europaticker:
Frage zum Umgang mit Brandrückständen in Brożek weiter offen
Problem illegaler Mülltransporte ins polnische Nachbarland erörtert

Landrat Harald Altekrüger und Landrat Janusz Dudojć trafen am Dienstag mit Vertretern ihrer Verwaltungsstäbe mit dem Ziel der Auswertung der Situation nach dem Brand auf dem Recyclinghof in Brożek zusammen. Als Vertreter der Stadt Forst (Lausitz) nahmen der amtierende Bürgermeister Jens Handreck und Verwaltungsvorstand Sven Zuber am Gespräch in der Forster Kreisverwaltung teil.

Am 13. Februar 2017 war es im polnischen Ort Brożek zu einem Brand auf dem Gelände der Recyclingfirma DEKO-PROCES gekommen. Die Zuständigkeit für die Brandbekämpfung und Überwachung liegen beim Landkreis Żary, der Gemeinde Brody sowie der zuständigen polnischen Feuerwehr. Auf Grundlage einer Vereinbarung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erfolgt auf operativer Ebene ein Informationsaustausch. Auf der Deponie werden zu 90% Kunststoffe (Polyethylen und Polypropylen) gelagert. Zu Beginn des Feuerausbruchs lagerten auf der Deponie 25.000 Tonnen Kunststoff.

Das Feuer war in einer Dämmung lokalisiert worden. Es breitete sich nicht weiter aus. Es gab keine oberflächliche Verbrennung. Teile des Materials glimmten unter der Oberfläche der Sammelstelle weiter. Die Oberfläche ist durch das verbrannte Material abgedeckt. Das erschwert das Löschen des Feuers unterhalb. Die Deponie befindet sich in einem Waldgebiet. Der größte Teil der Deponie ist verbrannt. Es gibt keine Möglichkeit das Material herauszuholen, zu löschen und woanders hin zu bringen.

Die Löschmaßnahmen sind im Zeitraum vom 14. Februar bis zum 3. März 2017 durchgeführt  worden. In dieser Zeit sind alle Maßnahmen im Schichtsystem mit 196  Fahrzeugen und 363 Feuerwehrmännern durchgeführt worden. Die Fläche ist am 3. März dem Deponiebesitzer zur Überwachung übergeben worden und ihm wurden entsprechende Anweisungen betreffend der Material-Durchkämmung zwecks der Eindämmung der Rauchentwicklung gegeben. Am 5. März war eine polnische Feuerwehrmannschaft vor Ort, welche die Rauchentwicklung und die  Überwachung durch den Deponiebesitzer bestätigen konnte. Am 6. März führte die zuständige Feuerwehr keine Maßnahmen auf der Deponie mehr durch. Nach der Beseitigung der Brandgefahr sind die Maßnahmen beendet worden. Es besteht keine Gefahr für die Waldfläche sowie für die Werkanlagen.

Zentrales Thema des jetzigen Gespräches war der weitere Umgang mit der derzeit durch Sand abgedeckten Brandstelle. Landrat Janusz Dudojć unterstrich, dass das Umweltamt der Woiwodschaft Lubuskie die Brandstelle auf dem Privatgelände der Recyclinganlage weiter kontrolliert. Nach Auskühlung der Fläche wird das Umweltamt der Woiwodschaft im Frühjahr 2018 im Rahmen seiner Kompetenzen über den weiteren Umgang mit den Brandresten eine Entscheidung treffen.

Die polnische Seite wird den Landkreis Spree-Neiße zeitnah über diese Schritte informieren. Die Vertreter des Landkreises Spree-Neiße empfahlen im Gespräch nochmals die Entsorgung der Brandreste durch Abtransport und Beseitigung in einer professionellen Verbrennungsanlage als geeignete Maßnahme. Nach Angaben des Landkreises Żary hat die polnische Staatsanwaltschaft festgestellt, dass auf dem Recyclinghof keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden wurden.

Im Weiteren thematisierten die Gesprächspartner das Problem illegaler Mülltransporte ins polnische Nachbarland. Alle Seiten sehen in der unerlaubten Abfallentsorgung und der Entstehung von illegalen Entsorgungskippen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für alle Seiten.  

Der persönliche Informationsaustausch auf Verwaltungsebene wird auf Wunsch der Landkreise Żary und Spree-Neiße auch im Jahr 2018 fortgesetzt. 

erschienen am: 2017-12-05 im europaticker

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