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Wolfkompetenzzentrum des Bundes empfiehlt Entnahme der Tiere
6 Wolfhybride-Welpen auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf

Der Verdacht, die standorttreue Wölfin auf dem Truppenübungsplatz sei nicht mehr allein, hat sich bestätigt. Fotofallen-Aufnahmen der vergangenen Tage zeigen die bekannte Wölfin mit 6 Jungtieren beim Streifzug durch das Revier. Bei den Nachkommen handelt es sich nach Information der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zweifelsfrei um Hybride - also eine Kreuzung aus Wolf und Haushund. Die 4 weiblichen und 2 männlichen Jungtiere werden auf ein Alter von rund 5 Monaten geschätzt.

Für den NABU Thüringen kam die Meldung über die Wolfshybriden ziemlich überraschend. „Dass die Mischlings-Welpen auf dem Truppenübungsplatz erst jetzt nachgewiesen wurden, zeigt uns wie wichtig der dortige Ausbau des Monitorings auf den Liegenschaften des Bundes ist“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf beim NABU Thüringen. Außerdem muss sich in der Region dringend um die freilaufenden Hunde gekümmert werden und ein Ausbau des Informationsflusses und der Zusammenarbeit aller beteiligten Interessensgruppen vor Ort vorangebracht werden.“

Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) hat das weitere Vorgehen eng mit der DBBW abgestimmt. Die Empfehlung der Experten ist eindeutig. Aus Artenschutzgründen müssen die Jungtiere aus der Natur entnommen werden. Damit wird die Wildtierpopulation Wolf vor dem Eindringen von Haushund-Genen geschützt. Eine Vermischung der Gene würde den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden. Da der Aktionsradius der Tiere schnell wächst und sie bereits im Winter geschlechtsreif werden, d.h. eigene Reviere suchen, empfehlen die Experten eine möglichst schnelle Tötung.

Ein Betäuben der Tiere und der Transport in ein Gehege ist aus Sicht der DBBW keine tierschutzgerechte Alternative. Erfahrungen aus Sachsen zeigen, dass die dort gefangenen Hybridwelpen sehr unter der Gehege-Haltung gelitten haben.

Für die letale Entnahme der Wolf-Hybriden werden im nächsten Schritt die arten- und tierschutzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen.

Hintergrund

Seit 3. Juli 2017 häuften sich die Übergriffe auf Nutztiere rund um den Standortübungsplatz Ohrdruf, nachdem es zuvor über fast 2 Jahre keinen Fall gegeben hatte. 65 Schafe und  14 Ziegen wurden in diesem Jahr Opfer von Attacken bzw. mussten notgetötet werden. In 2 von 13 Fällen  konnte die Ohrdrufer Wölfin mittels DNA-Analyse eindeutig als Verursacherin nachgewiesen werden.

In den vergangen Wochen haben Schäfer und Umweltministerium Lösungen für eine einen besseren Schutz der Herden verabredet. So stellte das TMUEN den Schäfern kostenlos mehrere Zaunsets leihweise zur Verfügung. Darüber hinaus bewachen seit wenigen Tagen angemietete  Herdenschutzhunde die Schafe im Nachtpferch.

erschienen am: 2017-10-12 im europaticker

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