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Schaffung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums
AdR: Aktionsplan für eine Meeresstrategie für den Atlantik

Der Europäische Ausschuss der Regionen begrüßt die Halbzeitbewertung des Aktionsplans für den Atlantik, die laut Kommissionsvorschlag bis Ende 2017 abgeschlossen sein soll, sowie das Ersuchen der Europäischen Kommission an den Europäischen Ausschuss der Regionen um eine Stellungnahme zu dieser Halbzeitbewertung, die in diese Überprüfung einfließen wird, die mit den Mitgliedstaaten und Regionen diskutiert werden wird und verweist auf seine früheren Arbeiten zur Blauen Wirtschaft (u. a. NAT-VI/018, NAT-VI/019, NAT-V/021, NAT-V/044 und COTER-VI/022 );

hält fest, dass im Rahmen eines Aktionsplans wirksamer konkretere Lösungen für die Herausforderungen, denen die Regionen und Länder am Atlantik gegenüberstehen, gefunden werden und die Mitgliedstaaten und Regionen durch eine engere Zusammenarbeit konkretere Ergebnisse erzielen können;

weiß, dass mit dem Aktionsplan sichergestellt werden kann, dass verschiedene Maßnahmen und Finanzierungsinstrumente der EU durch eine engere Abstimmung größere Wirkung erzielen können, betont jedoch, dass bei der Durchführung dieser Finanzierungsinstrumente durch nationale Instrumente und/oder regionale Programme die Rolle der nationalen und regionalen Entscheidungsträger von maßgeblicher Bedeutung ist;

verweist auf die Fragilität vieler Küstengemeinden im Atlantikraum und die Notwendigkeit, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um Anreize für Investitionen und Aktivitäten des privaten Sektors insbesondere auf dem Gebiet der Blauen Wirtschaft zu schaffen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung dieser Regionen beitragen;

erachtet die effiziente Nutzung der EU-Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) als Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele der Strategie, stellt jedoch mit Besorgnis fest, dass es derzeit keinen geeigneten Mechanismus zur Messung der Wirkung der Blauen Wirtschaft in diesen Gebieten gibt ;

ist sich bewusst, dass die Behörden aufgrund der Annahme eines ökosystembasierten Ansatzes sowie der Richtlinie zu einem Rahmen für maritime Raumordnung bei der Ausweisung von Raum in ihren Gewässern nun alle Tätigkeiten umfassend berücksichtigen müssen, unterstreicht jedoch, dass die einschlägigen Pläne noch bis März 2021 endgültig angenommen werden können. Das bislang sichtbarste Ergebnis dieser Anforderung ist die Erleichterung der Erzeugung von Offshore-Windenergie. Der Ausschuss verweist außerdem auf den Beitrag der verschiedenen INTERREG-Programme zu diesem Prozess und die Förderung grenzübergreifender Projekte durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) im Zeitraum 2014-2016 zur Unterstützung der Erstellung maritimer Raumordnungspläne;

hält fest, dass die Maßnahmen im Rahmen der Kommissionsinitiative „LeaderSHIP 2020“ erste Erfolge zeitigen, mit der die verfügbaren Kompetenzen an die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt insbesondere in den Bereichen Schiffbau, erneuerbare Offshore-Energie und neue innovative maritime Fertigkeiten angepasst werden sollen; hält außerdem fest, dass auch im Rahmen von „Horizont 2020“ der Schwerpunkt auf Innovation und Partnerschaft gelegt wird, unterstützt jedoch die Forderung der Konferenz der peripheren Küstenregionen (KPKR) nach einer Mittelaufstockung für die Projekte im Rahmen der EMFF-Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen „Blue Careers in Europe“ für den Kompetenzaufbau in den europäischen Meeresbecken, insbesondere in Bezug auf die Berufe im Seefischereisektor, in denen der Generationenwechsel ein erhebliches Problem ist;

stimmt der Aussage in dem Kommissionsdokument „Report of the Blue Growth Strategy – Towards more sustainable growth and jobs in the blue economy“ (SWD(2017) 128 final) zu, dass Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) über das Potenzial zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen verfügen, weist indes darauf hin, dass es bislang noch keine speziell auf maritime und marine Aspekte ausgerichtete KIC gibt; bekräftigt daher seine Forderung nach der Einrichtung einer spezifischen Wissens- und Innovationsgemeinschaft für die blaue Wirtschaft als weitere Maßnahme für die Entwicklung von Kompetenzen und den Transfer von Ideen von der Meeresforschung hin zur Privatwirtschaft ;

