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In dem Fluss Hase in Osnabrück, kurz hinter dem Auslauf des kommunalen Klärwerks,
fanden die Wissenschaftler Erreger

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NDR: Gefährliche Keime in Bächen und Flüssen

Bei Probenahmen des NDR an zwölf niedersächsischen Gewässern wurden erhöhte Konzentrationen multirestistenter Keime gefunden. Die Keime gelten als extrem gefährlich. Wissenschaftler vermuten, dass diese vor allem aus der Nutztierhaltung stammen. Ein Mann fällt in einen Bach, ertrinkt fast. Im Klinikum finden die Ärzte multiresistente Erreger in seiner Lunge. Kurz darauf stirbt der Mann. Die genaue Todesursache bleibt ungeklärt. Klar ist aber: Nach dem Todesfall untersucht das Gesundheitsamt das Bachwasser und entdeckt tatsächlich gefährliche, resistente Keime. Diese Meldung aus Frankfurt vom vergangenen Frühjahr war der Anlass für eine monatelange Recherche und eine Reise quer durch Niedersachsen. Journalisten der NDR Sendung Panorama - die Reporter wollten wissen, ob möglicherweise auch hier solche Keime in Gewässern zu finden sind.

NDR: Gefährliche Keime in Bächen und Flüssen: Umweltbundesamt fordert Konsequenzen

Die Niedersächsische Landesregierung verkündete, sie sehe hier keinen Handlungsbedarf. Bei Stichprobenahmen des NDR an zwölf niedersächsischen Gewässerstandorten wurden antibiotika-resistente Keime gefunden. Alle Standorte, darunter auch zwei Badestellen, wiesen MRGN-Erreger auf.

Colistin wird vor allem in der Geflügelmast in noch zu hohem Umfang eingesetzt. Daher forderte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auch, den Colistineinsatz in der Nutztierhaltung massiv zu senken. Vor allem Deutschland steht hier in der Pflicht, denn Deutschland setzt mehr als 20 Mal so viel dieses wichtigen Antibiotikums ein, wie z.B. die Niederlande oder Dänemark.

SPD: Wir brauchen einen Masterplan Hygiene
Zur aktuellen Berichterstattung über die Entdeckung resistenter Keime in Norddeutschland erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bernd Heinemann: Nach wie vor sterben in Europa jedes Jahr mehr als 25.000 Menschen an multiresistenten Keimen. Die aktuellen Erkenntnisse aus Norddeutschland machen deutlich, dass die Maßnahmen gegen diese gefährlichen Keime wegen der zunehmenden Verbreitung auch in der Umwelt massiv vorangetrieben werden müssen:
Wir fordern den Gesundheitsminister auf einen Masterplan Hygiene vorzulegen der…
-im geplanten Krankenhausgesetz humanmedizinisch umfassend beschrieben wird,
-den Umgang mit Antibiotika in Landwirtschaft und Umwelt regelt,   
-Präventionsmaßnahmen in Human- und Veterinärmedizin umfasst und Nutzen und Risiken beschreibt und
-die bestehenden Forschungsmaßnahmen verstärkt und bundesweit vernetzt.
Wir benötigen eine ehrliche Bestandsaufnahme aller beteiligten Professionen, die der Gesundheitsminister federführend auf den Weg zu bringen soll, um eine Debatte anzustoßen die zu nachhaltigen Lösungen führt. In diesem Zusammenhang sind Kooperationen auf Bundes- und Europaebene unverzichtbar.


Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen: „Dass die Landesregierung angesichts der festgestellten Keimbelastung hier keinen besonderen Handlungsbedarf sieht, ist unverantwortlich. Diese Arbeitsverweigerung nimmt Gesundheitsgefährdungen in Kauf und kostet im schlimmsten Fall Menschenleben. Klar muss sein: Multiresistente Keime gehören nicht in unsere Gewässer. Wir brauchen endlich ein Einsatzverbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung.“

„Wir fordern die Landesregierung zum schnellen Handeln auf und wollen eine Unterrichtung zum Thema im zuständigen Ausschuss: Ministerin Otte-Kinast und Minister Lies müssen erklären, wie sie die Lage in den Griff bekommen wollen. Zudem ist ein systematisches Monitoring gefragt, um die Bevölkerung über Risiken wie über das Baden in belasteten Badeseen aufzuklären. Gerade der Fund von Colistin-resistenten Bakterien ist äußerst alarmierend, schließlich ist Colistin laut WHO eines der wichtigsten Reserveantibiotika.“

erschienen am: 2018-02-06 im europaticker



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