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Bekämpfung der Einkommensunterschiede muss in nächster Regierung Chefinnensache werden
Equal Pay Day am 13. Oktober: Frauen arbeiten 2,5 Monate

„Am 13. Oktober ist der Tag erreicht, ab dem Frauen in Österreich statistisch gesehen bis ans Ende des Jahres gratis arbeiten. Und das alles nur, weil sie für Vollzeit-Beschäftigung immer noch 21,7 Prozent weniger verdienen als Männer“, erklärt die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan anlässlich des Equal Pay Days.

Die Fortschritte bei der Bekämpfung der Einkommensunterschiede passieren sehr langsam. „Ich möchte daran erinnern, dass wir vor zehn Jahren den Equal Pay Day noch im September, konkret am 27.9., begehen mussten. Zehn Jahre später sind es immer noch 2,5 Monate, die Frauen hierzulande gratis arbeiten“, sagt Aslan.

Die Grüne Frauensprecherin macht die amtierende Regierung und die Sozialpartner für die zähe Gleichstellungspolitik verantwortlich. „Die aktuelle Legislaturperiode war in punkto Gender Pay Gap ein verlorenes halbes Jahrzehnt. Notwendige Reformen bei den Einkommensberichten fielen dem ewigen Hick-Hack der Regierungsparteien zum Opfer. Die Anrechnung der Pflege- und Karenzzeiten in den Kollektivverträgen schritt nur halbherzig voran, ganz zu schweigen von der Bereinigung der Kollektivverträge von versteckten Diskriminierungen. Rein gar nichts wurde zum Thema ‚Führen in Teilzeit‘ und qualifizierte Teilzeit unternommen“, kritisiert Aslan. Die knapp vor den Wahlen beschlossene Frauenquote für Aufsichtsräte über 30 Prozent bezeichnet Aslan als „als zu spät und zu niedrig. Im internationalen Vergleich hinken wir ein ganzes Jahrzehnt hinterher“.

Für Aslan liegen die Lösungen auf dem Tisch: „Um die Gehaltsunterschiede effektiv zu bekämpfen, braucht es eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Unternehmen - Stichwort Einkommensberichte -, eine monetäre Neu- und Aufwertung von klassischen ‚Frauenberufen‘ und mehr Teilzeitjobs mit höherem Stundenausmaß und höheren Qualifikationsanforderungen.“ Auch vor strukturellen Maßnahmen wie einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung werde man nicht umhinkommen, um Erwerbsarbeit aber auch die Gehälter gerechter zwischen den Geschlechtern zu verteilen.

„Das von der Bundesregierung vor zehn Jahren aufgestellte Gleichstellungsziel, wonach im Jahr 2020 die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern Geschichte sein sollen, hat sich als frommer Brief ans Christkind entpuppt“, ist Aslan enttäuscht und fordert: „In der nächsten Regierung muss die Bekämpfung der Einkommensunterschiede endlich Chefinnen-Sache werden“.

erschienen am: 2017-10-12 im europaticker

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