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Fachgespräch Schienenlärm 2017 in Berlin
Hoher Lärmpegel durch Schienenverkehr belastet Umwelt

„Die Ausgangslage ist verfahren. Auf der einen Seite erzeugt der Gütertransport im Schienenverkehr für Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Bahnstrecken eine enorme Lärmbelastung. In Hessen gilt dies besonders für die Region im stark betroffenen Mittelrheintal, wo Spitzenpegel von über 100 dB(A) gemessen werden. Auf der anderen Seite kann und darf aus Klimaschutzgründen aber keineswegs auf den Schienengütertransport verzichtet werden. Um die Akzeptanz der Bevölkerung für einen umweltfreundlichen Schienengüterverkehr zu erhöhen, muss der Lärmschutz an Gleisen also nachhaltig verbessert und gesichert sein“, erklärte Klimaschutzministerin Priska Hinz während des Fachgespräch Schienenlärm 2017 in der Hessischen Landesvertretung in Berlin.

Hessen hat sich dies zum Ziel gesetzt und in den vergangen Jahren bereits über mehrere Bundesratsinitiativen Maßnahmen für einen besseren Lärmschutz gefordert. Ein bundesweites Monitoringsystem, Schallschutzmaßnahmen an Lärmschwerpunkten oder das zum Fahrplanwechsel 2020/21 geplante Verbot lauter Güterzüge sind hierfür nur einige Beispiele. Zudem hat sich das Hessen, gemeinsam mit Rheinland-Pfalz, finanziell an zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen im Mittelrheintal beteiligt. Die lärmbedingte Aufwachreaktion wurde jedoch bis dato nicht in die Lärmschutzplanung miteinbezogen. Das Hessische Umweltministerium versucht bereits seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit anderen Ländern eine Berücksichtigung der Aufwachreaktionen in den einschlägigen Verordnungen zu erreichen. In einem vom Hessischen Umweltministerium in Auftrag gegebenen Gutachten konnte festgestellt werden, dass mit der derzeitigen Systematik zur Beurteilung der Lärmschutzgrenzen ein ausreichender Schutz des Nachtschlafes nicht möglich ist. Zum Schutz von Bahnanrainern schlagen die Gutachter deshalb Kriterien für eine Berücksichtigung von Maximalpegeln vor, die in bestehende Verkehrslärmschutzverordnungen übernommen werden sollten.

„Selbstverständlich sind die Vorschläge sehr ambitioniert, aber zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner gleichermaßen notwendig. Bahnlärm muss bei den anstehenden Koalitionsvereinbarungen im Bund zum Thema gemacht werden. Dies ist die zwingende Voraussetzung um die notwendige Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zu erreichen. Der Bahnlärm muss sinken, damit sich Lebensqualität und nachhaltige Verkehrspolitik nicht widersprechen“, sagte Priska Hinz abschließend.

erschienen am: 2017-10-12 im europaticker

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