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Offensichtliche Uneinigkeit zwischen Sima- und Vassilakou-Ressort
Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung unter einen Hut bringen
Mistplatz-Nordbahnhofgelände: Beispiel für chaotische Stadtplanung

„Der aktuelle Fall rund um den Mistplatz am ehemaligen Nordbahnhofgelände zeigt die völlig chaotische Stadtplanung, die Wien seit geraumer Zeit prägt“, so ÖVP Wien Planungssprecherin Gemeinderätin Elisabeth Olischar zu den aktuellen Entwicklungen und weiter: „Rot-Grün praktiziert eine Stadtplanung unter dem Motto „heute so-morgen anders“. Diese Beliebigkeit schafft aber Unsicherheiten bei allen Beteiligten.“

Vor allem Stadträtin Vassilakou, die sowohl für Stadtentwicklung als auch für Bürgerbeteiligung zuständig ist, schaffe es nicht, diese beiden Aufgaben unter einen Hut zu bringen. “Menschen müssen von Beginn an einbezogen werden und nicht erst zum Schluss vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, so Olischar weiter.

Auch die aktuellen Aussagen von SPÖ Wien Planungssprecher Gemeinderat Gerhard Kubik, der heftige Kritik an den Grünen übt, zeigen wie geradezu eindrucksvoll Rot und Grün in diesem Bereich zusammenarbeiten. „Es ist mehr als offensichtlich, dass zwischen dem Ressort von Stadträtin Sima und Vassilakou Uneinigkeit herrscht. Hier braucht es endlich mehr Professionalität anstatt die Fortsetzung dieses Dilettantismus. Die beiden sollten sich schleunigst zusammen setzen und einen adäquaten Alternativstandort für den Mistplatz definieren“, so Olischar abschließend.

SP-Kubik zu Mistplatz Nordbahnhof: Billige Punkte im Wahlkampf?

Mehr als verwundert zeigt sich SPÖ-Planungssprecher Gerhard Kubik, der auch Gemeinderat aus dem 2. Bezirk ist: „Wir waren in Wien immer stolz darauf, den Bürgerinnen und Bürgern die Entsorgung ihrer Abfälle so einfach wie möglich zu machen und ihnen dazu moderne und umweltschonende Mistplätze im gesamten Stadtgebiet anzubieten. Dort können die Menschen kostenlos Sperrmüll, alte Elektrogeräte und sonstige Altstoffe kostenlos entsorgen, der Mist wird dort ordnungsgemäß getrennt und so weit es geht in der Folge wiederverwertet“, so Kubik. „Es ist schon bemerkenswert, dass die Grünen nun gegen einen modernen Mistplatz am Nordbahnhofgelände auftreten."

Eine wachsende Stadt brauche neben Wohnungen auch Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten, Umspannwerke für die Energieversorgung und natürlich auch Entsorgungsmöglichkeiten für den Mist. Umso befremdlicher sei es, dass man in einem neuen Stadtentwicklungsgebiet nun auf so wesentliche Infrastruktur im Sinne des Umweltschutzes verzichtet. „Es ist ja fast schon ein Wunder, dass das Umspannwerk und damit die Stromversorgung nicht abgesagt wird“, so Kubik. Falls das Planungsressort bei der heute kolportierten Meinung bleibt, muss die Stadt den nächstgelegenen Mistplatz in der Dresdnerstrasse erhalten, dieser sei alt, viel zu klein und nicht zeitgemäss. Auch verkehrstechnisch ist der Platz problematisch und unfallanfällig. „Bei einer Absiedelung des bisherigen Mistplatzes aus der Dresdnerstrasse hätte die Fläche des Mistplatzes inklusive anrainendem Gebiet für zahlreiche neue Wohnungen entwickelt werden können, das fällt nun flach“, so Kubik. Er vermutet hinter der Entscheidung des grünen Planungsressorts "billige Punkte im Wahlkampf" auf Kosten der Entsorgungssicherheit. „Seit es in dieser Stadt sogar schon Einsprüche und Proteste gegen eine neue U-Bahn gibt, wundert mich eigentlich nichts mehr“, so Kubik abschließend.

erschienen am: 2017-09-13 im europaticker

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