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Herausforderungen von Bäuerinnen im Kakaoanbau
Frauen und die bitter-süßen Geschäfte

Im Globalen Süden arbeiten durchschnittlich 43 Prozent der Frauen in der Landwirtschaft. „Frauen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung, oft ernten sie dafür nur Hungerlöhne”, sagt Caroline Sommeregger von der Menschenrechtsorganisation Südwind. Anlässlich des Internationalen Tags der Frau in ländlichen Gebieten am 15. Oktober macht Südwind auf die Diskriminierung von Bäuerinnen aufmerksam und veröffentlicht einen Bericht über die sozialen und ökologischen Herausforderungen von Kakaobäuerinnen in Ghana.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind die Erträge von Bäuerinnen 20 bis 30 Prozent niedriger als die von Bauern. „Landwirtinnen sind genauso effizient wie Landwirte”, betont Sommeregger. Bäuerinnen produzieren durchschnittlich weniger, weil sie weniger Land bewirtschaften und eingeschränkten Zugang zu Saatgut, Düngemitteln und Produktionsmitteln haben. Ihre Arbeit bleibt aufgrund kultureller Normen oft unsichtbar und unbezahlt, wie aus dem heute veröffentlichten Bericht der League of Environmental Journalists Ghana hervorgeht. 

Nach der Elfenbeinküste ist Ghana das zweitgrößte Produktionsland von Kakao. „Kakaobäuerinnen in Ghana stehen vor großen Herausforderungen”, sagt Caroline Sommeregger. Neben dem erschwerten Zugang zu Krediten und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln wie Setzlingen oder Düngemitteln ist es vor allem der Zugang zu Land, der den Frauen oft verwehrt wird. Ghanaische Bauern besitzen mehr als doppelt so viel Land wie ghanaische Bäuerinnen. „Gefördert werden müssen Maßnahmen zum gleichberechtigten Zugang zu Land für Frauen sowie sichere Landrechte für Kleinbäuerinnen“, fordert Diana Ahiatongo, Kakaobäuerin aus der Ashanti-Region in Ghana. „So kann die Existenzgrundlage der Kakaobäuerinnen gesichert und Investitionsmöglichkeiten geschaffen werden“, fügt sie hinzu.

„Um ein faires Einkommen für Bäuerinnen und Bauern sicherzustellen, sollten Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf ihrer Schokolade auf  Bio- und FAIRTRADE-Siegel achten", empfiehlt Caroline Sommeregger von Südwind. Gleichstellung und Empowerment von Frauen werden bei FAIRTRADE gezielt eingefordert und unterstützt.

Hintergrundinformationen


Bild: Mädchen beim Wasserholen an einer Pumpe in Otwe Bedia Adua/Ghana. Der Klimawandel wirkt sich negativ auf die Verfügbarkeit von Wasser und somit auf Frauen aus, die für die Wasser-Versorgung zuständig sind. © Südwind/Mike Anane

erschienen am: 2017-10-12 im europaticker

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