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Belastung der Luft mit Schadstoffen wie Ozon, Feinstaub, Kohlenwasserstoffen, Stickoxiden und
Kohlenmonoxid dramatisch gestiegen
Klimaforschung: Jülich und Peking arbeiten zusammen

Mithilfe der Expertise der Jülicher Klimaforschung die Luftqualität in den Ballungszentren Chinas verbessern: Das ist eines der wesentlichen Ziele des „International Joint Research Center for Atmospheric Research“ (IJRC), einem gemeinsamen Forschungslabor der Peking University mit dem Institut für Troposphärenforschung (IEK-8) des Forschungszentrums Jülich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das deutsch-chinesische Labor in den nächsten drei Jahren mit rund 1,07 Millionen Euro. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB, überbrachte den Jülicher Klimaforschern jetzt den Förderbescheid der Bundesregierung.

"Die Bewältigung des Klimawandels ist nicht nur eine nationale Aufgabe, sondern eine weltweite Herausforderung. Die Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Klimaforscher trägt dieser Tatsache Rechnung. Unsere Hoffnung und Erwartung ist es, dass dieser wissenschaftliche Austausch für beide Seiten einen Mehrwert darstellt, also auch für die Bekämpfung des Klimawandels in Deutschland neue Erkenntnisse bringt. Deshalb fördert die Bundesregierung dieses Projekt", sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids.

Im IJRC werden atmosphärenchemische Prozesse in den dicht besiedelten Regionen und Städten in China erforscht. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur helfen, die hohen Schadstoffbelastungen mit Ozon und Feinstaub in Teilen des Landes besser zu verstehen. Ziel ist auch, atmosphärische Vorhersagemodelle zu verbessern, die in Europa und anderen Teilen der Welt eingesetzt werden.

Die offizielle Vereinbarung zum IJRC wurde beim jüngsten Besuch einer Delegation des Forschungszentrums unter Leitung von Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt mit Vertretern der chinesischen Seite besiegelt. Die Bekanntgabe war der Höhepunkt des diesjährigen "Jülich Day", der seit 2015 alle zwei Jahre in China mit hervorragenden wissenschaftlichen Einrichtungen veranstaltet wird. Eigens dazu angereist war auch eine Delegation aus der Jülicher Partnerstadt Taicang mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Lei Xu an der Spitze.

Das Jülicher Institut für Troposphärenforschung und die Peking University arbeiten bereits seit 2003 zusammen. Messkampagnen im Pearl River Delta in der Provinz Kanton und zur Luftqualität während der Olympischen Spiele in Peking 2008 sind nur zwei Stationen der langjährigen Kooperation. Im IJRC wollen beide Partner weiter die Bildungsmechanismen von Luftschadstoffen in den chinesischen Großstädten und die möglichen Folgen für den globalen Klimawandel erforschen.

Chinas Wirtschaft und der immer dichtere Verkehr haben zur Folge, dass die Belastung der Luft mit Schadstoffen wie Ozon, Feinstaub, Kohlenwasserstoffen, Stickoxiden und Kohlenmonoxid dramatisch gestiegen ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die dahinter liegenden Prozesse besser verstehen und darauf aufbauend Strategien entwickeln, wie die Luftqualität in China verbessert werden kann.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Bild: Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB (2.v.r.) überreicht den Zuwendungsbescheid der Bundesregierung zur Gründung des deutsch-chinesischen Forschungslabors an die Jülicher Klimaforscher Prof. Astrid Kiendler-Scharr (2.v.l.) und Prof. Andreas Wahner (l.). Mit dabei: Prof. Harald Bolt (r.), Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums. Copyright: Forschungszentrum Jülich / Ralf-Uwe Limbach

erschienen am: 2017-12-05 im europaticker

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