europaticker:
Umfrage von Bund Naturschutz und BLV zeigt: Auch Mehrheit der Bayern wollen einen weiteren Nationalpark
Mehrheit der Bayern sagt Ja zum 3. Nationalpark

Eine bayernweite Umfrage im Auftrag von LBV (Landesbund für Vogelschutz) und BUND Naturschutz in Bayern (BN) zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Freistaat sich den Schutz von Wildnis und Natur wünscht. 64 Prozent der Befragten sprechen sich dabei für einen dritten Nationalpark in Bayern aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage welche die beiden Naturschutzverbände heute in München vorgestellt haben. Dabei stimmten sogar über zwei Drittel der CSU-Wähler (67 %) für das Schutzgebiet. Die Naturschützer rufen deshalb die Staatsregierung mit Nachdruck auf, dem Wunsch der Bürger und Wähler Rechnung zu tragen und das Prüfverfahren zur Ausweisung eines dritten Nationalparks konsequent fortzusetzen.

Im Sommer 2016 kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer die Standortsuche für einen dritten Nationalpark an. Der lange und aufwendige Dialogprozess, der in potentiellen Nationalpark-Gebieten zum Ziel führen sollte, kam jedoch durch den Widerstand Einzelner sowie die Verbreitung falscher Informationen nahezu zum Erliegen. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von LBV und BN zeigen nun jedoch, dass der Wunsch der bayerischen Bevölkerung nach einem weiteren Nationalpark ungebrochen bleibt. Daher muss die neue Staatsregierung unter dem zukünftigen Ministerpräsidenten Söder nun endlich den bestehenden Kabinettsbeschluss umsetzen und die Realisierung eines dritten Nationalparks ernsthaft vorantreiben.

„Großflächig nutzungsfreie Waldschutzgebiete insbesondere in Nationalparken wären ein wunderbares Geschenk an künftige Generationen zum 100-jährigen Jubiläum des Freistaats Bayern.“, so Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. „Darüber hinaus brauchen wir diese Wildnisgebiete als Lernorte und Gegenpol in einer sonst fast flächendeckend genutzten Landschaft. Das bestätigt auch die große Unterstützung, die Nationalparke in der Bevölkerung erfahren.“

"Wir freuen uns, dass es glasklare Mehrheiten für einen weiteren Nationalpark in Bayern gibt. Bayern hat neben dem Steigerwald das landschaftliche Potential für mehrere Nationalparke: zu Recht sind die Rhön und die Donau- und Isarauen im Nationalparksuchprozess. Diesen muss auch ein neuer Ministerpräsidenten Markus Söder engagiert fortführen. Auch der Spessart sowie das Ammergebirge sind grundsätzlich für einen Nationalpark geeignet. Auch hier müssen Waldschutzgebiete weiter fachlich geprüft werden “, betont der BN-Vorsitzende Hubert Weiger.

"Die Umfragemehrheiten selbst bei CSU-geneigten Befragten trotz der mit groben Unwahrheiten gespickten Angstkampagnen regionaler CSU-Landtagsabgeordneter sind ein klares Signal an die neue Staatsregierung, den von Umweltministerin Ulrike Scharf engagiert geführten Dialog in allen Regionen fortzusetzen. Die Haltung der Landtagskandidaten zu einem dritten Nationalpark wird für den BUND Naturschutz ein zentraler umweltpolitischer Prüfstein im Wahlkampf werden“, so BN-Landesbeauftragter Richard Mergner.

Kein Wortbruch der Staatsregierung - Bayern braucht einen dritten Nationalpark!

Der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn hat die Staatsregierung aufgefordert, die Pläne zur Einrichtung eines dritten Nationalparks unbedingt weiterzuverfolgen und einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. "Die Aussage von Söder, die Schaffung eines Nationalparks nicht weiter zu verfolgen ist absolut inakzeptabel!", erklärt von Brunn. "Es kann nicht sein, dass der zukünftige Ministerpräsident wegen des Geschreis einiger CSU-Abgeordneter wirtschaftliche Einzelinteressen über den Naturschutz stellt und damit ein Versprechen der bisherigen Staatsregierung bricht."

Das Thema finde zudem große Unterstützung in der Bevölkerung, unterstreicht von Brunn. Das zeige eine aktuelle die Umfrage des Bund Naturschutz und des BLV. Demnach sprechen sich 64 Prozent der Befragten für einen Nationalpark aus.

Der SPD-Politiker unterstreicht, dass für alle geeigneten Gebiete in Bayern eine Machbarkeitsstudie erstellt werden soll. Dabei sollen neben Donauauen und der Rhön ebenso der Spessart und der Steigerwald Berücksichtigung finden.

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion zur Meldung „Emnid-Umfrage: Mehrheit in Bayern für dritten Nationalpark“: „Ich sehe keine Gebietskulisse, die für einen weiteren Nationalpark mit 10.000 Hektar Größe geeignet wäre – und wo die Bevölkerung vor Ort begeistert darüber ist. Die 15 Millionen Euro, die ein Nationalpark jährlich kostet, sollten lieber in viele dezentrale Naturschutzprojekte in ganz Bayern investiert werden.“

Hintergrundinformation zu der Emnid-Umfrage:
Das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid befragte zwischen dem 9.2. und 1.3.2018 1.000 Menschen aus ganz Bayern. Die Befragung wurde bevölkerungsproportional durchgeführt. Die Verteilung der Telefoninterviews orientierte sich an der Einwohnerverteilung auf die einzelnen Landkreise und Städte.

erschienen am: 2018-03-12 im europaticker


Wichtiger Hinweis:
Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken