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Bei Tribsees sackte die Fahrbahn auf etwa 100 Metern Länge um einen halben Meter ab
Gründe für Schäden auf A20 unbekannt

Die Bundesregierung kann derzeit noch keine Gründe für das Absacken der Fahrbahn auf einem Teilstück der Bundesautobahn A20 nahe der Anschlussstelle Tribsees (Mecklenburg-Vorpommern) nennen. Das geht aus der Antwort (19/119) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.

Die Bundesautobahn 20 ist eine Autobahn in Norddeutschland. Sie wurde ab 1992 gebaut und wird noch erweitert. Als Projekt 10 gehörte sie zu den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit. Mit der A 20 sollten der Ostseeküstenraum und große Bereiche des Landes Mecklenburg-Vorpommern besser an das westdeutsche und europäische Verkehrsnetz angebunden werden. Sie sollte die Bundesstraße 96, die Bundesstraße 104 und die Bundesstraße 105 entlasten. Die 1992 für das Jahr 2010 prognostizierte durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) trat bei Weitem nicht ein. Es werden auf dem Abschnitt Lübeck–Wismar 28.000 (statt 40.000 prognostizierten) Kraftfahrzeuge erreicht; auf dem Abschnitt Wismar zur A 19 bei Rostock 30.000 (statt 60.000) Kraftfahrzeuge und die Auslastung sinkt nach Osten bis auf unter 12.000 Kraftfahrzeuge ab. Im Bereich Pasewalk befahren lediglich durchschnittlich 9400 Fahrzeuge die A 20, was einer gut frequentierten Kreisstraße entspricht.

Bei Tribsees sackte die Fahrbahn in Richtung Westen auf etwa 100 Metern Länge um einen halben Meter ab und wurde daraufhin im September 2017 gesperrt. Für die Reparatur wurden mindestens zwei Jahre veranschlagt. Bis Oktober 2017 sackte die betroffene Fahrbahn an dieser Stelle auf 40 Metern Länge um mehr als zweieinhalb Meter ab und wurde dadurch auf ganzer Breite stückweise zerstört. An dieser Stelle quert der Autobahndamm das Trebeltal auf Moorboden. Zur Abstützung wurden dort Trockenmörtelsäulen (CSV-Säulen), bestehend aus einem Gemisch aus Sand und Zement, erstmals in extrem weichen Böden und erstmals mit Längen von bis zu 13 Meter ausgeführt.Die Bodenverbesserung unter dem Damm erfolgte auf eine Länge von 600 Metern.

Mittels einer derzeit laufenden Baugrunduntersuchung würden der Ist-Zustand und die Gegebenheit des Baugrundes im Bereich des Autobahnteilstückes untersucht und die Ursache des Bruchs (Böschungsbruch) erkundet, um bautechnische Lösungen für eine neue sichere Gründung der A20 entwickeln zu können, heißt es in der Vorlage. "Belastbare Erkenntnisse bleiben dem Ergebnis der Baugrunduntersuchung vorbehalten", schreibt die Regierung. Aussagen über die zu erwartenden Kosten lassen sich der Vorlage zufolge erst nach Abschluss der Baugrunduntersuchung und der darauf aufbauenden Planung der Wiederherstellung der A20 treffen.

Auf die Frage, ob auch auf weiteren Abschnitten der A20 mit einem Absacken der Fahrbahn gerechnet werden müsse, heißt es in der Antwort, das bei Tribsees zum Einsatz gekommene Gründungsverfahren sei an keiner anderen Stelle der A20 zum Einsatz gekommen. Ein Indikator für Schäden wäre nach Aussage der Regierung zudem das leichte Absenken der Fahrbahn, welches im gesamten Verlauf der A20 nur in Tribsees festzustellen gewesen sei. Für weitere Überprüfungen des Baugrundes in anderen Bereichen der A20 bestehe deshalb keine Veranlassung.

erschienen am: 2017-11-29 im europaticker

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