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Grasfrösche sind Ende Februar / Anfang März die ersten Amphibien, die an den Gewässern auftauchen

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Kröten kreuzen – Amphibienwanderung startet

Die eiskalten Nächte sind vorüber. Die wärmer werdenden Temperaturen locken jetzt zahlreiche Frösche und Kröten aus ihren Winterquartieren. Daher bittet die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Naturschutzbehörde alle Autofahrer, in den nächsten Wochen besonders aufmerksam zu sein. Im Schutz der Nacht begeben sich die frühlaichenden Arten, wie zum Beispiel die Erdkröte auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Molche, Salamander und weitere Froschlurcharten folgen ihnen bald. Auch der Grasfrosch, der in diesem Jahr Amphibie des Jahres ist, macht sich auf den Weg.

Oft kreuzen Straßen den Weg ihrer Wanderroute und der Autoverkehr wird ihnen zum Verhängnis. Etwa 15 Minuten benötigt die Erdkröte für das Passieren einer Straße. Kein Wunder, dass der Weg zu den Gewässern für die Tiere lebensbedrohlich ist. Autofahrer können zum Beispiel durch Drosseln der Geschwindigkeit zum Überleben der Tiere beitragen. Nicht nur durch „Plattfahren“ können die Tiere sterben. Selbst das Überfahren löst bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern die Stunde einen derartigen Luftdruck aus, dass dieser zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Wenn es möglich ist, trägt natürlich eine alternative Fahrstrecke am besten zum Überleben der Tiere bei.

Die SGD Nord unterstützt den Amphibienschutz in vielfältiger Weise. Neben der Förderung des ehrenamtlichen Amphibienschutzes werden beispielsweise durch Artenschutzprojekte die unterschiedlichsten Artenschutzmaßnahmen für heimische Amphibien durchgeführt. Aktuell laufen Planungen zu einem größeren Amphibienschutzprojekt im Westerwald im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA-2000. Zielarten sind dabei die stark gefährdeten Amphibien wie beispielsweise die Gelbbauchunke, der Kammmolch oder auch der Laubfrosch.

Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de

Allgemeines: Der zu den Braunfröschen gehörende Grasfrosch (Rana temporaria) galt früher als „Allerweltsart“. Bis ins 20. Jahrhundert hinein landete er bevorzugt in der Fastenzeit hin- und wieder auf heimischen Tellern. Er ist fast überall in Deutschland anzutreffen. Dennoch sind auch bei dieser häufig vorkommenden Amphibienart in den letzten Jahren sehr starke Bestandsrückgänge festzustellen. In bestimmten Regionen ist er bereits ganz verschwunden, sodass er in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten aufgeführt ist.

Größe: Grasfrösche haben eine Größe zwischen ca. 6 und 11 cm.

Alter: Die Tiere können bis zu 12 Jahre alt werden.

Besondere Merkmale: Der Grasfrosch zeichnet sich durch eine variable braune Farbgebung, oft mit dunklen Flecken aus. Die Tiere haben hinter den Augen, im Trommelfellbereich, eine auffällige, dunkle Zeichnung. Die runde Schnauze und der plumpe Körperbau unterscheiden ihn von anderen Braunfröschen.

Ernährung: Die Tiere ernähren sich von Insekten, Würmern, Nacktschnecken etc..

Jahresrhythmus: Grasfrösche sind Ende Februar / Anfang März die ersten Amphibien, die an den Gewässern auftauchen. Unmittelbar nach dem Ablaichen wandern die ersten Tiere in die entfernt liegenden Sommerlebensräume (Wälder, Weideflächen, Gebüsche) ab, in denen sie sich die meiste Zeit aufhalten. Ab Oktober suchen die Tiere in die Winterquartiere auf. Teilweise überwintern sie auch im Gewässer.

Fortpflanzung: Die Fortpflanzungszeit dauert nur wenige Tage, man spricht daher vom „Explosivlaicher“. Während des Ablaichens werden die Weibchen von den Männchen umklammert und die frisch abgesetzten Eier werden direkt befruchtet.

Laich: Der Laichballen besteht aus mehreren hundert, manchmal auch mehreren tausend Eiern, die oft als sogenannter Laichteppich ausgebildet sind.

Larven: Nach ca. 7 – 10 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern. Bei kühler Witterung kann dies etwas länger dauern. Die dann einsetzende Metamorphose erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten.

Gefährdungen: Der Rückgang ist vor allem auf die immer stärkeren Verkehrsaufkommen zurückzuführen. Hinzu kommt die ansteigende Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume, der Verlust von Laichgewässern und der Einsatz von Pestiziden in der Agrarlandschaft. Letztendlich wird auch das Insektensterben Konsequenzen für den Grasfrosch haben, denn Insekten sind seine Hauptnahrungsquelle.

erschienen am: 2018-03-06 im europaticker



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