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In der Schweiz verbreiten sich zunehmend Pflanzen, die ursprünglich nicht bei heimisch sind
Zürich: Koordiniertes Vorgehen gegen Problempflanzen im Reppischtal

Einige ursprünglich nicht bei uns heimische Pflanzen richten zunehmend Schäden an und verursachen hohe Kosten. Bisherige Eindämmungsbemühungen waren nur teilweise erfolgreich. Grosse Herausforderungen stehen noch an. Nun testet die Baudirektion im Reppischtal eine neue Strategie gegen solche invasiven Neophyten: Ein konzentriertes, koordiniertes Vorgehen aller Akteure über mehrere Jahre. So sollen langfristig Schäden klein bleiben und Unterhaltskosten sinken.

In der Schweiz verbreiten sich zunehmend Pflanzen, die ursprünglich nicht bei uns heimisch sind. Die meisten gebietsfremden Arten sind unproblematisch. Einige wenige Arten breiten sich allerdings stark aus und bilden Dominanzbestände. Die Folgen werden oft unterschätzt. So können diese sogenannten invasiven Neophyten die Gesundheit von Menschen und Haustieren beeinträchtigen, mit ihren Wurzeln erhebliche Schäden an Brücken und Strassen anrichten und bedrohte einheimische Arten aus ihren angestammten Lebensräumen verdrängen. Ohne Gegenmassnahmen nehmen die Neophyten-Bestände kontinuierlich zu und die Kosten für die Eindämmung steigen.

Nachhaltige Eindämmung mindert Kosten

Amerikanische Goldruten Amerikanische Goldruten

Obwohl dank der Gegenmassnahmen von Kanton und Gemeinden beispielsweise die Bestände von Riesenbärenklau oder Ambrosia deutlich abnehmen, bleiben andere Arten wie die Goldrute, das einjährige Berufkraut oder der Sommerflieder nach wie vor eine grosse Herausforderung. Die teilweise erheblichen Bemühungen vieler Unterhaltsdienste und vieler Freiwilliger haben nicht immer zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Die Nachhaltigkeit und Effizienz der Methoden und Mittel sind entscheidend. Mit einem Pilotprojekt testet der Kanton daher einen neuen, räumlich und zeitlich koordinierten Ansatz gegen invasive gebietsfremde Pflanzen. In einem Testgebiet erfolgt während vier Jahren eine umfassende Entfernung aller invasiven Neophyten. Dadurch erhofft sich der Kanton, die Bestände derart zu vermindern, dass mittel- und langfristig Kosten im Unterhalt gespart und Schäden nachhaltig verhindert werden können.

Gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten

Bestand Amerikanischer Goldruten Bestand Amerikanischer Goldruten

Als Testgebiet wurde das Reppischtal ausgewählt. Es ist besonders geeignet, weil es als eigene Geländekammer klar vom Umland abgegrenzt ist. Zudem zählt die Reppisch zu den wertvollsten Fliessgewässersystemen des Kantons. Da dieses Gebiet in unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche fällt, wurde das Pilotprojekt «Gemeinsam gegen Neophyten» in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden, den kantonalen Unterhaltsdiensten, der Waffenplatzverwaltung sowie den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) erarbeitet. Denn nur ein gemeinsames, koordiniertes Vorgehen aller Akteure verspricht den gewünschten Erfolg. Ein spezieller Koordinator sichert die räumliche und zeitliche Zusammenarbeit der vielen beteiligten Akteure.

Erfolg des neuen Ansatzes wird überwacht

Einjähriges Berufkraut Einjähriges Berufkraut

Um den Erfolg dieses koordinierten und intensiven Vorgehens gegen invasive Neophyten überprüfen zu können, laufen umfassende Controllingmassnahmen. So wurden sämtliche Neophyten-Bestände im Projektgebiet sowie auf einer Kontrollfläche systematisch erfasst. Nach Abschluss der vierjährigen, intensiven Eindämmungsphase sowie weitere fünf Jahre später erfolgt eine erneute Bestandsaufnahme. Zusammen mit den innerhalb und ausserhalb des Projekts anfallenden Aufwänden liefern diese Daten Aufschluss über die unmittelbaren und langfristigen Erfolge des neuen Ansatzes, der im Pilotprojekt getestet wird. Erfüllt der neue Ansatz die Ansprüche in Sachen Effizienz und Effektivität, kann er auch auf weitere Gebiete im Kanton ausgedehnt werden. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sind wegweisend für die künftige Neobiota-Strategie des Kantons.

Die Feldarbeiten der vierjährigen, intensiven Eindämmungsphase haben im Juni dieses Jahres begonnen und werden bis Ende 2020 fortgeführt. Der Fortschritt der Arbeiten wird laufend dokumentiert und die notwendigen Aufwände anhand von Referenzbeständen erfasst.

erschienen am: 2017-09-13 im europaticker

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