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Rund 190.000 Einwegbecher verbrauchen die Münchner täglich – das soll sich ändern
Mit einer Kampagne will der AWM Bewusstsein für Abfallvermeidung schaffen

Mit einer Nutzungsdauer von durchschnittlich 15 Minuten landen rund 190.000 Einwegbecher in Münchens Abfall – und das täglich. Diese traurige Zahl veranschaulicht der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) nun mit Riesenbechern, die seit Anfang Oktober in der Stadt zu sehen sind.

Mit einem Durchmesser von 2,5 bis 3,5 und einer Höhe von fast fünf Metern bildet der Becher das Volumen an Müll ab, das täglich allein durch Pappbecher anfällt. Dass es auch anders geht und nicht jeden Tag eine Flut an nicht recycelbarem Material im Mülleimer landen muss, dies will der AWM mit der Kampagne „München hat‘s satt“ veranschaulichen und dazu anregen, Alternativen zu wählen.

Zum Beispiel einen eigenen Mehrwegbecher. Es gibt inzwischen zahlreiche Angebote von praktischen und schön gestalteten Bechern für unterwegs im Handel. Eine andere, etwas in Vergessenheit geratene Möglichkeit: Einfach mal entschleunigen und den Kaffee vor Ort aus der guten alten Porzellantasse trinken.

Oder aber man nutzt einen Pfandbecher: In München gibt es beispielsweise das RECUP-System. Für einen Euro Pfand bekommt man den Kaffee in einem Becher, den man bei anderen Partner-Cafés und -Verkaufsstellen wieder abgeben kann. Und der Kaffee ist auch noch günstiger.

Unter app.recup.de sind die mittlerweile rund 200 beteiligten Partner in München zu finden.

Mit gutem Beispiel vorangehen will auch die Stadt und Schritt für Schritt auf Mehrwegbecher in Kantinen, Schulen und anderen städtischen Einrichtungen umstellen. Auch die städtischen Beteiligungsgesellschaften sollen ins Boot geholt werden.

Zudem geht der AWM auf Verbände und Vertretungen von Gastronomen und Händlern zu, um für Unterstützung zu werben, Kontakte zu knüpfen und weitere Ideen zu sammeln. Eine gute Gelegenheit hierfür hat sich etwa gestern bei einem Treffen geboten, zu dem das Bayerische Staatsministerium für Umweltschutz zum Thema Ressourcenschutz eingeladen hatte.

Wer mehr über die Problematik der Pappbecher wissen möchte, findet Daten, Fakten und Zahlen im Internet unter awm-muenchen.de. Die Riesenbecher sind noch bis 20. Oktober am Leonrodplatz, am Stachus und am Harras zu sehen.

Tonnenforscher und Schlautrenner aufgepasst

„Nur Müll?“ – die spannende Mitmach-Ausstellung im Kindermuseum München

Tonnenforscher, Rohstoffsammler und Wertentdecker ab fünf Jahren haben derzeit die Möglichkeit, sich spielerisch mit dem Thema Abfall zu befassen. Die aktuelle Mitmach-Ausstellung „Nur Müll?“ des Kindermuseums München beschäftigt sich mit der Frage, wohin der ganze Abfall gebracht wird und was mit ihm passiert.

Die Kinder können im Museum aus Stoffresten neue Schätze basteln, Plastikmüll genau untersuchen oder dem Geheimnis auf die Spur kommen, wie aus Kartoffelschalen und Apfelkernen neue Erde entsteht. Mit einem Forscherheft unterm Arm durchlaufen sie die verschiedenen Stationen und können ihr gesammeltes Wissen darin notieren und dann mit nach Hause nehmen.

Kleine Schlautrenner und Recyclingmeister sind außerdem bei der Aktionswoche in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs gefragt. Wie viel Müll würde eigentlich in diese Halle passen? Welche Wege nehmen die Müllautos in München und wo liegen Mülldeponie und Verbrennungsanlage? Bei spannenden Aufgaben und kniffligen Rätseln können Kinder ab fünf Jahren eine Ausbildung zum Müllianer machen und ihre eigene Ausrüstung in einer Werkstatt fertigen. Die kostenlose Veranstaltung läuft noch bis Samstag, 21. Oktober. Alle Infos sind zu finden unter kindermuseum-muenchen.de.

erschienen am: 2017-11-15 im europaticker

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