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Deutsche Energie: Konzerne sind durch ihre Netzbetreiber beim Stromvertrieb noch immer im Vorteil
Stromnetzentgelte treiben den Strompreis weiter

Die Netzentgelte für Strom in Deutschland sind viel zu hoch. Für die privaten Stromkunden sind sie innerhalb eines Jahres um fast neun Prozent auf die Rekordhöhe von durchschnittlich 7,30 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Die Netzkosten treffen die Verbraucher damit inzwischen stärker als die vor kurzem leicht gesenkte EEG-Umlage, mit der erneuerbarer Energien gefördert werden.

„Einer der Gründe für den deutlichen Anstieg sind Ausgleichszahlungen für Windkraftanlagen, die ihren Strom zeitweise nicht einspeisen können, beispielsweise weil das Stromnetz überlastet ist. Sie erhalten dennoch ihr Geld für den nicht gelieferten Strom.“, erklärt Energieexperte Tillmann Raith, Geschäftsführer der DEG Deutsche Energie GmbH. Laut Bundesnetzagentur haben sich die dafür gezahlten Entschädigungen im letzten Jahr in etwa verdoppelt und betragen jetzt rund 643 Millionen Euro.

Es könnte im nächsten Jahr noch teurer werden. Die Situation im Stromnetz wird sich im nächsten Jahr wahrscheinlich kaum entspannen. Zudem sollen die Netzentgelte bundesweit vereinheitlicht werden, was zumindest in den westlichen Bundesländern zu weiteren Verteuerungen führen wird. Im Gegensatz zu Industriekunden haben private Stromkunden kaum Möglichkeiten, den hohen Netzentgelten zu entgehen

Netzbetreiber kassieren, Privatkunden haben das Nachsehen

Im Vorteil sind nach Auffassung von Tillmann Raith auch die großen Stromkonzerne. Aufgrund der Höhe der Netzentgelte und der Monopolstellung der Stromnetzbetreiber kassieren diese über das Stromnetz noch immer ordentliche Renditen.

„Hinzu kommt, dass die Trennung der von Netzen und Vertrieb, in der Realität längst nicht so weit fortgeschritten ist. Netzbetreiber können Gewinne, die sie durch das Betreiben ihres Netzes erwirtschaften, indirekt im Vertrieb einsetzen und sich so Vorteile verschaffen. Solche Möglichkeiten haben wir als mittelständisches Unternehmen nicht“, kritisiert Raith.

Den Verbrauchern bleibt nur der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter, um ihre Kosten zu begrenzen. „Wir können wir unseren Kunden faire Preise und Konditionen anbieten. Das schaffen wir, indem wir flexibel und günstig einkaufen. Darüber hinaus sind unsere Prozesse ausgereift und unsere Unternehmensstruktur ist sehr schlank. Und die daraus gewonnenen Ersparnisse geben wir an unsere Kunden weiter“, erklärt Tillmann Raith.

erschienen am: 2017-11-10 im europaticker

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