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Alternativen sind gängige Praxis bei vielen Betrieben in Baden-Württemberg
NABU: Bessere Bodengesundheit geht auch ohne Glyphosat 

Anlässlich des internationalen Weltbodentags (5.12.) kritisiert der NABU Baden-Württemberg die immer wieder geäußerte Behauptung, Glyphosat sei gut für landwirtschaftlich genutzte Böden. „Für den Erhalt der Bodenstruktur ist vielmehr die Bewirtschaftung ausschlaggebend. Der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat ist für die Bodengesundheit schädlich, weil sich das Totalherbizid im Boden anreichert und dort lebende Organismen indirekt schädigt. Von einem Verzicht oder einer starken Reduktion profitieren nicht nur Regenwürmer, sondern etwa auch Erdhummeln, die ihre Nester am Feldrand in den Boden graben“, sagt Jochen Goedecke, Landwirtschaftsreferent des NABU Baden-Württemberg. „Landwirtinnen und Landwirte, die bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen vier Faktoren berücksichtigen, können hingegen den Boden schonen und Ackerwildkräuter eindämmen.“

„Wer einen durchdachten Fruchtwechsel auf seinen Äckern umsetzt, legt den Grundstein für die Bodengesundheit“, so Goedecke. Der Anbau verschiedener Kulturpflanzen in einer Fruchtfolge beugt der Ausbreitung von Schadinsekten vor, da diese auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Das Einarbeiten von Pflanzenresten verbessert die Humusbildung, was zugleich vielfältige Bodenlebewesen unterstützt. Eine Vielfalt an Pflanzen mit verschiedenen Wurzeltypen sorgt außerdem für eine gute Durchlüftung. Das Bepflanzen mit Zwischenfrüchten und Untersaaten schützt den Boden vor der Erosion durch Wind oder Starkregen. „Wer diese Faktoren berücksichtigt, schützt den Boden und kann bei entsprechend schonender Bodenbearbeitung komplett auf Glyphosat verzichten“, sagt Goedecke. „Dass es Alternativen gibt, leben tagtäglich tausende von ökologisch und konventionell wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe im ganzen Land vor, die bewusst auf den Einsatz von Pestiziden verzichten und damit die natürlichen Eigenschaften des Bodens und den Humus als bioaktiven Bodenanteil langfristig erhalten, auch in Baden-Württemberg “, sagt Goedecke.

Wohin die Reise gehen kann, zeigen beispielweise 14 Landwirte aus dem Linzgau, die gemeinsam mit einer Mühle und drei Bäckereien/Konditoreien seit 2008 eine regionale, umweltschonende Erzeugung von Produkten praktizieren. Im Kraichgau und in der Kurpfalz wirbt eine Marktgemeinschaft für gentechnikfreie, ungespritzte Qualität. „Beide zeigen: Es geht auch für konventionelle Betriebe anders: ohne Pflanzenschutzmittel und Wachstumsregulatoren, mit ausschließlich mechanischer Beikrautregulierung, durch weniger Düngemittel und mit naturbelassenen, blühenden Feldrändern“, betont Goedecke.

 

Weitere Informationen:
Mit der Initiative „Gemeinsam Boden gut machen“ will der NABU einen Beitrag für schonende Bodenbewirtschaftung und weniger Pestizide leisten, indem der Anteil der Bio-Anbaufläche in Deutschland steigt. Bis 2020 soll dieser nach dem Wunsch der Bundesregierung bei 20 Prozent liegen. Doch davon ist Deutschland noch weit entfernt. Der Anteil biologisch bewirtschafteter Fläche liegt derzeit bei lediglich sieben Prozent, in Baden-Württemberg bei rund 9,2 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt haben 2017 genau 3.444 Betriebe im Land insgesamt 131.861 Hektar Fläche ökologisch bewirtschaftet.

Informationen zum Projekt und eine Übersichtskarte finden Sie unter www.NABU.de/abbi

erschienen am: 2017-12-04 im europaticker

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