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Forscher entschlüsseln erstmals kompletten Bauplan einer europäischen Maissorte
Bayerischer Projektverbund sucht Pflanzen von morgen

Die Anpassung an den Klimawandel ist eine Jahrhundertaufgabe der Menschheit. Auch in Bayern stellt der Klimawandel eine enorme Herausforderung dar. Bayern entwickelt deshalb im Forschungsverbund "BayKlimaFit" Strategien für die Zucht von klimafesten Kulturpflanzen. Eineinhalb Jahre nach dem Startschuss des Projektverbunds informierte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in Martinsried zusammen mit den Wissenschaftlern über erste Ergebnisse.

Scharf: "Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage mehr. Der Klimawandel ist Fakt. Die Temperatur steigt, die Jahreszeiten verschieben sich, und die Wetterextreme nehmen zu. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf unsere Kulturpflanzen. Wir suchen deshalb heute die Pflanzen von morgen. Dabei leisten unsere Forscher Pionierarbeit: Unter anderem konnte jetzt weltweit zum ersten Mal der komplette Bauplan einer für Europa typischen Maissorte entschlüsselt werden. Auf Basis von neun Forschungsprojekten entwickeln wir Strategien zur Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel." Ein Forschungsprojekt konnte nachweisen, dass Gerste zunehmend von Pilzen befallen wird. Klimaveränderungen spielen hierbei eine Rolle, vermuten die Wissenschaftler. Sie wollen herausfinden, wie sich die Pflanzen davor schützen können.

Dem 2016 gegründeten Projektverbund gehören Forschungsgruppen aus Bayreuth, Freising, München, Erlangen, Regensburg und Würzburg an. Koordiniert wird "BayKlimaFit" vom Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung an der Technischen Universität München. Dabei geht es um zukunftsweisende Pflanzenforschung – ohne gentechnisch veränderte Pflanzen freizusetzen. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt den Verbund mit insgesamt 2,4 Millionen Euro.

Die neuen Erkenntnisse fließen in die Bayerische Klima-Anpassungsstrategie ein und sollen nachhaltige, umwelt- und ressourcenschonende Verfahren bei veränderten Rahmenbedingungen aufzeigen. Scharf: "Wir unterstützen Kommunen, Unternehmen und Bürger bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Vom Hochwasserschutz bis zum sanften Tourismus, von der Pflanzenforschung bis zum Bodenschutz erarbeiten wir regionale Handlungskonzepte, damit die Menschen vor Ort gezielt Maßnahmen ergreifen können."

Inhaltlich hat der Projektverbund drei Schwerpunkte:

  1. Staunässe und Kälte – Anpassungsstrategien für Jungpflanzen an die Folgen des Klimawandels

Durch eine erhöhte Toleranz von Kulturpflanzen gegenüber Kälte und Staunässe sowie Überflutung könnte eine gute Bodenbedeckung bereits im zeitigen Frühjahr sowie auf zu Staunässe neigenden Böden erreicht werden.

  1. Symbionten und Schaderreger – Toleranz gegenüber Umweltstress in Zeiten des Klimawandels

Der durch den Klimawandel veränderte Temperatur- und Niederschlagsverlauf nimmt Einfluss auf das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen bei Pflanzen. Im Idealfall sollen klimaangepasste Pflanzen auch unempfindlicher gegenüber Krankheitserregern sein.

  1. Klimabedingte Hitzeereignisse und Trockenheit – Stressbewältigung durch Stoffwechselanpassung

Bei vielen Pflanzen ist bekannt, wie sie effektiver Wasser nutzen oder Wasser besser aufnehmen. Durch die Aufklärung von molekularen Zusammenhängen sollen die erwünschten Eigenschaften zukünftig schneller in Kulturpflanzen eingekreuzt werden können. Die Forscher konnten bereits Erfolge bei Gerstenpflanzen erzielen.

Weitere Informationen unter http://q.bayern.de/bayklimafit

erschienen am: 2017-10-09 im europaticker

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