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Stadt Wernigerode plante den „ganz großen Wurf“: Seilbahn auf den Winterberg hinauf
mit Beschneiungsanlage, Vernetzung des Skigebiets mit Braunlage
Protest gegen den Bau von Schierkes Seilbahn

Ist es Zufall oder Bestimmung, dass im Ortsnamen Schierke der Schi schon drinsteckt? Wenn es nach der Stadt Wernigerode (deren Ortsteil Schierke ist) und vieler ihrer Bürger geht, dann könnten Einheimische und Gäste in absehbarer Zukunft die Skipisten runtersausen. Die Stadt plante den „ganz großen Wurf“: Seilbahn auf den Winterberg hinauf mit Beschneiungsanlage, Vernetzung des Skigebiets mit Braunlage, Bau einer Fußgängerzone mit Promenadencharakter durch den Ort, Neubau einer Arena mit vielfältiger Winter- und Sommernutzung und einiges mehr. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei etwa 25 Millionen Euro. Geplant war dies schon für den Dezember 2017, geklappt hat es bisher nicht. Auch der Landtag hatte sich bereits mit den Plänen beschäftigt. 

Widerstand gegen die Planungen

Gegen die Planungen hat sich in den vergangenen Monaten neben viel Zuspruch auch einige Gegenwehr erhoben, vor allem aus Umweltschützer-Sicht. Über 5 400 Unterschriften wurden für die Petition „Keine Naturzerstörung – für den Erhalt eines natürlichen Schierke“ bereits gesammelt. Unterstützer übergaben die Petition am Donnerstag, 18. Januar 2018, an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und die Mitglieder des Petitionsausschusses des Landtags.

In der Petition wird der Erhalt der Moorwälder und FFH- sowie Vogelschutzgebietsflächen angemahnt. „Wir fordern Ihren Einsatz für einen verantwortungsvollen, vernünftigen, naturnahen, nachhaltigen Tourismus“, heißt es weiter. Zur Untermauerung wird angeführt, dass bereits 2015 durch das Umweltministerium des Landes festgestellt worden sei, dass der Bau der geplanten Seilbahn in diesem Bereich gegen das Umweltrecht verstoße.

Aufgrund der klimatischen Veränderungen sei ein solcher Bau mit Wintersportanlagen auch ökonomisch und ökologisch unsinnig, so die Initiatoren der Onlinepetition. Schierkes Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock hatte bei einem Vor-Ort-Termin des Umweltausschusses des Landtags im September 2016 aber betont: „Wir Schierker lieben unsere Natur und würden einen Teufel tun und sie zerstören.“

Weitere Beratungen im Ausschuss

„Politische Entscheidungen können nur nach genauer Abwägung der Sachlage getroffen werden“, erklärte Landtagspräsidentin Brakebusch. Ein detaillierter Argumenteaustausch könne nur im Ausschuss stattfinden, wo gegebenenfalls auch Fachleute eingeladen werden können. Freilich könnten im Rahmen einer Anhörung auch die Vertreter der Petition ihre Sichtweise darlegen. Der Petitionsausschuss wird sich nun mit dem Papier auseinandersetzen.

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