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Gericht: Alunorte muss Produktion halbieren und Betrieb der Bauxitreste-Lagerstätte DRS2 stoppen

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Norwegische Aluminiumunternehmen Norsk Hydro in Brasilien unter Druck

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft im brasilianischen Bundesstaat Pará hat ein regionales Gericht am Mittwoch, 28. Februar, entschieden, dass das norwegische Aluminiumunternehmen Norsk Hydro ASA die Produktion in seiner Tonerderaffinerie Alunorte um 50 Prozent senken muss. Grund sind Sorgen, starke Regenfälle hätten zu Leckagen von Alunorte in den nahegelegenen Fluss geführt und das Wasser verunreinigt. Unterdessen hat Hydros Konzernchef Svein Richard Brandtzæg Chief Financial Officer (CFO) Eivind Kallevik mit sofortiger Wirkung zum kommissarischen Leiter des Geschäftsfeldes Bauxite & Alumina ernannt. Er reagiert damit auf die herausfordernde Situation bei der Aluminiumraffinerie Alunorte, die zurzeit mit 50 Prozent Kapazität arbeitet. Kallevik ersetzt damit Silvio Porto und bleibt zugleich CFO.

Das Gericht entschied außerdem, Alunorte müsse den Betrieb der Lagerstätte DRS2 für Bauxitrückstände einstellen und dürfe diesen erst erneut beginnen, wenn die Funktionssicherheit von DRS2 vollends nachgewiesen und eine erneute Betriebserlaubnis erteilt worden sei. Hydro prüft zurzeit die Auswirkungen der Gerichtsentscheidung – betrieblich wie finanziell sowie für ihre Kunden und die Mitarbeiter von Alunorte. Diese Tonerderaffinerie liegt in der Region von Barcarena im nördlichen Bundesstaat Pará.

Nachdem nationale, bundesstaatliche und lokale Behörden in Brasilien die Tonerderaffinerie Alunorte angewiesen haben, die Produktion um 50 Prozent zu reduzieren, hat Alumina do Norte do Brasil SA (Alunorte) am Freitag (02.03.2018) aufgrund der Produktionskürzung und der fehlenden Klarheit, welche Maßnahmen notwendig sind, um wieder den normalen Betrieb bei Alunorte aufnehmen zu können, Force Majeure erklärt.

Die Force Majeure Erklärung kommt nach einer Periode mit starken Regenfällen, die zu Überschwemmungen in Barcarena, dem Standort von Alunorte, geführt haben. Aufgrund der Besorgnis über mögliche Wasserverunreinigung durch Alunorte infolge der Überschwemmung haben die Behörden mehrere Maßnahmen gegen die Tonerderaffinerie ergriffen, einschließlich der Anordnung, die Produktion von Aluminiumoxid zurückzufahren und den Betrieb in der Lagerstätte DRS2 für Bauxitrückstände einzustellen.

Notfallpläne werden aktiviert und Alunorte tut das Äußerste, um mögliche negative Auswirkungen für die Kunden und Lieferanten abzumildern.

Hydro als größter Abnehmer von Aluminiumoxid von Alunorte ergreift und erwägt eine Reihe möglicher Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen für ihre Kunden zu minimieren.

Hydro ist das größte Aluminiumunternehmen in Südamerika, nachdem es 2011 die Aluminiumanlagen des brasilianischen Bergwerksunternehmens Vale im Bundesstaat Pará übernommen hat. Alunorte ist die weltweit größte Tonerderaffinerie und beschäftigt etwa 2.000 Mitarbeiter. Die Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 6,3 Millionen Tonnen ausgelegt. Hydro hält 92,1 Prozent der Anteile an Alunorte.

Bereits zuvor hatte das Brasilianische Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (IBAMA) eine Mitteilung herausgegeben, mit der Hydro angewiesen wurde, den Betrieb in der Lagerstätte für Bauxitrückstände, DRS2, in der Tonerderaffinerie Alunorte einzustellen. Die Mitteilung von IBAMA, einer Bundesbehörde, die dem brasilianischen Umweltministerium untersteht, und die Gerichtsentscheidung erfolgten, nachdem das Ministerium für Umwelt und Nachhaltigkeit des Bundesstaates Pará (SEMAS) am Dienstag Alunorte angewiesen hatte, die Produktion von kalziniertem Aluminiumoxid um 50 Prozent zu kürzen.

Nur Stunden bevor SEMAS die Anordnung erließ, hatte der brasilianische Umweltminister Jose Sarney Filho die IBAMA gedrängt, den Betrieb bei Alunorte auszusetzen.

