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Weratschnig: Können nicht auf Frächterlobby Rücksicht nehmen, wenn es um Gesundheit aller geht
Grünen-Konter auf Wirtschaftskammer: Das Richtige tun

"Bei der Gesundheit der Menschen und bei der Luftqualität müssen alle mittun. Wir lassen uns da nicht von der Frächterlobby davon abhalten, das Richtige zu tun. Und das richtige ist: Her mit einer LKW-Obergrenze von 1 Million Fahrten über den Brenner pro Jahr", sagt heute der grüne Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig in Richtung Tiroler Wirtschaftskammer, die sich bereits jetzt gegen die Interessen der Tiroler Gesundheit aufmunitioniere. Er appelliert an die KoalitionsverhandlerInnen von ÖVP und FPÖ in Wien, die Entlastung von 300.000 TirolerInnen, die im Unterinntal und Wipptal leben, mit auf die Agenda zu nehmen. Die Alpentransitbörse als marktwirtschaftliches Instrument definiert eine LKW-Obergrenze für jeden einzelnen Alpenpass, die Fahrten werden an einer Börse gehandelt. Wer keine Zertifikate bekommt, muss den Transport auf die Schiene verlagern.

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat bereits im Jahr 2013 ein Gutachten zur Umsetzbarkeit der Alpentransitbörse in Auftrag gegeben (siehe Anhang) das feststellt, dass die europarechtlichen Hürden überwindbar sind und eine LKW-Obergrenze mittels Alpentransitbörse umsetzbar. "Wir haben in den letzten Jahren mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Tirol und mit dem Luft-100er erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität umgesetzt. Für den nächsten Schritt brauchen wir die Unterstützung aus Wien", sagt Hermann Weratschnig. Die Grünen werden den KoalitionsverhandlerInnen auf die Finger schauen, denn mit dem steuerlichen Dieselprivileg als LKW-Magnet und mit den zu niedrigen Mauten auch in Tirol stünden weitere heiße Eisen auf der Tagesordnung der österreichischen Bundesregierung. "Und wir hoffen, dass da mehr auf die Lungen und Ohren der TirolerInnen geschaut wird, als auf die finanziellen Interessen der FrächterInnen." 

Unter folgendem Link informiert das Amt der Tiroler Landesregierung über Verkehrsbeschränkungen und Fahrverbote: www.tirol.gv.at/verkehr/verkehrsrecht/verkehrsbeschraenkungen/

Die Tiroler Lkw-Umrüstförderung zeigt Wirkung. Aufgrund der großen Nachfrage tritt WK-Präsident Jürgen Bodenseer für das Vorziehen der Fördermittel ein.

Die Tiroler Lkw-Umrüstförderung ist ein Ergebnis der Spartengespräche zwischen Wirtschaftskammer und Land Tirol und sie zeigt Wirkung: In den letzten 2 ½ Jahren wurden fast 800 schadstoffreiche LKW der Euro-Klassen 0-3 gegen moderne Euro-6-Fahrzeuge getauscht. „Damit sind heute mehr als 80 Prozent der in Tirol zugelassenen Lkw mit mindestens modernen Euro-4-Motoren ausgestattet und der Tiroler Fuhrpark zählt zu den saubersten in ganz Europa“, freut sich WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Angesichts der zahlreichen Verkehrsbeschränkungen durch das leidige IG-L-Maßnahmenpaket war es ein Gebot der Stunde, den Tiroler Lkw-Fuhrpark so schnell wie möglich auf die modernste Technologie umzurüsten. „Es war ein hartes Stück Arbeit, die beste Umrüst-Förderaktion Österreichs für die Tiroler Wirtschaft zu verhandeln und die notwendigen Finanzmittel loszueisen“, betont WK-Präsident Jürgen Bodenseer. Gemeinsam mit LH Platter konnten die Fördergelder aus dem Verkehrsministerium nach Tirol geholt und für eine Technologieoffensive genutzt werden.

Zahl der Euro 3-Fahrzeuge geht massiv zurück

Die positiven Auswirkungen auf die Luftsituation im Nahbereich der Straßen zeigt sich bereits deutlich. Waren Ende 2014 noch knapp 1.900 schadstoffreiche Lkw der Euro-Klasse 0-3 in Tirol zugelassen, so sind es heute nur noch knapp über 1.000. An allen vier autobahnnahen Messstellen geht die NOx-Belastung zurück – und dies trotz eines erhöhten Verkehrsaufkommens. „Die seit Jänner 2015 laufende Lkw-Umrüstförderung ist die effektivste in ganz Österreich und hat dafür gesorgt, dass der Tiroler Lkw-Fuhrpark schön langsam zum besten in ganz Europa wird“, zeigt sich die für die Förderung zuständige Wirtschaftslandesrätin, Patrizia Zoller-Frischauf, von ihrem Engagement in diese Sache überzeugt.

Die Lkw-Umrüstförderung wirkt nicht nur, sie ist auch gefragt. Schon heute sind die Mittel für 2018 ausgeschöpft. „Was wir jetzt noch brauchen, ist die letzte Tranche der zugesagten Fördermittel und einen Vorgriff auf die Rate 2019“, betont Kammerpräsident Jürgen Bodenseer. „Landeshauptmann Platter und ich haben in Wien darum gekämpft und dieses Engagement zeigt Früchte. Mit der letzten Tranche können wir die noch in der Pipeline stehenden Umrüstinvestitionen unterstützen und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftsituation in Tirol leisten. Mit modernsten Euro-6-Lkw und innovativen Technologien wollen wir auch in der Qualität des heimisches Lkw-Fuhrparks auf das Siegespodest in Europa aufsteigen“ appelliert der WK-Präsident an LH Platter die zugesagten Geldmittel vorzeitig freizugeben.

erschienen am: 2017-11-13 im europaticker

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