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Negativtrend gestoppt / Breites Angebot der IHK Darmstadt zur Stärkung der dualen Ausbildung
IHK meldet mehr Ausbildungsverträge als im letzten Jahr

Für Unternehmen in Südhessen stellt der Fachkräftemangel inzwischen das größte Risiko dar. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar. „40 Prozent unserer Unternehmen sagen, dass sie bei einem anhaltenden Fachkräftemangel Aufträge ablehnen müssen. Das tut dann richtig weh“, sagt Hans-Heinrich Benda, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung. Viele Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung und verstärken ihre Aktivitäten, um Auszubildende zu finden. Auch haben offenbar wieder mehr Jugendliche erkannt, dass sie mit einer dualen Ausbildung sehr gute Perspektiven im Berufsleben haben. Das belegen die Ausbildungszahlen der IHK Darmstadt. Zum Stichtag 31. Oktober hat die IHK  3.518 neue Ausbildungsverträge registriert, das sind vier Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr. „Seit 2011 ist die Zahl jedes Jahr gesunken, nun ist diese negative Entwicklung erstmals wieder gestoppt“, sagt Benda.
In den letzten Jahren haben sich die gesellschaftlichen Präferenzen hinsichtlich des beruflichen Abschlusses erheblich verschoben. Die Mehrzahl der Jugendlichen macht Abitur und will studieren. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist gesunken, viele Unternehmen in Südhessen haben Probleme, ihre offenen Lehrstellen zu besetzen. Manche erhalten gar keine Bewerbungen mehr auf ihre Stellen. Die positive Zahl an Ausbildungsverträgen in diesem Jahr bewertet Benda deswegen als „Lichtblick, wir hoffen, dass es der Beginn einer generellen Trendwende ist.“
Die IHK Darmstadt hat in den vergangenen Jahren viele Aktivitäten zur Stärkung der dualen Berufsbildung gestartet. Seit 2010 gibt es an mehr als 40 weiterführenden Schulen in der Region sogenannte „Zukunftswerkstätten“. Das sind spezielle Räume zur Berufsorientierung, in denen Unternehmen aus der Region und die IHK-Ausbildungsberater die Schüler informieren. „Jugendliche können sich so ein Bild von der Arbeitswelt und dem möglichen Arbeitgeber machen. Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung gelingt dadurch viel besser“, sagt Hans-Heinrich Benda. Ab 2018 soll dieses Projekt intensiviert werden.
Orientierung auf ganz persönliche Weise bieten die IHK-Ausbildungsbotschafter. Sie vermitteln in den Schulen Gleichaltrigen auf Augenhöhe authentische Bilder vom Berufsleben. Inzwischen hat die IHK fast 200 Ausbildungsbotschafter geschult. In Hessen ist das ein einzigartiges Projekt.
Ein wichtiges Instrument sind auch die Azubi-Speed-Datings der IHK Darmstadt. Unternehmen bietet es die Möglichkeit, viele junge Menschen in kurzer Zeit persönlich kennen zu lernen und so Kontakte zu zukünftigen Auszubildenden zu knüpfen. Personalverantwortliche können sich gleich ein Bild von der Persönlichkeit eines Interessenten machen und sind nicht nur auf dessen Bewerbungsunterlagen angewiesen. Umgekehrt haben auch Bewerber die Chance, kleine Schwächen im Zeugnis durch ihr Auftreten wieder wettzumachen. Neben den bekannten Großunternehmen treffen die jungen Leute auch auf kleinere Firmen, auf die sie sonst vielleicht gar nicht kämen. Bei den zwei Azubi-Speed-Datings in 2017 kamen insgesamt 1.000 Schülerinnen und Schüler in die IHK, 120 Unternehmen hatten rund 400 Ausbildungsplätze im Angebot.  Das erfolgreiche Format wird 2018 durch regionale Azubi-Speed-Datings ergänzt.
Dazu kommen die Flüchtlingsaktivitäten der IHK. Das Zusammenbringen von Flüchtlingen und Unternehmen ist eine sehr kleinteilige Aufgabe, die große Ressourcen bindet und nur in wenigen Fällen gelingt. Trotzdem konnten die Ausbildungsberater der IHK allein in diesem Jahr knapp 80 junge Flüchtlinge über eine Einstiegsqualifikation oder direkt als Auszubildende an Unternehmen vermitteln.  

erschienen am: 2017-11-08 im europaticker

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