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Die wichtige Rolle der öffentlichen Statistik in einer Welt von Fakten, Fiktion und allem dazwischen
Vertrauen in Daten im Zeitalter von Fake News

Fakten liefern die Grundlage für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Doch was passiert, wenn nicht mehr Fakten, sondern gezielt gestreute Unwahrheiten - also Fake News - den Diskurs dominieren? Und was kann man dagegen tun, oder noch besser, wie kann man dem Ganzen vorbeugen? Mögliche Antworten darauf gibt es an der Konferenz «Truth in numbers - Die Rolle von Daten in einer Welt von Fakten, Fiktion und allem dazwischen», die die Bedeutung der öffentlichen Statistik für die Demokratie hervorhebt. Organisiert wird sie vom Bundesamt für Statistik (BFS), der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der internationalen Statistikpartnerschaft PARIS21.

Diverse Akteure aus Politik, Wirtschaft, Medien, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen kommen an der Konferenz zusammen. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, welchen Einfluss Fake News und Filterblasen auf die öffentliche Statistik haben und wie man die missbräuchliche Nutzung von Daten besser handhaben kann. Diese Fragestellung wird von Professor Vincent F. Hendricks, Leiter des Center for Information and Bubble Studies der Universität Kopenhagen lanciert. BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich, BBC-Statistikexperte Robert Cuffe, Südafrikas Ex-Chefstatistiker Pali Lehohla und Professor Hendricks diskutieren, wie mit der Problematik umgegangen werden kann. Weiter wird thematisiert, welche Rolle Daten bei der Implementierung der UNO Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung spielen und wie statistische Daten diese vorantreiben können.

Postfaktisch vs. faktenbasiert

Eine Demokratie befindet sich in einem postfaktischen Zustand, wenn politisch opportune, aber faktisch irreführende Behauptungen anstatt Fakten als Grundlage für die politische Debatte, Meinungsbildung und Gesetzgebung dienen. Mit Macht dringen populistische Aussagen, alternative Tatsachen und Fake News in die öffentliche Debatte ein. Desinformation hat sich so ausgeweitet, dass alle davon betroffen sind - Politikerinnen und Politiker, Medienschaffende, Bürgerinnen und Bürger. Im Zeitalter der Information ist Aufmerksamkeit gleichzusetzen mit Geld, Macht und Einfluss, auch wenn das auf Kosten von Tatsachen geschieht.

Früher bestimmten die Regierungen, welche Statistiken benötigt werden und Teil der öffentlichen Statistik sind. Heute ist das anders. In unserer postfaktischen Zeit überschwemmt eine Flut an inoffiziellen Daten von Kooperationen, Privatunternehmen und NGO den Informationsmarkt. Diese Daten sind jedoch häufig ungeprüft und von nicht nachweisbarer Qualität. Öffentliche Statistiken werden zunehmend hinterfragt. Die nationalen Statistikämter, die für die Regierungen Daten erheben, anonymisieren und zur Verfügung stellen, müssen proaktiver auftreten und mit der breiten Öffentlichkeit kommunizieren. Darüber hinaus sind eine weltweite Sensibilisierungskampagne zur Steigerung der Datenkompetenz sowie neue Bestimmungen für den Informationsmarkt in Betracht zu ziehen.

Was hat das mit der Schweiz zu tun?

Das Schweizer Statistiksystem basiert auf den Grundregeln der öffentlichen Statistik und liefert allen relevanten Akteuren frei zugänglich die notwendigen Informationen für den demokratischen Diskurs. Das BFS liefert seit über 150 Jahren verlässliche Informationen für die Bundesverwaltung, die Medien, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft. Dies geschieht nach den Regeln der öffentlichen Statistik (UN Fundamental Principles of Official Statistics, European Statistics Code of Practice und Schweizer Charta der öffentlichen Statistik). Die Schweiz ist aktiv ins Europäische und globale Statistiksystem integriert und liefert vergleichbare Statistiken.

Die Datenwelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert, Big Data und weitere neue Datenquellen sind verfügbar. Darüber hinaus schreitet die Digitalisierung der Gesellschaft mit grossen Schritten voran und sorgt für eine Flut an verfügbaren Daten. Das BFS steht heute vermehrt in Konkurrenz mit privaten Datenproduzenten. Die öffentliche Statistikproduktion hat aber den Vorteil, dass die Vertraulichkeit, die Vergleichbarkeit, die Unabhängigkeit und die Repräsentation sichergestellt werden können.

Die Verwendung der Daten, Statistiken und Informationen hängt auch davon ab, wie die Nutzer diese lesen, verstehen und verarbeiten. Das BFS stellt sich verstärkt diesem Dialog und will verstehen, welche Fragestellungen existieren. Es soll die erste Anlaufstelle für Statistiken sein und Antworten auf Fragen liefern. Das BFS ist bereit, einen aktiven Dialog zu führen.

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.

Die wichtige Rolle der öffentlichen Statistik in einer Welt von Fakten, Fiktion und allem dazwischen
(PDF, 4 Seiten, 105 kB)

erschienen am: 2018-04-05 im europaticker


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