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Wenn der Winter Einzug hält, haben Vogelhäuschen Hochsaison
Schweiz: Kampagne zur Untersuchung von Vogelfutter - Genmais aufgetaucht

Bei einer Kontrolle von Vogelfutter wurden Verunreinigungen mit gentechnisch verändertem Raps festgestellt, was die Bundesbehörden dazu veranlasst, vermehrt Kontrollen durchzuführen und das Problem an der Wurzel zu packen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) haben in einem Kontrollprogramm die Qualität von Körnermischungen, die als Futter für Wildvögel oder Hausvögel (z. B. Kanarienvögel) verkauft werden, untersucht. Vogelfutter stellt ein Spezialfall dar, da es rechtlich als Futtermittel gilt und somit unter die Futtermittelverordnung (SR 916.307) fällt, oft seine Keimfähigkeit beibehält und dadurch in der Umwelt verbreitet werden kann.

Bei den Kontrollen, die Agroscope im Auftrag des BLW durchführte, wurden in 24 der 30 untersuchten Proben transgene Rapssamen festgestellt und in 11 davon Mehrfachkontaminationen nachgewiesen (bis zu 3 verschiedene Sorten von gentechnisch verändertem Raps: GT73, RF3, MS8). Die Verunreinigungen lagen grossmehrheitlich bei höchstens 0,5 %. Ausserdem sind diese transgenen Raps-Linien in der Europäischen Union als Tierfutter zugelassen.

Gleichzeitig wurde im Auftrag des BAFU das Etablierungspotential von gentechnisch verändertem Rapssamen aus Vogelfuttermischungen in die Umwelt untersucht. 8 von 37 Packungen Vogelfuttermischungen enthielten Samen mit gentechnischen Veränderungen wobei 3 dieser 8 näher untersuchten Packungen keimfähigen, gentechnisch veränderten Raps zwischen 0.4 und 21 % enthielt.

Daraufhin wurden diverse Vogelfütterungsstellen auf die Anwesenheit von gentechnisch verändertem Raps untersucht. An 2 von 41 Vogelfütterungsstellen wurden total 6 gentechnisch veränderte Rapspflanzen nachgewiesen. Diese Untersuchungen bestätigen somit das Risiko eines Eintrags von gentechnisch veränderten Rapssamen aus Vogelfuttermischungen in die Umwelt.

Die zuständigen Bundesämter haben diese neuen Daten zur Kenntnis genommen und mit den Importeuren Kontakt aufgenommen, damit zusätzliche Massnahmen zur Reduktion dieser  Verunreinigungen im Vogelfutter ergriffen werden können. Künftig wird Vogelfutter aus dem Handel regelmässig kontrolliert und das Monitoring von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Umwelt um die Beobachtung von Vogelfütterungsstellen ergänzt.

erschienen am: 2017-12-07 im europaticker

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