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Dutzende Kilometer Küste und große Wasserflächen an der Schlei sind mit Resten von Plastikverpackungen verunreinigt
Der BUND fordert eine lückenlose Aufklärung und einen engagierten Kampf gegen Plastikmüll
Umweltskandal an der Schlei: Schluss mit Plastik

Nachdem Behörden und Betreiber auch auf Hinweise von Anwohner*innen lange Zeit nichts gefunden haben wollten und keine Konsequenzen zogen, haben Anfang März Anfragen des BUND an den NDR endlich dazu geführt, dass die unsägliche Verschmutzung der Schlei mit Millionen Plastikfetzen Thema wurde. 

Betroffen sind inzwischen wohl die gesamte Schlei von Schleswig bis fast zur Mündung: Hunderte Kilometer Küstenlinie sind mit Plastikresten zwischen wenigen Milimetern bis hin zu drei Zentimetern verseucht. Besonders die naturnahen Schilfgürtel sind betroffen. 

Ursprung der Plastikkatastrophe ist die Kläranlage der Stadtwerke Schleswig, welche am Brautseegraben ihr Abwasser in die Schlei leitet. In der Kläranlage wird über einen Fäulturm Strom und Wärme gewonnen, unter anderem auch mit dem Einsatz von Lebensmittelresten aus dem Einzelhandel und der Gastronomie. Diese Lebensmittelreste, welche von der Firma ReFood an die Stadtwerke geliefert worden sind, enthielten auch Reste von Plastikverpackungen, die aus bisher ungeklärter Ursache die Filter der Kläranlage passieren konnten.

Erst nachdem der NDR auf einen Hinweis durch den BUND bei den Stadtwerken anfragte, gingen diese mit dem Plastikskandal an die Öffentlichkeit, obwohl den Behörden der Stadt Schleswig dieser Fall mindestens seit März 2016 bekannt sein hätte können, spätestens jedoch seit dem Januar diesen Jahres bekannt war.

Der BUND fordert jetzt eine lückenlose Aufklärung dieser Vorfälle – auch um Lehren für ähnliche Anlagen im Land zu ziehen und eine Wiederholung zu vermeiden. Die Aufräumarbeiten müssen aus Sicht des BUND äußerst sensibel vorgehen und unbedingt Rücksicht auf den Vogelschutz in den artenreichen Schilfgürteln der Schlei nehmen. Im Zweifelsfall müssen die Aufräumarbeiten am Ufer erst nach der Brutsaison im Herbst durchgeführt werden.

Die Plastikkatastrophe an der Schlei muss auch ein Weckruf für eine von Plastik abhängige Gesellschaft sein: Der meist unnötige Einsatz von Einweg-Plastikverpackungen gerade im Einzelhandel muss mit allen Mitteln zeitnah und nachhaltig reduziert werden.

Dennys Bornhöft: Ungereimtheiten bei Plastikeinträgen in die Schlei schnell aufklären

Zu den neu aufgetauchten Widersprüchen über die Plastikeinträge in die Schlei erklärt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dennys Bornhöft: „Mit zunehmender Verärgerung schauen wir auf die immer neu auftauchen-den Ungereimtheiten im Fall der Plastikeinträge in die Schlei.

Bereits  im Umweltausschuss hatte ich die Berechnungsgrundlage für die vom Geschäftsführer der Stadtwerke Schleswig, Wolfgang Schoof, behaupteten 488kg hinterfragt. Die aktuelle Berichterstattung bestätigt meine Zweifel. Die jüngsten Berichte werfen aber auch immer neue Fragen auf. Man muss sich doch sehr wundern, wie es sein kann, dass die Prüfberichte über die Plastikanteile in den gelieferten Lebensmittelresten für die Stadtwerke Schleswig  im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) scheinbar bloß abgeheftet wurden, anstatt sie sinnvollerweise zu prüfen.

Ich hoffe, dass die von Minister Robert Habeck im April angekündigte Überprüfung der Kontrollstrukturen solche Fehler ausschließt und eine umfassende, transparente Aufklärung der Verantwortlichkeiten in Zukunft ermöglicht.“

Hat ReFood den Stadtwerken bewsusst einen anderen Anteil auf dem Lieferschein mitgeteilt?
Deutlich mehr Plastik in der Schlei als vermutet!

erschienen am: 2018-05-16 im europaticker


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