unterstreicht das Potenzial der Meerestechnologie für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen sowie die Wachstumskapazität des Sektors in Bereichen wie erneuerbare Energien und Demonstration mariner Technologien, ist sich gleichzeitig aber auch der potenziellen Risiken in Verbindung mit dieser Art von Investitionen und der Tatsache bewusst, dass mangelnde Kenntnisse und relevante Daten den Zugang zu diesem Sektor erschweren. Der Ausschuss unterstützt die vorrangige Förderung von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Bereich Blaues Wachstum im Rahmen von „Horizont 2020“, betont allerdings, das mehr getan werden muss, um den Zugang zu Finanzmitteln für innovative Unternehmen und Initiativen in diesem Bereich zu erleichtern;

betont, dass der Beitrag der Seefischereitätigkeiten im Atlantikraum zur Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und sozialen Potenzials, ihre Bedeutung und die schrittweise Anpassung der Fangtätigkeiten an ökologische Nachhaltigkeit anerkannt werden müssen; weist gleichermaßen darauf hin, dass sie zur Umverteilung von Wohlstand und zur Förderung des sozialen Zusammenhalts ebenso beitragen können wie zu dem Wertschöpfungspotenzial der Branche der Verarbeitung und Vermarktung von Meereserzeugnissen und der Aufrechterhaltung ihrer Schlüsselrolle bei der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel;

zeigt sich besorgt, dass die von der EU angenommenen Bewirtschaftungsmaßnahmen zum Schutz empfindlicher Ökosysteme, insbesondere in Verbindung mit der Tiefseefischerei, bislang gemischte Ergebnisse gebracht haben, und dass die Frist für die Berichterstattung über den guten Umweltzustand gemäß der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie näher rückt;

würdigt die Fortschritte bei der Reaktion auf Gefahren und Notfälle, insbesondere die Annahme des Copernicus-Programms 2014, mit dem stabilere Daten für die Messung der Wasseroberflächentemperatur und ein effizienterer Dienst für operative Vorhersagen zum Zustand der Ozeane auf der Grundlage von Realanalysen bereitgestellt werden. Die Kartierung des Meeresbodens ist bislang das konkreteste Ergebnis der Zusammenarbeit im Rahmen des transatlantischen Bündnisses zur Erforschung des Atlantiks (AORA) zwischen der EU, den Vereinigten Staaten und Kanada, das mit der Erklärung von Galway 2013 eingerichtet wurde;

Die Bedeutung von Daten für die methodische Entwicklung der blauen Wirtschaft auf der lokalen und regionalen Ebene

betont, dass die Wirkung der Blauen Wirtschaft auf lokaler und regionaler Ebene bislang noch nicht umfassend gemessen wurde, da ein auf zuverlässigen Daten beruhendes Indikatorsystem zur Messung der genauen Auswirkungen der direkt oder indirekt meeresabhängigen Tätigkeiten erst noch entwickelt werden muss; hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Europäische Kommission und den Mitgliedstaaten erforderlich . Diesbezüglich verweist der Ausschuss auf die Arbeit seiner Fachkommission COTER betreffend die vorgeschlagenen Änderungen der NUTS-Verordnung, insbesondere die Forderung, Küsten- und Inseltypologien in die künftigen territorialen Typologien aufzunehmen. Dadurch würde die Entwicklung geeigneter Indikatoren (über das BIP hinaus) zur Messung der Tätigkeiten der Blauen Wirtschaft erleichtert;

empfiehlt, angesichts der Komplexität und des Umfangs der notwendigen Ressourcen für die methodische Entwicklung der Blauen Wirtschaft auf lokaler und regionaler Ebene bei bestehenden regionalen Strategien für intelligente Spezialisierung anzusetzen, um weitere Gelegenheiten in den Sektoren der Blauen Wirtschaft auszuloten. In Verbindung mit gezielten Wirkungsanalysen könnten derartige Strategien den Gebietskörperschaften helfen, die für sie am besten geeigneten Sektoren zu ermitteln;

