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Landratsamt Donau-Ries: Veterinäramt kontrolliert weiterhin regelmäßig
Anwesen in Oettinger Stadtteil

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ANIMALS UNITED: Tote Katzen und Kühe, Kot und Müll überall

Mit dem Bekanntwerden der Probleme in dem Betrieb in einem Oettinger Stadtteil ist das Veterinäramt des Landratsamtes Donau-Ries bereits im Laufe des letzten Jahres tätig geworden und hat die jeweils notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Tierhaltung getroffen. Anfang Dezember konfrontierte die Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED die Stadt Oettingen und das zuständige Veterinäramt in Donau-Ries mit umfassendem Beweismaterial über katastrophale Zustände in einem Bauernhof und forderte ein sofortiges und nachhaltiges Eingreifen der Behörden. Von grober Vernachlässigung, mangelnder und falscher Verpflegung, grausamen Todesfällen und erschreckenden Hygienemängeln war die Rede, die mit Video- und Bildmaterial bezeugt wurden.

Die 1. Bürgermeisterin Petra Wagner zeigte sich „erschüttert“ und kontaktierte das Veterinäramt, das den Hof noch am selben Tag inspizierte. Während sich immer mehr Stimmen in Oettingen erheben und die Zustände bezeugen, sieht das Veterinäramt keinen Grund zum Eingreifen. Der Tierhalter hat in der Vergangenheit alle Anordnungen zur Verbesserung seiner Tierhaltung umgesetzt. Dies konnte im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Kontrollen durch das Veterinäramt festgestellt werden. Die jüngste Kontrolle erfolgte am 28.12.2017, heißt es jetzt in einer Presseaussendung.

Die Amtstierärzte sind sich ihrer Aufgabe und Verantwortung selbstverständlich bewusst. Sie können sich aber nur im Rahmen der einschlägigen Rechtsnormen bewegen und haben, sobald die Mindestanforderungen erfüllt sind, keine besonderen Handlungsmöglichkeiten mehr. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Situation zur eigenen persönlichen Zufriedenheit entwickelt hat oder ob lediglich „tragbare“ Zustände geschaffen wurden, die ein behördliches Einschreiten nicht mehr erlauben. In die Beurteilung der Tierhaltung dürfen allerdings auch nicht Zustände im Anwesen einfließen, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Tierhaltung stehen.

Oberstes Ziel ist es, eine tierschutzgerechte Tierhaltung zu schaffen und dauerhaft zu erhalten. Dies umzusetzen ist mit den vom Gesetzgeber zur Verfügung gestellten Werkzeugen oftmals nicht einfach. Ideale Zustände können mit den Mitteln der tierschutzrechtlichen Bestimmungen leider nicht durchgesetzt werden. Von Seiten des Veterinäramtes des Landratsamtes Donau-Ries wird es auch künftig engmaschige Kontrollen und Nachkontrollen geben und es werden alle zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Statement – Viktor Gebhart, Geschäftsführer von ANIMALS UNITED e.V.: „Die Zustände auf dem Oettinger Hof haben Menschen deutschlandweit schockiert, vor allem in Oettingen selbst. Immer mehr Menschen melden sich zu Wort, die froh sind, dass endlich jemand das Leid der Tiere öffentlich anprangert, nachdem jahrelang nur zu- und weggesehen wurde. Auch und gerade von Behördenseite. Die Stadt will nichts gewusst haben, zeigt sich aber zum Glück schockiert und will handeln. Das Veterinäramt ist seit Jahren in Kenntnis gesetzt und versucht nun, die bis dato geduldeten Zustände kleinzureden und so den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Wieder soll den Tieren nicht nachhaltig geholfen werden. Das Zögern der Behörden hat auch in den letzten Monaten Tieren Leid verursacht und teils sogar Leben gekostet. Für uns ein Skandal“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED.

Horror-Hof von Oettingen: Tote Katzen und Kühe, Kot und Müll überall -
Tierrechtler melden „Bauer von nebenan“ bei Behörden und fordern Stadt zum Handeln auf!

Grobe Vernachlässigung, mangelnde und falsche Verpflegung, grausame Todesfälle und erschreckende Hygienemängel – so lauten die Vorwürfe der bundesweiten Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED , die diese Situation auf einem Bauernhof in Oettingen ausgemacht haben will. Der Zustand des ganzen Hofs sei desolat und die Tier”haltung” der Rinder und Katzen äußerst tierschutzwidrig, wie der Verein mit ihm zugespieltem Foto- und Videomaterial ausführlich belegen will. Die Behörden seien über die vergangenen Jahre bereits mehrfach informiert worden, ohne nennenswerten Effekt. Die Tierrechtler_innen wenden sich daher heute in einem Schreiben an die Bürgermeisterin und den Stadtrat. Sie fordern ein sofortiges und nachhaltiges Eingreifen der Behörden und bieten an, die Tiere in gute Hände zu vermitteln.

