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Saubere Luft für die Warndtgemeinden: Schadstoffe machen auch weiterhin an der
Grenze nicht halt

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Feinstaubmessungen bestätigen hohe Werte aus Frankreich

Der Verein „Saubere Luft für die Warndtgemeinden e.V.“ verwendet seit Herbst 2017 ein Feinstaubmessgerät „Made in Germany“, welches 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, stündlich Feinstaubwerte ermittelt. Beim Abgleich mit den Feinstaubwerten aus dem französischen Messnetz air-lorraine (Stationen Carling und Forbach ) wurde sowohl in der vergangenen Woche als auch während des französischen Feinstaubalarms Anfang Februar deutlich, dass sich ein Anstieg der Werte in Frankreich auch mit einem Anstieg am vereinseigenen Messgerät in Dorf im Warndt zeitgleich deckt.  Größter Unterschied: Die ermittelten Werte durch unser Vereins-Messsystem werden nicht nachträglich vom Verein gelöscht oder wie es offiziell immer heißt, validiert. So konnten wir an diesen Tagen einzelne Spitzenwerte von bis zu 160 µg/m³ und deutliche Überschreitungen des Tagesmittelwertes (50 µg/m³)  mit Werten von 60 – 80 µg/m³ feststellen.

Der Warndt ist ein ausgedehntes, rund 5000 Hektar großes Waldgebiet und umfasst Teile des deutschen Saarlandes und der französischen Region Grand Est (Lothringen bis 2016) westlich von Saarbrücken. Die Landschaft des Warndt besteht geologisch aus Buntsandstein, der von Eisenerzbändern durchzogen wird und auf Steinkohle lagert. Sie ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das Gebiet wird von der Saar und zwei ihrer linksseitigen Zuflüsse begrenzt, der Bist im Norden und der Rossel im Süden. Durchflossen wird es vom Lauterbach, der in Geislautern in die Rossel mündet. Der Name Warndt wurde in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. im Jahre 999 erstmals schriftlich erwähnt.

Die Schadstoffe machen auch weiterhin an der Grenze nicht halt und weder die vom Umweltministerium betriebene zeitnahe Feinstaub-Messstation in Völklingen, wegen ihrer zu großen Entfernung, noch die Feinstaubmessstationen in Lauterbach und Dorf im Warndt, deren Mittelwerte erst nach Monaten mitgeteilt werden, sind in diesen Fällen hilfreich.

Das „Validieren“ konnten wir in letzter Zeit leider auch wiederholt an einer Benzol-Messstation in Frankreich feststellen. Nach Wochen dieser täglichen Vorgehensweise wurde nun die Messstation vom Netz genommen. Problem gelöst, keine auffälligen Werte gleich saubere Luft. Auf dem Papier.

Adriano Pitillo, erster Vorsitzender: „Die von unserem Verein seit Jahren erkannte und öffentlich gemachte Taktik des „Sauberrechnens“ von Feinstaub-, aber auch von vielen anderen Schadstoffwerten wird an französischen Messstationen rund um die Chemieplattform Carling munter weiter praktiziert. Trotz erheblicher Produktionserweiterungen und Neubauten werden immer mehr Messstationen abgebaut oder ganz vom Netz genommen. Neue Schadstoffe, die aufgrund der modernen neuen Chemieanlagen entstehen, werden überhaupt nicht erfasst. Anhand unseres Feinstaubsensors, der auf kalibrierten Geräten in Deutschland hergestellt wurde und seit Herbst vergangenen Jahres ohne auch nur einen Ausfall funktioniert, können wir nachweisen, dass die nachträglich gelöschten Werte auf französischer Seite keinesfalls nur einer Validierung zum Opfer fielen, sondern genau das sind, was wir seit Jahr und Tag so nennen: Löschungen von hohen bis extrem hohen Werten, die den Tages- oder Jahresmittelwert natürlich deutlich nach unten korrigieren.   Ebenso auffällig ist, wie oft es zu Messausfällen auf französischer Seite kommt. Praktisch, wenn das Gesetz für diese Fälle bis zu 10 % Ausfallzeiten pro Jahr zulässt, gerade zu Hochzeiten scheint dies ein probates Mittel zu sein.

Dazu kommt, dass die Informationen über weitere Produktionslinien in Carling im Rahmen des Projekts Chemesis 2020 weiter spärlich fließen, laut SZ wird in jedem Fall eine neue Buttersäure- und Propandiolfabrik sowie  eine Polystyrol-Recycling-Linie in Carling angesiedelt werden. Bereits jetzt gilt der Standort Carling mit seinem jährlichen Produktionsvolumen mit 260.000 Tonnen als europäisch größter Styrolproduktionsort. Unerwähnt sollte an dieser Stelle nicht bleiben, dass auch die zeitnahe Stytolmessstation dieses äußerst geruchsintensiven Schadstoffes ebenfalls nicht mehr einsehbar ist für den Bürger. Uns ist keine grenzüberschreitende Initiative bekannt, die dieses Projekt bzw. weitere anstehende Projekte in irgendeiner Form kritisch begleitet oder auch nur von saarländischer Seite her kommentiert wird. Und das für eine Chemieplattform auf französischer Seite, die dem Saarland weder Arbeitsplätze, noch Steuergelder bringt, sondern lediglich drei Dinge: Gestank, Schadstoffe und Gesundheitsbelastungen.“ Weitere Informationen zu den Untersuchungen und zum Verein unter www.bi-saubereluft.de

erschienen am: 2018-03-12 im europaticker



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