Intelligenterer Einsatz von Förderinstrumenten

fordert die Mitgliedstaaten auf, die Ziele des Aktionsplans für den Atlantik auch weiterhin in ihren operationellen Programmen des EFRE zu berücksichtigen. Der Erfolg der Atlantikstrategie und des Aktionsplans hängen voll und ganz von dem Engagement der atlantischen Mitgliedstaaten ab, ihre Anstrengungen in den im Aktionsplan festgelegten Bereichen der Zusammenarbeit zu koordinieren;

stimmt der folgenden Aussage in der Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen „Report on the Blue Growth Strategy Towards more sustainable growth and jobs in the blue economy“ (SWD(2017) 128 final) zu:

Allgemein scheint nur ein relativ geringer Teil der Mittel in den verschiedenen operationellen Programmen dieser Fonds speziell für die Prioritäten der Atlantikstrategie vorgemerkt zu sein, wohingegen beträchtliche Mittel potenziell für Maßnahmen und Prioritäten zur Verfügung stehen könnten, die sich nicht speziell auf den maritimen Sektor beziehen. Dies ist eine große Herausforderung für die nationalen und regionalen Verwaltungsbehörden. Im Gegensatz dazu gibt es eine Zweckbindung der Mittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) für das Ziel der Atlantikstrategie;

führt ins Treffen, dass aus Gründen der Glaubwürdigkeit für eine gemeinsame Strategie für die Entwicklung des europäischen Atlantikraums und der Atlantikregionen auch ein spezifisches Finanzierungsinstrument eingerichtet werden muss. Die Bereitstellung angemessener Mittel für die Umsetzung des Aktionsplans sollte Teil der Diskussionen über den mehrjährigen Finanzrahmen sein, der die Grundlage für die Verwirklichung der Ziele der EU nach 2020 ist. Die Aufnahme der Ziele des Aktionsplans und der Strategie für den Atlantik in den mehrjährigen Finanzrahmen ist angesichts der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, aus der EU auszutreten, und der damit verbundenen negativen Auswirkungen auf den EU-Gesamthaushalt besonders wichtig;

bekräftigt in diesem Zusammenhang die Aussage in seiner Stellungnahme „Die Zukunft der Kohäsionspolitik nach 2020“, dass „makroregionale und maritime Strategien für die teilnehmenden Regionen und ihre Bürgerinnen und Bürger einen bedeutenden Mehrwert darstellen, vorausgesetzt, die vorhandenen und künftigen Förderinstrumente sind für die Strategien koordiniert nutzbar“;

bekräftigt den in seiner Stellungnahme NAT VI/019 vorgebrachten Vorschlag für die Errichtung regionaler oder interregionaler Plattformen für die blaue Wirtschaft. Einige Gebiete im Atlantikraum könnten sinnvolle Kandidaten für die Errichtung derartiger Plattformen sein, die als Instrument für die Ermittlung von Projekten, die Förderung ihrer Umsetzung und die Mobilisierung der Finanzierungsmechanismen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene fungieren würden. Sie würden von den Regionen verwaltet. Die ausgewählten Projekte würden im Rahmen des Juncker-Plans 2.0 finanziert;

fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Koordinierung, Überwachung und Unterstützung von Projekten und des Austausches bewährter Verfahren weiter zu verbessern und dabei die bisherigen Erfolgsbeispiele der Atlantikstrategie zu berücksichtigen;

bekräftigt, dass die Kohäsionspolitik durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) das wichtigste Investitionsinstrument in der EU im derzeitigen Programmplanungszeitraum ist und die möglichst umfängliche Nutzung dieser Ressourcen in Verbindung mit den Finanzierungsmöglichkeiten durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) für den künftigen Erfolg der Projekte im Rahmen der Atlantikstrategie entscheidend ist. Eine weitere Vereinfachung des Managements und der Verwaltung der ESI-Fonds wird die Kapazitäten der Gebietskörperschaften zur Nutzung der Finanzmittel für lokale Projekte stärken;

stellt fest, dass viele der einschlägigen operationellen Programme im derzeitigen Programmplanungszeitraum mit erheblichen Verzögerungen aufgelegt werden; fordert die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf, ihre Vorschläge für die Zeit nach 2020 so früh wie möglich auszuarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zwischen den Programmplanungszeiträumen zu ermöglichen;

