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Mildes und feuchtes Wetter treibt Frösche und Kröten aus ihren Winterquartieren

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Krötenwanderung: Erhöhte Aufmerksamkeit bitte

Bei klirrenden Frösten war noch vor einer guten Woche an einen Frühlingsanfang nicht zu denken. Ausgelöst durch das atlantische Tiefdrucksystem „Yuilya“ treibt der abrupte Temperatursprung nunmehr Frösche und Kröten aus ihren Winterquartieren. Aktuelle Regenfälle verstärken diesen Effekt. Autofahrer werden um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten, insbesondere in gewässerreichen Regionen.

Im zurückliegenden Winter machten den wechselwarmen Amphibien extreme Temperaturschwankungen schwer zu schaffen. So genannte „Kahlfröste“ mit Temperaturen unter -10°C und ohne schützende Schneedecke drangen tief in den Boden ein und erreichten hier die Winterquartiere der Amphibien. Verluste unter den in Starre verharrenden, wechselwarmen Lurchen waren deshalb unvermeidlich.

Gegenwärtig bewirkt ein deutlicher Temperaturanstieg das plötzliche Ende der Winterruhe. Die eigentlichen Gefahren jedoch stehen den Tieren nach dem Verlassen ihrer Verstecke noch bevor. Auf ihren oft tage- und nächtelangen Wanderungen in Richtung Laichgewässer haben nicht nur Kröten, sondern auch Frösche, Molche und Unken zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Einen besonders hohen Tribut hierbei fordert der Straßenverkehr. Die Zerschneidung der Lebensräume durch Verkehrsadern und der Straßenverkehr sind bedeutende Gefährdungsfaktoren für Amphibien.

Einen Beitrag zur Minderung der Gefahren leisten Krötenzäune, die seit einigen Tagen von der Naturwacht Brandenburg und zahlreichen ehrenamtlich engagierten Naturfreunden aufgebaut werden und an den Wanderkorridoren der Amphibien die Straßen säumen. Die Zäune und Fangeimer werden täglich mindestens einmal kontrolliert, die schutzbedürftigen Tiere abgesammelt und über die Straße getragen.

Vor allem in regnerischen Nächten und in der Dämmerung, bei Temperaturen über 6°C werden Amphibien aktiv. Autofahrer sind daher gebeten, an solchen tagen besonders aufmerksam zu sein. Dies gilt insbesondere in gewässerreichen Regionen wie dem Havelland, der Uckermark oder dem Spreewald. Amphibien auf der Straße sind im Scheinwerferlicht oft erst anhand ihrer Sprünge zu erkennen. Die Drosselung der Fahrgeschwindigkeit auf maximal 30 km/h ist in jedem Fall zu empfehlen. Bei höheren Geschwindigkeiten werden die Tiere schon durch die Druckwelle an den Fahrzeugboden geschleudert und getötet. Insbesondere auf den mit entsprechenden Warnschildern oder mit Krötenzäunen ausgestatteten Straßenabschnitten wird den Autofahrern erhöhte Rücksichtnahme ans Herz gelegt.

Die Naturschutzstation Rhinluch des Landesamts für Umwelt unterhält eine Datenbank über Amphibienwechsel und entsprechende Schutzanlagen an Brandenburger Straßen. Auf dieser Grundlage und in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und den Naturschutzverbänden wird versucht, die Gefährdungspunkte zu entschärfen und Lebensräume zu vernetzen.

Informationen über Amphibienaktivitäten an Straßen nimmt die Naturschutzstation Rhinluch gern entgegen:

erschienen am: 2018-03-13 im europaticker



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