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Über 4.500 Vogelfreunde beteiligten sich an der „Stunde der Wintervögel“ in Thüringen
Spatz auf erstem Platz

An der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ haben sich über 4.500 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus Thüringen beteiligt. Der Haussperling konnte mit über 20.500 Meldungen seinen ersten Platz als häufigster Gast am Futterhaus verteidigen. Es folgen die Kohlmeise mit über 18.500 Sichtungen, gefolgt von Blaumeise (14.000), Feldsperling (13.000) und Amsel (9.000).

Der Haussperling hat zwar wieder den ersten Platz errungen und wurde am häufigsten gemeldet. „Allerdings ist der kleine Vogel insgesamt immer noch im Abwärtstrend“, sagt Klaus Lieder, der Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen. „Auf der Internetseite des NABU kann dieser Trend ganz gut nachverfolgt werden. Dort reichen die Aufzeichnungen der Vögel, die im Rahmen der Aktion beobachtet wurden, bis 2012 zurück.“ Den Rückgang des Haussperlings belegen auch verschiedene Studien, denen zufolge der Bestand des Haussperlings zum Beispiel von 1981 bis 2009 um 61 % abgenommen hat. 

Im Vergleich zum Vorjahr wurden viele Meisenarten wieder in gewohnter Anzahl gesichtet. „Die Winterbestände der Meisen sind von den Artgenossen aus dem kälteren Norden und Osten abhängig und können je nach Futterangebot und klimatischen Bedingungen schwanken. Ist genügend Nahrung vorhanden und sind die Temperaturen noch erträglich kann es sein, dass die Tiere weiter nördlich und  östlich verweilen“, erklärt Klaus Lieder.

Besonders häufig wurde die größte Finkenart, der Kernbeißer, in Thüringen gesichtet. „Einerseits wurden mehr Vögel durch Herbststürme von ihren ursprünglichen Zugrouten, die teilweise in das Mittelmeergebiet führen, verdriftet. Wesentlicher war jedoch das völlige Ausbleiben der Fruchtbildung bei der Rotbuche in Nordwestdeutschland, einer wichtigen Nahrung der Kernbeißer. Dadurch mussten ein Teil der mitteleuropäischen Brutvögel in andere Gebiete ausweichen und sind damit auch häufiger in Thüringen anzutreffen“, so Lieder.

Bundesweit konnte - entgegen dem insgesamt abnehmenden Trend der Wintervögel bei einigen Vogelarten, die Deutschland im Winter üblicherweise nur teilweise verlassen - ein deutlicher Trend zu vermehrten Überwinterungen in Deutschland festgestellt werden. Bestes Beispiel ist der Star, Vogel des Jahres 2018. Mit 0,81 Individuen pro Garten erzielte er in diesem Jahr mit Abstand sein bestes Ergebnis. Statt wie früher in jedem 25. Garten wird er inzwischen bereits in jedem 13. Garten auch bei der Winterzählung angetroffen.

Insgesamt haben sich an Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmach-Aktion über 136.000 Vogelfreunde beteiligt.

erschienen am: 2018-02-13 im europaticker


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