Schilderung der Zustände:
Die hygienischen Zustände des Hofs und des Stalls sind katastrophal, überall befinden sich große Mengen an Fäkalien und sperrmüllartige Gegenstände, an denen sich die Tiere verletzten können. Der Kot türmt sich teilweise bereits an den Wänden auf. Die Kühe können sich kaum bewegen, sind teils angekettet und voller Kot, so zeigen es die Aufnahmen der Tierrechtsorganisation. Sie muhten auffällig viel, oft und laut, das berichten auch die Anwohner, die den Aktivist_innen von toten Tieren erzählten, die sie immer wieder gesehen hätten. Die Tiere hätten kaum bis kein Wasser, das dargebotene Futter gäre und gammle mitunter. Auch die frei umherlaufenden Katzen befänden sich alle in einem schlechten Zustand – von Fliegenlarven übersät, stark abgemagert, dehydriert und verwahrlost. Mehrere mussten bereits von ihrem Leid erlöst werden. Tote Katzen liegen frei zugänglich herum, berichtet der Verein ANIMALS UNITED, der eine unabhängige tierärztliche Beurteilung eingeholt und das Veterinäramt sowie die Bürgermeisterin und den Stadtrat heute über die Missstände informiert hat. Die Tierrechtler_innen erwägen, Strafanzeige gegen den “Tierhalter” zu erstatten, sofern dieser sich nicht einsichtig zeigt und die Tiere abgibt. Bereits mehrfach sei der Hof den verantwortlichen Behörden gemeldet worden, dessen Zustände beim Veterinäramt Donau-Ries seit Jahren bekannt seien. Dennoch seien sie unverändert, die Tiere leiden weiterhin.

Statement – Viktor Gebhart, Geschäftsführer von ANIMALS UNITED e.V.:
„Nicht nur in der Massentierhaltung leiden Tiere, auch der ‘Bauer von nebenan’ ist Täter, denn schlichte Vernachlässigung ist fahrlässige Tierquälerei. Zustände wie die auf dem Oettinger Hof sind auf kleinen, ländlichen Höfen leider keine Seltenheit und werden von der Nachbarschaft und von den Behörden nicht selten geduldet und ignoriert. Der ‘Tierhalter’ in Oettingen ist sichtlich überfordert und anscheinend nicht in der Lage, die Tiere korrekt unterzubringen und zu versorgen. Der Winter wird kalt und die schlechtversorgten Rinder und Katzen sind akut gefährdet. Die Tiere müssen dringend beschlagnahmt werden, es wurde lange genug zugesehen. Wir bieten uns gerne an, Plätze für sie auf einem Lebenshof zu finden. Sie haben nach dem Horror ein schönes Restleben verdient“, so Viktor Gebhart von ANIMALS UNITED.

Gesetzliches:
Rinder benötigen pro Tag 40-130 Liter sauberes Trinkwasser, das allen jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss. Verdorbenes Futter darf nicht angeboten werden. Die hygienische Bedingungen sowie der Pflegezustand der Tiere sind fortwährend aufrechtzuerhalten. Das Stehen im eigenen Kot ist im Hinblick auf die Klauengesundheit als äußerst kritisch zu beurteilen, denn es begünstigt die Entstehung von Hautschäden, Aufweichungen und Infektionen der distalen Gliedmaßen. Kranke Tiere müssen unverzüglich durch den Tierhalter selbst bei einem Tierarzt vorgestellt werden (TierSchG § 2 Nr. 1). Tote Katzen gehören laut Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 zu Material der Kategorie 1 und müssen laut TierNebG §3 nach Meldung des Besitzers durch den zuständigen Verarbeitungsbetrieb beseitigt werden, alternativ sind eine Bestattung auf einem Tierfriedhof oder – nach Genehmigung – ein Vergraben der Tiere auf dem eigenen Grundstück möglich. Bis zur Abholung/Ablieferung zur Verbrennung bzw. bis zum Vergraben des Tiers sind Heimtiere geschützt vor Witterungseinflüssen so aufzubewahren, dass Menschen nicht unbefugt und Tiere nicht mit ihnen in Berührung kommen können. Tote Katzen dürfen somit nicht frei zugänglich herumliegen (TierNebG §10).

erschienen am: 2018-01-07 im europaticker



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