fordert, dass interregionale, nationale und transnationale Projekte, die im Einklang mit den Strategien für Meeresgebiete und für intelligente Spezialisierung stehen, durch die Zusammenlegung regionaler, nationaler und europäischer Fördermittel in einem vereinfachten Rahmen finanziert werden können und eine Art Gemeinschaftsbonus zuerkannt bekommen, sodass sie nicht mehrfach Projektausschreibungen durchlaufen müssen;

fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, geeignete, auf die Bedingungen vor Ort abgestimmte Bottom-up-Strategien für intelligente Spezialisierung zu entwickeln und umzusetzen, vor allem in Regionen, wo diese noch nicht bestehen. Derartige Strategien sollten die Grundlage für künftige Ausgaben bilden und auf die Stärken und spezifischen Eigenschaften jeder einzelnen Region ausgerichtet sein. Die erfolgreiche Durchführung von regionalen Strategien für intelligente Spezialisierung, die der wirtschaftlichen Realität vor Ort Rechnung tragen, würden zur Erhöhung der Ausschöpfungsrate der verfügbaren Fördermittel in den Regionen beitragen;

fordert die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission angesichts der Tatsache, dass nationale und europäische Fördermittel öffentliche Ausgaben sind, auf, die Qualität der Berichterstattung und des Feedbacks über die Projekte im Rahmen des Aktionsplans gemeinsam zu verbessern und den Unterstützungsmechanismus auszubauen, um einen transparenten Überblick über erfolgreiche Initiativen und verfügbare Finanzierungsmöglichkeiten zu geben;

fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten in Verbindung mit der intelligenten Spezialisierung der Regionen auf, die thematische (im Gegensatz zur geografischen) Komponente der Maßnahmen zu verbessern, um die gemeinsamen europäischen Werte und Ziele zu stärken;

Von der örtlichen Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung (CLLD)

betont, dass das Konzept der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Maßnahmen zur lokalen Entwicklung (CLLD) aufrechterhalten und ausgebaut werden muss, da dieses Instrument der ESI-Fonds eine der effizientesten Möglichkeiten für Gemeinschaften ist, EU-Mittel für ihre eigenen lokalen Projekte zu erhalten. CLLD-Unterstützung ist speziell für entlegenere Gebiete und Gebiete in Randlage wichtig, einschl. kleine Küstengemeinschaften, Regionen und Inseln mit begrenztem Zugang zu Alternativfinanzierung;

hält es für wünschenswert, dass die Gemeinden auf den Inseln und in den Küstengebieten in Anlehnung an das Leader-Programm und die CLLD auf alle europäischen Fonds einschl. des EMFF zugreifen können, um ihre maritimen Entwicklungsstrategien in einem einheitlichen Rahmen zu finanzieren;

fordert die Haushaltsbehörde auf, die bestehende Flexibilität im Rahmen der ESI-Fonds zu nutzen, um die verfügbaren CLLD-Mittel im EMFF zugunsten der europäischen Küstengebiete schrittweise aufzustocken;

Der Unterstützungsmechanismus für die Atlantikstrategie und den Aktionsplan

ist der Meinung, dass die Struktur des Unterstützungsmechanismus aus nationalen Stellen und einer zentralen Stelle mit Sitz in Brüssel für die Kommunikationsanforderungen des Aktionsplans für den Atlantik gut geeignet ist; allerdings müssen seine Aufgabe zur Verbreitung und Bewerbung des Aktionsplans sowie seine Beratungs-, Koordinierungs- und Unterstützungstätigkeit gestärkt werden;

befürwortet die Fortführung des Unterstützungsmechanismus für die Atlantikstrategie, da er derzeit die einzige spezifische Haushaltslinie für die Überwachung und Umsetzung des Aktionsplans für den Atlantik ist;

fordert die Europäische Kommission auf, eine längerfristige Lösung für den Unterstützungsmechanismus zu gewährleisten, um die Kontinuität seiner Arbeit zu sichern;

fordert die nationalen Stellen auf, möglichst eng mit den nationalen und regionalen Verwaltungsbehörden zusammenzuarbeiten, damit die im Rahmen der verschiedenen Instrumente verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten potenziell Begünstigten klar erläutert werden;

