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Nahezu 20 % der jährlichen Sekundärbrennstoffmengen werden gütegesichert eingesetzt
BGS-Mitgliederversammlung: Kein Recycling ohne energetische Verwertung

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e. V. (BGS) fand am 16. November 2017 auf dem Gut Havichhorst in Münster statt. In seinem Geschäftsbericht führte Michael Sudhaus (ABG mbH), Vorstandsvorsitzender des BGS e. V. aus, dass der Verein weiterhin auf allen Ebenen der Abfallwirtschaft als Garant für die Qualitätssicherung bei der Sekundärbrennstoffherstellung steht. Dies zeigt sich auch an den vier neuen Mitgliedern, die im Jahr 2017 dem Verein beigetreten sind. Die wachsende Bedeutung der Qualitätssicherung bei der Herstellung von Sekundärbrennstoffen wird auch an der steigenden Anzahl an Gütezeichennehmern deutlich. So wurden in 2017 weitere zwei Unternehmen im Rahmen der Mitgliederversammlung mit dem Gütezeichen 724 ausgezeichnet.

Gütezeichen werden zukünftig auch von der Pader Entsorgung GmbH & Co. KG sowie der emrec GmbH geführt. Mit den ausgezeichneten Unternehmen steigen die gütegesicherten Sekundärbrennstoffmengen auf über 500.000 Mg/a. Drei weitere Unternehmen werden voraussichtlich im Jahr 2018 mit der Gütesicherung beginnen.

Nachdem die gütegesicherten Mengen in 2016 deutlich auf ca. 430.000 Mg/a gesteigert werden konnten, wird die 500.000 Mg-Marke im Jahr 2017 überschritten. Damit werden mittlerweile nahezu 20 %der jährlichen Sekundärbrennstoffmengen gütegesichert eingesetzt. Auch im Jahr 2018 wird ein weiterer Anstieg auf dann ca. 550.000 Mg/a erwartet.

Diese positiven Entwicklungen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass steigende Substi-tutionsraten vor allem in Zementwerken ein erhöhtes Qualitätsbewusstsein bei den einge-setzten Sekundärbrennstoffen erfordert. Die Gütesicherung des BGS e. V. bietet hierfür ei-nen anerkannten Nachweis der Qualität und somit eine gute Grundlage für Vertragsverhand-lungen und im Rahmen von Genehmigungen.
Neben dem zentralen Thema der Gütesicherung hat der BGS e. V. in 2017 verschiedene abfallwirtschaftliche Fragestellungen fachlich begleitet, so z. B. die Novellierungen der Ge-werbeabfallverordnung und des BREF „Waste Treatment“ oder auch die Frage der besonde-ren Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen im EEG sowie bei der Energie- und Stromsteuer Außerdem ist der BGS e. V. an der Übertragung der CEN-Standards zu Solid recovered fuels auf ISO-Ebene beteiligt. Für die Internationalisierung der Normen wurden sechs verschiedenen Arbeitsgruppen (Working groups, WG) gebildet:
• WG 1 – Terminology and quality assurance
• WG 2 – Specification and classes
• WG 3 – Sampling and sample reduction
• WG 4 – Physical/mechanical tests
• WG 5 –Chemical tests and determination of biomass content
• WG 6 – Safety of solid recovered fuels

Auch bei der Themenroute des Klimaschutzes durch Kreislaufwirtschaft ist der BGS e. V. begleitend tätig. Besonders erfreulich ist hier auch, dass die REMONDIS GmbH Region Rhein-land mit ihrer Sekundärbrennstoffaufbereitung durch die KlimaExpo NRW ausgezeichnet wurde. Dieses unterstreicht die Bedeutung der Mitverbrennung für den Klima- und Ressour-censchutz ebenso, wie die Auszeichnung der ELM GmbH als eines von 100 exzellenten Pra-xisbeispielen für Ressourceneffizienz – eine Initiative des baden-württembergischen Um-weltministeriums sowie Vertretern der Wirtschaft.

Im formalen Teil der Mitgliederversammlung wurde Herr Manfred Eßmann (Lindner Recyc-lingtech GmbH) zum neuen Rechnungsprüfer gewählt; er übernimmt dieses Amt für die nächsten zwei Jahre gemeinsam mit Frau Dr. Gabriele Börger (ELM Recycling GmbH & Co. KG). Weitere Wahlen standen in diesem Jahr nicht an. Aus dem Güteausschuss wurde Herr Dr. Detlef Spuziak-Salzenberg, langjähriges Mitglied des Güteausschusses und Gründungs-mitglied des BGS e. V. verabschiedet.

Die anschließende gut besuchte Fachveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Thema: „Kein Recycling ohne energetische Verwertung!?“. Nachdem der aktuelle Stand und die Per-spektiven der Energiegewinnung von Abfällen in Deutschland bis zum Jahr 2030 von Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker (RWTH Aachen) dargestellt wurde, wurde die Frage der Hochwertig-keit der energetischen Verwertung durch ein Impulsreferat von Dr.-Ing. Stefan Vodegel (CUTEC-Institut) zur Differenzierung der energetischen Verwertung am Kriterium der Ener-gieeffizienz und einer sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Verbände (ASA, bvse, ITAD, VDZ) intensiv beleuchtet.

Der zweite Teil stand ganz im Zeichen aktueller Veränderungen in der Kreislaufwirtschafts-politik und deren Auswirkungen auf Sekundärbrennstoffe – fokussiert wurden hier ver-schiedenste Abfallströme zur energetischen Verwertung. Neben der qualitativen Abgrenzung der stofflichen und energetischen Nutzung von Altholz bei der Spanplattenproduktion (Dr. Axel Knörr, Pfleiderer Deutschland GmbH) wurden das neue Verpackungsgesetz und seine Auswirkungen auf LVP-Sortierreste (Michael Wieczorek, Lobbe Entsorgung West GmbH & Co. KG) ebenso beleuchtet, wie die Auswirkungen eines Kunststoffrecyclings und der dabei anfallenden Reste auf die Qualität von Sekundärbrennstoffen (Stephan Eing, Hubert Eing Kunststoffverwertung GmbH) sowie die Aufbereitung und Verwertungswege für Wärme-dämmverbundsysteme (Niklas Heller, FH Münster).

erschienen am: 2017-12-05 im europaticker

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