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Mit Kontrollen Sicherheit erhöhen
Neuer Sachbearbeiter für Gefahrgutüberwachung beim Kreis Gross-Gerau

„Am Abend des 23.11.2011 befuhr ein Gefahrguttransporter auf seinem Weg durch das Kreisgebiet auch die Bundesstraße 44. Während dieser Fahrt verlor er einen Teil seiner flüssigen Gefahrgutladung, welche zur Entsorgung in der nahe liegenden Hessischen Industriemüll-Verbrennungsanlage vorgesehen war.“ So begann eine Pressemeldung der Freiwilligen Feuerwehr Dornheim vor mehr als sechs Jahren. Das, was auf keine Fall passieren sollte, war an diesem Herbstabend eingetreten: Ein Gefahrgut transportierender Lkw bedeutete ein Risiko für Menschen.

Damit das, was in Dornheim geschah, sich möglichst nicht wiederholt, gibt es Kontrollen. Im Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) des Kreises ist seit Oktober 2017 eine Stelle wiederbesetzt, die einige Monate verwaist war: die der Gefahrgutüberwachung. Andreas Reitz, der zudem für Krisenmanagement und Katastrophenschutz zuständig ist, hat zuvor in der Stadtverwaltung Kelsterbach im Brand- und Katastrophenschutzamt gearbeitet. Sein Studium beendete er als Bachelor in Public Administration. In Lehrgängen, unter anderem bei der IHK,  bildete er sich zum Gefahrgutbeauftragten fort. Da ging es um Stoffe, Kennzeichnungen, Regelungen und Ausnahmen, etwa beim Transport von Kleinmengen.

Zu Reitz` Aufgaben zählt auch die externe Notfallplanung für Störfallbetriebe. Dabei geht es zum Beispiel um die Meldewege zum GAZ, um die Einstufung des Schadensereignisses sowie um Warnung und Information der Bevölkerung.

Bei den gut zehn Lkw-Kontrollen pro Jahr im Kreisgebiet, die immer zusammen mit der Polizei absolviert werden, haben die Kontrolleure zum Beispiel die Ladungssicherung im Blick und die Frage, ob alle Richtlinien für den Transport von Gefahrgut eingehalten werden. Außerdem gelten Fahrwegsbestimmungen: „Prinzipiell haben Gefahrgut-Lkw die Autobahnen zu benutzen“, sagt Andreas Reitz.  Sie müssen den schnellsten und sichersten Weg nehmen und dürfen nicht über Landstraßen abkürzen, etwa um Maut zu sparen.

„Wir haben im Kreisgebiet viele Gefahrstoff- und Störfallbetriebe“, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Andreas Möstl, im Süden wie im Nordkreis: „Da ist die Trefferwahrscheinlichkeit bei Kontrollen nicht gering.“ Wenn ein Gefahrguttransporter negativ auffällt, kann es auch zu anlassbezogenen Betriebskontrollen kommen. Für diese ist dann allerdings nicht mehr der Kreis zuständig, sondern die Standortkommune. „Unsere Zuständigkeit reicht vom Zaun eines Betriebs bis zur Kreisgrenze“, erläutert Andreas Reitz. Wie der Kreis in seinem Areal sind auch Kommunen zu Kontrollen verpflichtet, sagt Andreas Möstl. Dazu bedienen sie sich auch der Hilfe von Firmen, zum Beispiel TÜV oder Dekra. Oder sie teilen sich eine Stelle, wie zum Beispiel Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf und Bischofsheim.

Wenn Andreas Reitz, der zu Beginn seiner Tätigkeit in einem Nachbarkreis hospitiert hat, voll ins Geschäft eingestiegen ist, sollen es ruhig 15 bis 20 Gefahrgutkontrolltermine pro Jahr statt der früher üblichen zehn werden. Er kann sich auch gemeinsame Überwachungen an Kreisgrenzen vorstellen und „eventuell auch mal Einsätze mit Stadtpolizisten“, sagt er.
Bei den Straßenkontrollen mit der Polizei, die jeweils rund einen halben Tag dauern, werden Stichproben gemacht: Hat der Fahrer alle Papiere dabei, stimmt die Kennzeichnung an Kisten und Fässern, ist die Ladung richtig gesichert, sind die erlaubten Fahrzeiten eingehalten? Gerade in der Anfangsphase, wenn der Kreis die Gefahrgutüberwachung wieder aufnimmt, wollen Andreas Reitz und Andreas Möstl immer zu zweit unterwegs sein. „Die Überwachung soll ja möglichst flott gehen“, sagen die Beiden. Denn „es geht darum, die Sicherheit zu erhöhen. Nicht darum, die Lkw-Fahrer durch möglichst lange Kontrollen zu ärgern.“

Andreas Reitz ist seit Oktober 2017 Sachbearbeiter für Gefahrgutüberwachung im Kreis Groß-Gerau. Weitere Aufgaben des Dreißigjährigen sind Krisenmanagement, Einsatzplanung und Katastrophenschutz.                    Foto: Kreisverwaltung

erschienen am: 2018-01-07 im europaticker

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