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Die Sturmflut vom Januar 2017 in M-V hatte ein Wiederkehrintervall von ca. 10 Jahren
1 Jahr nach der Sturmflut – ca. 12 Mio. € investiert

„Vor einem Jahr erlebte das Land Mecklenburg-Vorpommern die stärkste Sturmflut seit 2006. Und zwar eine Sturmflut, die deutlich höher ausfiel als ursprünglich vorhergesagt“, verdeutlichte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt im Rückblick. Im Durchschnitt wurden Pegelstände von 1,50 bis 1,80 Meter über normal gemessen. Am stärksten betroffen war die Insel Usedom. Zwischen Koserow und Zempin, an der schmalsten Stelle Usedoms, gab es massive Steilufer-Abbrüche.

„Es war Handlung geboten. Deshalb hat die Landesregierung noch im Januar 2017 ein 20-Millionen-Euro-Programm zur Beseitigung der Sturmflutschäden auf den Weg gebracht“, sagte Backhaus. Daraufhin stellten 14 Gemeinden, darunter Bad Doberan, Zempin, Glowe, Putbus und die Insel Poel, an das Wirtschaftsministerium Anträge auf Förderung von Investitionen zum Wiederaufbau zur und Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Bisher wurden Zuschüsse in Höhe von ca. 8,2 Mio. € bei einer Gesamtinvestitionssumme von ca. 9,5 Mio. € gewährt bzw. in Aussicht gestellt.

Außerdem beantragten 39 weitere Gemeinden, darunter z.B. Wismar, Börgerende, Binz, Zempin oder Ueckeritz beim Innenministerium Sonderbedarfszuweisungen für Maßnahmen zur Schadensbeseitigung an gemeindlicher Infrastruktur. Dafür wurden ca. 1,13 Mio. € bewilligt.

7 Wasser und Bodenverbände beantragten beim Innenministerium die Förderung von Schadensbeseitigungsmaßnahmen an Hochwasserschutzanlagen; ca. 200.000 € wurden dafür bewilligt.

Darüber hinaus wurden Sofortmaßnahmen zur Beseitigung akuter Schwachstellen in den Landesküstenschutzdünen in Graal-Müritz und Wustrow durch die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg und Vorpommern in Höhe von ca. 150.000 € bewilligt.

Und schließlich wurden Mittel für Sandaufspülungen auf Rügen zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit von Landesschutzdünen im Küstenabschnitt Lobbe / Gager und vor Glowe mit einem Investitionsvolumen von bisher ca. 4 Mio. € bewilligt. Die Fertigstellung beider Maßnahmen wird bis Ende des Winters 2018 erfolgen. Die Gesamtinvestitionssumme beider Maßnahmen wird ca. 7 Mio. € betragen.
„Ich freue mich, dass das Hilfsprogramm so gut angenommen worden ist. Durch diese Maßnahmen ist das Küstenschutzsystem wieder voll leistungsfähig und für erneute Sturmfluten gut gewappnet“, sagte der Minister. Die Anlagen sind an der gesamten Außenküste so ausgebaut, dass es auch bei Eintritt einer extremen Sturmflut mit einem Wiederkehrintervall von bis zu 200 Jahren zu keinen Überflutungen in den geschützten Ortschaften kommt.

Zur Einordnung: Die Sturmflut vom Januar 2017 hatte ein Wiederkehrintervall von ca. 10 Jahren.
Aktuell ist die Wetterlage durch viele atlantische Tiefdruckgebiete gekennzeichnet, die Deutschland viel Wind bringen. Dennoch ist die Zugbahn der Tiefdruckgebiete so, dass an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns Wind und Sturm aus westlichen bis südlichen Richtungen wehen. „Es beruhigt mich, dass bei diesen Windrichtungen keine Sturmfluten an der südlichen Ostseeküste entstehen können. Schließlich ist dafür Sturm aus nördlichen bis östlichen Richtungen die Voraussetzung. Aktuell ist daher mit keiner Wiederholung der Sturmflut vom Januar des letzten Jahres zu rechnen. Dennoch müssen wir ständig auf derartige Ereignisse vorbereitet sein, da sich Wetterlagen plötzlich ändern können“, betonte Dr. Backhaus.

erschienen am: 2018-01-05 im europaticker

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