Die Auswirkungen der Entscheidung des Vereinigten Königreichs nach dem Referendum vom 23. Juli 2016, einen förmlichen Antrag nach Artikel 50 EUV auf Austritt aus der EU zu stellen, auf die Finanzierungsmöglichkeiten und die Struktur des mehrjährigen Finanzrahmens nach 2020

betont, dass die EU ungeachtet des Ausgangs der Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich einen ihrer fünf atlantischen Mitgliedstaaten, eine wichtige Seenation und eines der Länder mit den höchsten Investitionsniveaus im Bereich Meereswirtschaft und -forschung verliert. Zudem ist das Vereinigte Königreich einer der führenden EU-Exporteure von Meeresfrüchten;

hält fest, dass das Vereinigte Königreich derzeit der zweitgrößte Nettobeitragszahler zum EU-Haushalt ist und sein Wegfall aus der Bilanz der EU eine eingehende Prüfung aller verfügbaren Optionen für die künftige Finanzierung der Kohäsionspolitik erfordert;

weist darauf hin, dass die praktischen Auswirkungen des Brexit mit dem neuen mehrjährigen Finanzrahmen ab 2021 zusammenfallen könnten, und fordert die Haushaltsbehörde auf, die Zuweisung angemessener Finanzmittel für Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, die derzeit nicht als oberste Priorität angesehen werden, wie die Entwicklung der Blauen Wirtschaft;

bekräftigt seine in seiner Stellungnahme „Die Zukunft der Kohäsionspolitik nach 2020“ ausgesprochene Forderung an das Vereinigte Königreich und die EU, sich darauf zu einigen, dass die Regionen und lokalen Gebietskörperschaften des Vereinigten Königreichs nach dem Vorbild anderer Drittstaaten wie Norwegen und Island weiterhin an der europäischen territorialen Zusammenarbeit und anderen EU-weiten Programmen teilnehmen dürfen;

ist der Ansicht, dass die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen unter dem Gesichtspunkt der möglichen Wirkung auf die Zukunft der Atlantikstrategie und des Aktionsplans gesehen und behandelt werden müssen; betont, dass es im Zusammenhang mit dem Brexit für die verbleibenden Mitgliedstaaten im Atlantikraum immer wichtiger wird, einer engeren Zusammenarbeit und Integration ihrer Tätigkeiten im maritimen Bereich den Vorrang einzuräumen, um die Lücke in den Bereichen Wissenschaft und Innovation, Überwachung, Verteidigung, Meeresenergie und maritime Investitionen ganz allgemein zu schließen, die aufgrund des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs entstehen könnte;

zeigt sich über die möglichen Auswirkungen des Brexit auf die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) besorgt, insbesondere in Verbindung mit dem Zugang zu den britischen Gewässern, der sich speziell auf den Fischereisektor in den Nachbarländern auswirken könnte. Dies könnte zu einem Rückgang der Fangquoten und somit zu einem Beschäftigungsschwund in einem ohnehin schon beeinträchtigten Sektor sowie Wettbewerbsverzerrungen in Bezug auf Quoten, Rückwurfverbote, die Höchstgrenze für Tage auf See, staatliche Beihilfen für den Sektor und die Erhaltung der Biodiversität führen;

Programme für die territoriale Zusammenarbeit

verweist auf die Bedeutung von Programmen für die territoriale Zusammenarbeit zur Förderung der Ziele der Atlantikstrategie, in denen der Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit zwischen Regionen zur Entwicklung des Atlantikraums im Einklang mit der Strategie gelegt wird;

betont, dass die in Ziffern 27 bis 30 seiner Stellungnahme NAT-V/021 (2012) enthaltenen Aussagen nach wie vor gültig sind, insbesondere in Bezug auf die mögliche Rolle der zehn Programme, die für diesen Raum aufgelegt wurden;

verweist insbesondere auf die potenziell zentrale Bedeutung des INTERREG-Programms für die Zusammenarbeit im Atlantikraum aufgrund seiner Ausrichtung auf maritime Aspekte und seine geografische Ausdehnung auf den Atlantikraum;

stimmt den Aussagen der Atlantikbogen-Kommission der Konferenz der peripheren Küstenregionen Europas (KPKR) im Rahmen ihrer Schlusserklärung auf der Generalversammlung 2017 in Les Sables d’Olonne (3. März 2017) zu, vor allem in Bezug auf Maßnahmen zur Vereinfachung im Zuge der Halbzeitbewertung und flexiblere Finanzierungsraten (5 %-Bonus) zur Förderung von Projekten, die Aspekte in Verbindung mit der Atlantikstrategie betreffen.

