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vzbv: Insektengift auch in verarbeiteten Lebensmitteln
Mit Fipronil belastete Lebensmittel zurückrufen

Das Insektizid Fipronil ist über verseuchte Eier in verarbeitete Lebensmittel gelangt. Laut "Süddeutsche Zeitung" fand das Bundeslandwirtschaftsministerium in gut 100 Proben Rückstände - mehr als jeder vierte Test sei auffällig gewesen. Getestet wurden die Lebensmittel schon im August.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), zu neuen Erkenntnissen, dass das Insektengift Fipronil nicht nur in frischen Hühnereiern gefunden wurde, sondern auch in verarbeiteten Lebensmitteln mit Ei wie Eiersalat und Backwaren: "Fipronil ist ein Gift und hat in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen. Nicht umsonst ist der Einsatz von Fipronil bei Tieren in der Lebensmittelproduktion nicht zugelassen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, dass auch verarbeitete Produkte mit Ei, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, öffentlich zurückgerufen werden. Verbraucher haben ein Recht auf Transparenz."

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, fand das Bundeslandwirtschaftsministerium in gut 100 Proben Rückstände des Insektengifts. 25 von ihnen lagen über dem einschlägigen Rückstandshöchstgehalt. Mehr als jeder vierte Test sei auffällig gewesen. Davon wiederum enthielt jede vierte Probe zu viel Fipronil. Experten sprechen von einer "besorgniserregenden Trefferquote".

Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist laut Bericht in vier Kategorien von eihaltigen Produkten auf die Rückstände gestoßen. Darunter "Likör mit Eierzusatz", "Eiersalat", "Feine Backwaren" und "Vollei getrocknet". Getestet wurden die Lebensmittel schon im August, also im Zuge des Fipronil-Skandals. Damals mussten Millionen Eier vom Markt genommen werden und mehrere Legenhennenbetriebe gesperrt werden. Den Ursprung hatte der Skandal in Belgien und Niederlanden. Eine belgische Firma hatte ein Desinfektionsmittel, dem das Insektizid beigemischt war, an eine niederländische Firma geliefert.

Zur aktuellen Berichterstattung über das Fipronil-Geschehen erklärt der Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Jens Urban: „Nach der grundgesetzlichen Kompetenzverteilung (Artikel 30, 83 GG) ist die Lebensmittelüberwachung (auch in einem Ereignisfall) Aufgabe der Länder. Es liegt allein in der Zuständigkeit der Länder zu entscheiden, welche analytischen Methoden in der Lebensmittelüberwachung eingesetzt werden. Um Rechtsverstöße ahnden zu können, müssen die verwendeten Verfahren so leistungsfähig sein, dass der gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgehalt für das jeweilige Lebensmittel bestimmt werden kann.

Es ist zudem Aufgabe der zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern, die Öffentlichkeit in eigener Zuständigkeit über Erkenntnisse aus ihrer Überwachungstätigkeit zu informieren, wenn dies erforderlich erscheint.“

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erschienen am: 2017-10-10 im europaticker

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