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Plenum: AfD beantragt erneut Auskofferung und Stilllegung der Bohrschlammdeponie Brüchau
Krebsgeschehn rund um Bohrschlammdeponie Brüchau ist unauffällig

Rund um die Bohrschlammdeponie im altmärkischen Brüchau gibt es keine Hinweise auf vermehrte Krebserkrankungen in der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine statistische Analyse des Gemeinsamen Krebsregisters (GKR) in Berlin, die das Krebsgeschehen in den Ortschaften Brüchau, Kakerbeck, Jemmeritz (Stadt Kalbe/Milde) und Neuendorf (Stadt Klötze) auswertete. Dafür wurde auf Daten der Jahre 2005 bis 2014 zurückgegriffen, erklärt das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt.

Bei der Betriebsstätte Brüchau der Fa . ENGIE E&P Deutschland GmbH (ENGIE) handelt es sich um eine bergbauliche Abfallentsorgungs anlage entsprechend § 22a der Allgemeinen Bundesbergverordnung. Auf der 14. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung am 7. Dezember 2017 wurde durch Vertreter der Fa. ENGIE der Zeitplan zur Umsetzung der Maßnahmen des Sonderbetriebspl anes (SBP) mit dem Titel „Aktualisierte Gefährdungsabschätzung auf der Basis ergänzender Untersuchungen der OTD Brüchau sowie Ableitung und Bewertung von Schließungsvarianten“ vorgestellt und hieran anschließend Fragen der Abgeordneten beantwortet. Im Nachgang zu dieser Sitzung wurde durch Minister Prof. Dr. Willingmann mit Schreiben vom 10. Januar 2018 u. a. die Frage des Abgeordneten Uwe Harms zur rechtlichen Einordnung der Betriebsstätte als sogenannte „Deponie Brüchau“ ausführlich beantwortet. Das Schreiben vom 10. Januar 2018..

Mit Landtagsbeschluss vom 4. Mai 2017 wurde die Landesregierung beauftragt, Berichten über vermehrte Krebserkrankungen bei der in der Nähe der Bohrschlammdeponie lebenden Bevölkerung nachzugehen. Bis dato lag eine Auswertung der Krebsdaten auf Landkreisebene bereits vor. Der nun gefasste Beschluss erforderte eine tiefergehende Betrachtung des Geschehens auf Gemeindeebene. Dies war nur im Zusammenwirken von LAV, GKR, dem Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel und den Einwohnermeldeämtern der Gemeinden Kalbe und Klötze realisierbar.

Plenum: AfD beantragt erneut Auskofferung und Stilllegung der Bohrschlammdeponie Brüchau

Im kommenden Mai-Plenum wird die AfD-Fraktion ihren Antrag zur Auskofferung und Stilllegung der Bohrschlammdeponie Brüchau erneut stellen und deutlich erweitern. Aktuelle Entwicklungen zeigen, wie sehr die Betreiberfirma und das zuständige Landesamt für Geologie und Bergwesen, das direkt dem Wirtschaftsminister Armin Willingmann unterstellt ist, die Sache auf die lange Bank schieben. Die Untersuchung der Inhaltsstoffe in der Giftgrube soll noch bis 2020/21 andauern – eine Dauer, die vermutlich direkte weitere negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner haben wird. Gerade erst wurde bekannt, dass ein an Krebs erkrankter Brüchauer seinen Hausbrunnen durch das Gesundheitsamt beproben ließ. Die Analyse zeigt erhöhte Werte von Strontium, Lithium und Barium, das für Bohrschlämme verwendet wird. Der Landtag erwartet die Ergebnisse zur Überprüfung der Häufigkeit von Krebserkrankungen in der Region in der kommenden Woche.

  Die umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Lydia Funke, sagte dazu: „Die Landesregierung hätte schon längst private Brunnen in der Region durch Beprobungen auf ihre Gesundheitsgefahren untersuchen können und müssen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Als AfD-Landtagsfraktion haben wir bereits mehrfach im Plenum beantragt, die Bohrschlammdeponie Brüchau auszukoffern und abschließend stillzulegen. Die Altparteien haben dies immer wieder abgelehnt. Insbesondere die SPD, die sich kürzlich mit der Bürgerinitiative getroffen hat, ist bislang vor allem durch Untätigkeit aufgefallen.“  

Der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Robert Farle, ergänzte: „Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass sich die Verantwortlichen aus ihrer eigenen Verantwortung stehlen wollen. Wir setzen uns seit langem für ein verpflichtendes Gesundheitsmonitoring in der Region ein. Das aktuelle Krebsregister ist hierzu nicht geeignet, weil viele Ärzte dem Register Krebsfälle aufgrund des bürokratischen Aufwandes gar nicht melden und dazu auch nicht verpflichtet sind. Deshalb werden wir nicht nur die sofortige Auskofferung und Stilllegung der Deponie erneut beantragen, wir erwarten auch einen umfassenden Bericht der Landesregierung, welche konkreten Maßnahmen sie zum Gesundheitsmonitoring getroffen hat und welche Ergebnisse dazu bis heute vorliegen.“

Krebsregisterdaten derzeit beste verfügbare Datenbasis

Die Krebsregisterdaten gelten als derzeit beste verfügbare Datenbasis und beruhen auf einer ärztlichen Meldepflicht. Die Analyse berücksichtigt in erster Linie Krebsneuerkrankungen lebender Krebspatienten aber auch die Daten gestorbener Krebspatienten. Mit einem standardisierten Verfahren werden die beobachteten zu den statistisch erwarteten Fallzahlen im Untersuchungsgebiet ins Verhältnis gesetzt. Im nächsten Schritt wird geprüft, ob vorhandene Abweichungen in einem statistisch definierten Toleranzbereich liegen.  Erst bei dessen Überschreitung sind die Abweichungen der beobachteten Fälle vom Erwartungswert nicht mehr zufällig und bedürfen weiterer Untersuchungen.

Bei der Analyse mit Bezug zu den Referenzregionen Sachsen-Anhalt bzw. Altmarkkreis Salzwedel „gibt weder die Anzahl der registrierten Fälle noch das Lokalisationsspektrum Hinweise auf eine erhöhte Krebserkrankungsrate der Bevölkerung“, heißt es im Ergebnisbericht, den das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration erstellte. Dieser wird nun über das federführende Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung an den Landtag geleitet.

Im Radio: Gefährlichster See Deutschlands - Deponie Brüchau

Deutschlandfunk am 08.03.2018 - Download hier >>>

07.03.2018
Im TV: Auszug aus MDR Exakt-Die Story am 07.03.2018 zur Giftgrube Brüchau (Zusammenschnitt 9:35 Minuten)

07.03.2018
Im TV: ZDF-Drehscheibe am 07.03.2018 zur Giftgrube Brüchau

03.03.2018
Im TV: 03.03.2018 MDR LSA HEUTE | Die Giftgrube von Brüchau

 

erschienen am: 2018-05-13 im europaticker


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