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Erneute Rekordmengen beim Hafenschlick - Aktionsbündnis: HPA-Konzept gescheitert
Kritische Entwicklung: Sedimenttransport in der Tideelbe nicht mehr beherrschbar

Das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe aus BUND, NABU und WWF sieht das bisherige Sedimentmanagement in der Tideelbe als gescheitert an. Nach der Rekordmenge von 11 Mio. Kubikmeter Hafenschlick in Jahr 2016 mussten in 2017 im Hamburger Hafen mehr als 10,9 Mio. Kubikmeter gebaggert werden. Diese erschreckend hohen Mengen widerlegen sämtliche offiziellen Prognosen der HPA und anderer Institutionen. Die Verbände fordern daher, die einschlägigen Berechnungen und Prognosen grundlegend neu aufzusetzen, damit die tatsächliche Entwicklung abgebildet werden kann.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) hatten noch 2005 dargelegt, dass ein dauerhafter Sediment-Austrag von einer Mio. m³ pro Jahr aus dem inneren Ästuar in die Nordsee eine mittelfristige Reduzierung der Gesamtbaggermengen bewirken würde. Diese Berechnungen haben sich inzwischen als komplett falsch herausgestellt. Obwohl seit Jahren mehr als die dreifache Menge Schlick zur Tonne E 3 zwischen Scharhörn und Helgoland verbracht werden, bleiben die Baggermengen im Hafenbereich seit Jahren auf Rekordniveau. In der Zeit von 2014 bis Mitte 2016 wurden insgesamt 10,1 Mio m³, in den Gesamtjahren 2016 und 2017 ebenfalls jeweils über 3,5 Mio m³ in der Nordsee deponiert.

In den Jahren 2015, 2016 und 2017 mussten im Hamburger Hafen jeweils um die 11 Mio. Kubikmeter gebaggert werden wobei rund zwei Drittel des Schlicks an der Hamburger Stadtgrenze in der Elbe vor Neßsand verklappt wurden. Vor der letzten Elbvertiefung waren es im Durchschnitt insgesamt lediglich zwei Mio. Kubikmeter pro Jahr. Die Hamburger Steuerzahler kostet die laufende Unterhaltungsbaggerung in der Tideelbe jährlich knapp 100 Mio. Euro, Tendenz steigend.

„Die bisherigen Untersuchungen und Prognosen der Bundesanstalt für Wasserbau haben sich als komplett falsch herausgestellt. HPA und die Wasser- und Schifffahrtsämter bekommen die wachsenden Baggermengen trotz der um das Dreifache erhöhten Verklappung in der Nordsee nicht in den Griff. Wir brauchen eine grundlegend andere Politik an der Tideelbe, die für mehr Flutraum und Rückdeichungen von Hamburg bis zur Nordsee sorgt“, so die Verbände BUND, NABU und WWF.

An die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Bundesanstalt für Wasserbau richten die Verbände die Forderung, ihr Systemverständnis für die Tideelbe kritisch zu überprüfen und neue Untersuchungen anzustellen. Dazu gehöre auch die schon lange geforderte Langzeit-Modellierung zur geplanten Elbvertiefung. Die Umweltverbände gehen davon aus, dass die vor zehn Jahren prognostizierte Steigerung der Unterhaltungsbaggerung um zehn 10 Prozent aufgrund einer erneuten Vertiefung deutlich höher ausfallen würde.

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erschienen am: 2018-02-09 im europaticker


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