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Tiroler Maßnahmen rechtzeitig, um Luftbelastung wie in deutschen Städten zu verhindern
Weniger Luftbelastung bringt‘s

In 28 deutschen Städten droht wegen schlechter Luftwerte ein Dieselfahrverbot, über 90 sind von überschrittenen Luft-Grenzwerten betroffen. Auch ein Gipfel zahlreicher Bürgermeister in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte keine wirksamen Sofortmaßnahmen. Die Jahreswerte in Stuttgart und München sind an den am stärksten belasteten Straßen im innerstädtischen Bereich mit im Jahresschnitt über 80 Mykrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter noch höher, als sie in Vomp an der Tiroler Autobahn im am stärksten belasteten Jahr 2006 mit 76 Mykrogramm pro Kubikmeter war. Dass es in Tirol keine Fahrverbots-Maßnahmen für PKW braucht, dafür ist laut LHStvin Ingrid Felipe die jahrelange gute Arbeit der UmweltschützerInnen und für bessere Luft engagierten BürgerInnen und PolitikerInnen verantwortlich - „besonders auch jene meiner VorgängerInnen“, wie die Tiroler Umweltlandesrätin betont, die auf den jahrelangen Kampf für bessere Luft in Tirol hinweist.

Konkrete Maßnahmen wirken

Bereits 2006 gab es in Tirol den ersten Luft-100er im Winterhalbjahr, im Anschluss daran den flexiblen Luft-100er je nach Schadstoffsituation von 2007 bis 2014. 2003 und 2008 hatte das Land Tirol sektorale Fahrverbote für bestimmte LKW-Transporte verordnet, die beide – Ersteres nach einstweiliger Verfügung der EU-Kommission, Zweiteres nach einer erfolgreichen Klage von Frächtern – gekippt waren. Der fixe Luft-100er gilt seit November 2014, das stufenweise sektorale Fahrverbot ist seit November 2016 EU-rechtskonform und ohne Klage in Kraft. Seit November diesen Jahres arbeitet das Land aus Sicherheitsgründen an besonders stark belasteten Tagen mit einer Blockabfertigung für LKW vor Kufstein. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftsituation sind etwa die Info-Kampagne „Richtig heizen mit Holz“ und die Wohnbausanierung.

TirolerInnen nehmen Einladung in Öffis an

Seit dem am stärksten luftbelasteten Jahr 2006 ist der Jahreswert in Vomp um fast ein Drittel gesunken, auch an den anderen autobahnnahen Messstellen in Mutters, in Kundl und in Imst gibt es seit Jahren einen Trend zu besserer Luft und weniger Schadstoffen. An städtischen Messstellen ist der Trend in den letzten Jahren relativ stabil bei weniger als der Hälfte der Stickstoffdioxidbelastung deutscher Großstädte. „Wir setzen in Tirol seit Jahren auf zwei Eckpfeiler im Kampf um gute Luft: Wir stärken einerseits den öffentlichen Verkehr und haben auf der Hauptachse im Inntal bereits über 40.000 TagespendlerInnen auf der Schiene statt auf der Straße. Und andererseits bremsen wir auf der Autobahn die PKW und verbieten besonders schadstoffreiche LKW“, erläutert die Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin. Fahrverbote für Autos, wie in Deutschland, kommen in Tirol nicht in Frage. „Wir können hier dank der guten Arbeit der letzten Jahre auf Freiwilligkeit und auf das unschlagbare Tarifangebot der Tiroler Öffis seit 1. Juni setzen“, so Ingrid Felipe. Mit der Tarifreform im öffentlichen Verkehr bietet der Verkehrsverbund Tirol (VVT) für alle Öffis in ganz Tirol gültige Jahreskarten um 490 Euro statt davor über 2.000 Euro an. Statt bis Juni knapp 12.000 sind jetzt schon über 25.000 TirolerInnen im Besitz eines Tiroltickets, mit SchülerInnen, Studierenden und SeniorInnen kommen VVT und Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) auf über 110.000 TirolerInnen, für die umweltfreundliche Öffis die erste Wahl sind.

erschienen am: 2017-11-30 im europaticker

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