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Erste Schritte zum Abbau der Anlagen sind eingeleitet
Anlagen-, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität
Kraftwerk Biblis: Umfangreiche Erfahrungen helfen beim Abbau der beiden Blöcke

„Wir haben die ersten Schritte zum Abbau unserer Anlage eingeleitet“, das hat Horst Kemmeter, Leiter des Kraftwerks Biblis, vor rund 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim mittlerweile 70. Kraftwerksgespräch deutlich gemacht. Grundlage hierfür sind die Genehmigungen zur Stilllegung und zum Abbau der beiden Blöcke, die seit Anfang Juni in Anspruch genommen werden.

Schon Ende 2016 wurde die Castor-Beladekampagne in Block A erfolgreich abgeschlossen. Der Block ist somit brennstofffrei. Anfang 2017 wurde die technische Ausrüstung nach Block B verbracht und die Beladekampagne konnte dort planmäßig anlaufen. Aktuell sind 14 von 28 Behältern in Block B beladen. Im zweiten Halbjahr 2018 soll die Brennstofffreiheit erreicht sein. Der weithin sichtbare Bau eines weiteren Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ist weit fortgeschritten. Der Rohbau soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 vorgesehen. Um den reibungslosen Ablauf des Abbaus sicherzustellen, muss die vorübergehende Aufbewahrung der beim Abbau anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle am Kraftwerksstandort sicher gewährleistet werden.

Innerhalb der Kraftwerksgebäude sind unterdessen die ersten Abbauschritte eingeleitet worden. Schwerpunktthemen werden zunächst die technische Stillsetzung und der Abbau von Systemen in den Raumbereichen sein, in denen die Einrichtungen aufgebaut werden sollen, die für die Bearbeitung und Behandlung der Abbaumaterialien notwendig sind. Dazu zählen eine neue Höchstdruck-Dekontanlage, eine „Infass-Trocknungsanlage“, ein neues System zur Abwasseraufbereitung sowie Pressen und Sägen. Aufgabe dieser neuen technischen Infrastruktur ist es, die abgebauten Rohrleitungen und Komponenten zu zerkleinern, zu reinigen und somit das Volumen des radioaktiven Abfalls während des Abbaus deutlich zu reduzieren. „Wir müssen in der Anlage Platz schaffen, um neue Technik für den Abbau einbauen zu können“, unterstreicht Horst Kemmeter. Ziel ist es, dass die Gebäude in rund 15 Jahren aus dem Atomgesetz entlassen werden können.

Die Aufsichtsbehörde hat einen unabhängigen Sachverständigen bestellt, der die einzelnen Schritte des Abbaus, gemeinsam mit der Behörde, begleitet und beaufsichtigt. Derzeit sind rund 320 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. Diese werden in Zukunft projektbezogen von Partnerfirmen unterstützt. Dabei gilt bei allen Arbeiten, dass die Anlagen-, Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz oberste Priorität haben. RWE Power kann dabei auf umfangreiche Erfahrungen beim Abbau, etwa der Anlage Mülheim-Kärlich und Block A des Kernkraftwerks Gundremmingen, zurückgreifen. Die 2015 ins Leben gerufene Informations-Initiative „KW Biblis transparent“ wird auch während des Abbaus fortgesetzt, um mit gezielten Dialogangeboten die verschiedenen Interessensgruppen zu informieren. „Transparenz schafft Vertrauen und Akzeptanz. Daher werden wir regelmäßig über die einzelnen Abbauschritte informieren“, erklärt Kemmeter.

Die Podiumsdiskussion des Kraftwerksgesprächs eröffnete Christian Küppers vom Öko Institut e. V. in Darmstadt mit einem Impulsvortag zum Thema „Nachnutzung von Deponien“. Im Anschluss diskutierten Felix Kusicka (Bürgermeister Biblis), Frank Apel (Geschäftsführer Kraftanlagen Heidelberg), Christian Küppers (Öko-Institut e. V. Darmstadt), Nikolaus Valerius (Vorstand der RWE Power AG und Geschäftsführer der RWE Nuclear GmbH) und Kraftwerksleiter Kemmeter über die aktuellen Aufgaben und Herausforderungen für das Kraftwerk und die Region.

erschienen am: 2017-09-28 im europaticker

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