die Massentierhaltung trotz erfolgreichen Volksbegehrens für eine artgerechte und naturverträgliche Tierhaltung in Brandenburg ungebremst ausgeweitet wird.

Ausbau der Massentierhaltung geht ungebremst weiter – neue Zahlen aus Kleiner Anfrage

Wie eine Kleine Anfrage der BündnisGrünen Fraktion an die brandenburgische Landesregierung ergeben hat, schreitet der Ausbau der industriellen Tierhaltung in Brandenburg ungebremst voran. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Anzahl der Tierplätze insbesondere in der Geflügelhaltung weiter deutlich erhöht. Allein in der Truthühnerhaltung ist ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber 2013 zu verzeichnen. Aufgrund bereits erteilter Genehmigungen ist zudem mit dem Bau weiterer industrieller Tierhaltungsanlagen zu rechnen – dazu zählen allein 551.390 Plätze für Mastgeflügel. Hierzu äußert sich der landwirtschaftspolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion BENJAMIN RASCHKE wie folgt:

„Trotz des erfolgreichen Volksbegehrens gegen die Massentierhaltung geht der Ausbau der industriellen Tierhaltung in Brandenburg ungebremst weiter. Vor allem dort, wo die Haltungsbedingungen besonders schlecht sind, also beim Geflügel und insbesondere bei den Puten (Truthühner) erreichen wir traurige Rekordwerte."

Auch für die Zukunft sieht er hier keine Verbesserungen. Die SPD-geführte Landesregierung blockiere den Umbau der Landwirtschaft hin zu einer modernen, artgerechten Tierhaltung.

„Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger täuscht die Öffentlichkeit mit einer schlechten `Premium´-Förderung und verschleppt die Umsetzung artgerechter Sauenhaltung ohne Kastenstände. Landesbauministerin Kathrin Schneider weigert sich, sich im Bund für die im Kompromiss zum Volksbegehren zugesagten Verbesserungen im Baurecht und für die Mitsprache der Kommunen einzusetzen. Und der Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke macht zwar Bundestagswahlkampf, blockiert im eigenen Land aber das im SPD-Bundestagswahlprogramm versprochene Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände.

Ich bezweifle, dass es der Landesregierung mit der Umsetzung des Volksbegehrens ernst ist", sagte BENJAMIN RASCHKE. „Tierschutz geht jedenfalls anders.“

Zusammenfassende Übersicht zur Entwicklung der Tierhaltung in Brandenburg:

Im Jahr 2016 waren in Brandenburg in genehmigungsbedürftigen Anlagen *

Es wird aufgrund bereits erteilter Genehmigungen mindestens folgender weiterer Zubau erwartet:

Es laufen derzeit außerdem Verfahren für die Genehmigung von

*nach Bundesimmissionsschutzgesetz

Die Antwort der Landesregierung im Internet: http://gruenlink.de/1dcw

 

erschienen am: 2017-09-08 im europaticker

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