  1. VERFAHREN

Titel

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Aktionsplan für eine Meeresstrategie für den Atlantik – Schaffung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums

Referenzdokument(e)

Rechtsgrundlage

fakultative Befassung (Art. 307 Abs. 1 AEUV)

Geschäftsordnungsgrundlage

Artikel 41 Buchstabe a) GO

Schreiben der Kommission

17/02/2017

Beschluss des Präsidenten

06/03/2017

Zuständige Fachkommission

Fachkommission für natürliche Ressourcen (NAT)

Berichterstatter

Jerry Lundy (IE/ALDE), Mitglied des Grafschaftsrates von Sligo

Analysevermerk

19/06/2017

Prüfung in der Fachkommission

26/09/2017

Annahme in der Fachkommission

26/09/2017

Ergebnis der Abstimmung in der Fachkommission

einstimmig angenommen

Verabschiedung im Plenum

voraussichtlich am 30/11/2017-01/12/2017

Frühere Stellungnahmen des AdR

Stellungnahme des Ausschusses der Regionen „Internationale Meerespolitik: Der Beitrag der EU zum verantwortungsvollen Umgang mit den Weltmeeren“
Stellungnahme des Ausschusses der Regionen „Eine neue Etappe in der europäischen Politik für blaues Wachstum“
Stellungnahme des Ausschusses der Regionen „Entwicklung einer Meeresstrategie für den atlantischen Raum“
Stellungnahme des Ausschusses der Regionen „Innovation in der blauen Wirtschaft: Nutzung des Potenzials unserer Meere und Ozeane für Wachstum und Beschäftigung“
Stellungnahme des Europäischen Ausschusses der Regionen „Unternehmertum auf Inseln: ein Beitrag zum territorialen Zusammenhalt“

Konsultation des Netzes für Subsidiaritätskontrolle

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           Frühere Stellungnahmen des AdR:
Stellungnahme NAT-VI/018 „Internationale Meerespolitik: Der Beitrag der EU zum verantwortungsvollen Umgang mit den Weltmeeren“, COR 6621/2016;
Stellungnahme NAT-VI/019 „Eine neue Etappe in der europäischen Politik für blaues Wachstum“, COR 6622/2016;
Stellungnahme NAT-V/021 „Entwicklung einer Meeresstrategie für den atlantischen Raum“, ABl. C 391 vom 18.12.2012, S. 1;
Stellungnahme NAT-V/044 „Innovation in der blauen Wirtschaft: Nutzung des Potenzials unserer Meere und Ozeane für Wachstum und Beschäftigung“, ABl. C 19 vom 21.1.2015, S. 24;
Stellungnahme COTER-VI/022 „Unternehmertum auf Inseln: ein Beitrag zum territorialen Zusammenhalt“, COR 19/2017.

           Im Rahmen des durch das INTERREG-Programm für den Atlantikraum 2007-2014 finanzierten Marnet-Projekts wurde eine Reihe von marinen sozioökonomischen vergleichbaren Indikatoren entwickelt, um die Wirkung der küsten- und meereswirtschaftlichen Tätigkeiten in fünf Mitgliedstaaten zu messen.

          NAT-V/044.

           Das Marnet-Projekt, in dem eine Reihe von sozioökonomischen Indikatoren für den Atlantikraum entwickelt wurde, könnte eine sinnvolle Ergänzung dieses Prozesses sein.

           Ein Dienstleister erhält Mittel, um öffentlichen und privaten Organisationen, Forschungseinrichtungen und Universitäten, institutionellen und privaten Investoren sowie Projektträgern und anderen interessierten Kreisen, die Projekte zur Durchführung des Aktionsplans für den Atlantik vorlegen und ausarbeiten wollen, Leitlinien an die Hand zu geben.

          Technischer Vermerk für die Regionen des Atlantischen Bogens, Konferenz der peripheren Küstenregionen Europas – KPKR, Februar 2017.

          COR 6621/2016.

          COR 6622/2016.

        COR 19/2017.

erschienen am: 2017-12-03 im europaticker

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