Hydro arbeitet weiter mit allen regionalen und staatlichen Behörden zusammen und hat am 24. Februar eine schnell arbeitende Expertengruppe eingesetzt, die eine umfassende Überprüfung von Alunorte vornehmen wird. Diese Expertengruppe berichtet direkt an Konzernchef Svein Richard Brandtzæg. Brandtzæg engagiert zudem ein international anerkanntes Umweltberatungsunternehmen für eine unabhängige Überprüfung von Alunorte. Er kündigte auch Maßnahmen an, um den betroffenen Ortschaften in Barcarena zu helfen, und rief ein Projekt ins Leben, um die Robustheit der Wasseraufbereitung bei Alunorte zu prüfen, auch mit Blick auf eine etwaige Verstärkung. Diese Arbeit wird vom bisherigen Leiter Bauxite & Alumina, Silvio Porto, geleitet.

„Die herausfordernde Situation bei Alunorte erfordert besonderen Fokus und Organisation jenseits operativer Kompetenz und Fertigkeiten“, sagt Konzernchef Brandtzæg. „Ich bin dankbar, dass Kallevik bereit ist, diese große Verantwortung zu übernehmen, und dass Silvio Porto das wichtige Projekt leiten wird, das die ökologische Robustheit von Alunorte weiter stärken soll.“

Kallevik war zwei Jahre lang Finanzleiter im Geschäftsfeld Bauxite & Alumina in Brasilien, bevor er 2013 die Stelle als CFO übernahm. Zudem hat er das Geschäftsfeld 2016 übergangsweise geleitet.

Nach einer Periode mit extrem starken Regenfällen haben die nationalen, bundesstaatlichen und lokalen Behörden in Brasilien eine Reihe von Maßnahmen angeordnet, da die Sorge bestand, dass aufgrund des Regens Abwasser von Alunorte in den nahegelegenen Fluss Para gelangt sei und zu Verschmutzung geführt habe. Zu diesen Maßnahmen gehört eine 50%ige Produktionskürzung bei Alunorte und die Einstellung des Betriebs in der Lagerstätte DRS2 für Bauxitrückstände.

Die Ergebnisse und Handlungspläne der von einem international anerkannten Umweltberatungsunternehmen übernommenen Prüfung werden voraussichtlich in der ersten Aprilwoche vorgelegt. Diese Überprüfung erfolgt zusätzlich zur Arbeit der bereits eingesetzten Expertengruppe, die eine umfassende Untersuchung bei Alunorte vornimmt und direkt an Brandtzæg berichtet.

Hydro arbeitet mit lokalen Organisationen zusammen an humanitärer Hilfe, um betroffene Orte in Barcarena bei Gesundheit und Wasser zu unterstützen. Für die Nachbarorte Vila Nova, Burajuba und Bom Futuro hat Hydro eine verpflichtende Zusammenarbeit mit lokalen Partnern vereinbart und wird in eine ordentliche Wasserversorgung investieren. Hydro verpflichtet sich auch, mit den Gemeindeverwaltungen, den Bürgern und den Behörden zusammenzuarbeiten, um die Ursachen für die Wasserverschmutzung und andere Probleme mit dem Wasser in der Region Barcarena zu finden.

Hydro wird auch das Wasseraufbereitungssystem in Alunorte überprüfen und eine Verstärkung erwägen, um für mögliche künftige Klima- und Wetteränderungen gerüstet zu sein. Das Projekt wird von Silvio Porto geleitet und berichtet an Kallevik.

Hydro ist das größte Aluminiumunternehmen in Südamerika, nachdem es 2011 die Aluminiumanlagen des brasilianischen Bergwerksunternehmens Vale im Bundesstaat Pará übernommen hat. Alunorte ist die weltweit größte Tonerderaffinerie und beschäftigt etwa 2.000 Mitarbeiter. Die Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 6,3 Millionen Tonnen ausgelegt. Hydro hält 92,1 Prozent der Anteile an Alunorte.


Hydro ist das größte Aluminiumunternehmen in Südamerika, nachdem es 2011 die Aluminiumanlagen des brasilianischen Bergwerksunternehmens Vale im Bundesstaat Pará übernommen hat. Alunorte ist die weltweit größte Tonerderaffinerie, beschäftigt etwa 2.000 Mitarbeiter und ist auf eine Jahreskapazität von 6,3 Millionen Tonnen ausgelegt. Hydro hält 92,1 Prozent der Anteile an Alunorte.

erschienen am: 2018-03-10 im europaticker



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