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Risikobewertungen, Gefahrenkarten, Frühwarnmodule und Gesundheitsempfehlungen für zwei wichtige
Nagetier-übertragene Infektionskrankheiten sollen entwickelt werden
Bessere Gesundheit durch mehr Wissen über Nagetier-übertragene Krankheiten

Hierfür nehmen Wissenschaftler der Projektpartner in den nächsten drei Jahren Erreger-, Nagetier-, und Umwelt-bezogene Aspekte von Hantaviren und Leptospiren, die beide zu meldepflichtigen Erkrankungen beim Menschen führen, unter die Lupe.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) koordiniert den Forschungsverbund gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ihn im Rahmen des „Nationalen Forschungsnetzes zoonotische Infektionskrankheiten“. Infektionen mit Hantaviren und Leptospiren treten beim Menschen saisonal sowie in manchen Jahren gehäuft auf und werden von Nagetierarten wie Feld- oder Rötelmaus übertragen. Damit zählen sie zu den Zoonosen, den von Tier auf Mensch übertragbaren Infektionskrankheiten. Die Krankheitssymptome sind bei beiden Grippe-ähnlich und wenig spezifisch, weshalb die entsprechende Diagnostik oft nicht angefordert wird. In manchen Fällen kann es allerdings zu schweren Erkrankungen kommen, bei Hantaviren beispielsweise durch Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen. In diesem Jahr zeichnet sich nach 2007, 2010 und 2012 erneut ein „Hantavirusjahr“ ab – bis Anfang August registrierte das hierfür zuständige Robert Koch-Institut über 1300 gemeldete Infektionen bei Menschen. Im letzten Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 130. Bei Leptospiren treten zwar insgesamt geringere Zahlen auf, 2007 und 2014 aber wurden ebenfalls Häufungen verzeichnet.

RoBoPub arbeitet als One Health-Initiative mit interdisziplinarem Ansatz von Human- und Veterinärmedizinern sowie Ökologen zur besseren Bekämpfung von Zoonosen. Die Partner aus unterschiedlichen Bereichen forschen zu Erreger-, Nagetier-, und Umwelt-bezogenen Aspekten der Erregerübertragung, zur Manifestation und Diagnose der humanen Erkrankung sowie zu sozialen Aspekten der Sensibilisierung und Risikowahrnehmung der Bevölkerung und der niedergelassenen Ärzte. Die Ergebnisse fließen in Risikobewertungen sowie in die Entwicklung von Gefahrenkarten, Frühwarnmodulen, Risikomanagementplänen und Gesundheitsempfehlungen ein. RoBoPub steht hierbei für Rodent-Borne-Pathogens-and-Public-Health, also Nagetier-übertragene Krankheitserreger und öffentliche Gesundheit.

Im Verbundprojekt arbeiten das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Hannover, das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, das Julius Kühn-Institut in Münster, das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Wardenburg und Hannover, die Universitätsmedizin Charité Campus Mitte in Berlin, die Universität Leipzig und die Sine-Institut gGmbH in München zusammen. Assoziierter Partner ist das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) in Münster. Die genannten Einrichtungen vereinen die Referenz- und Konsiliarlaboratorien für Hantaviren und Leptospiren, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) sowie universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und bringen ihre Expertisen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen ein.

erschienen am: 2017-09-12 im europaticker

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