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Forscher und Firmen in der EU sollen technologische Entwicklung mitbestimmen
Neue Innovationsstrategie

Die Kommission hat Dienstag (15.05.2018) eine erneuerte europäische Agenda für Forschung und Innovation vorgelegt. Die Regierungen der EU-Staaten, Forscher, Unternehmer und Bürger sollen künftig EU-weite Forschungs- und Innovationsaufgaben definieren, schlägt die Kommission vor. Die erneuerte Agenda ist ein Beitrag zur informellen Diskussion der Staats- und Regierungschefs in Sofia am 17. Mai.

Jyrki Katainen, für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständiger Vizepräsident der Kommission, erklärte: „Europa verfügt über eine Forschung von Weltrang und eine starke industrielle Basis. Wir müssen uns jedoch noch mehr – viel mehr – anstrengen, damit diese exzellenten Grundlagen Erfolge bringen. Neue Megatrends wie die künstliche Intelligenz und die Kreislaufwirtschaft werden tief greifende Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft bewirken. Wir müssen schnell handeln, um an der Spitze der neuen Innovationswelle stehen und den Standard für den globalen Wettbewerb setzen zu können.“

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, fügte hinzu: „Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs muss Europa dringend in den Bereichen Forschung und Innovation handeln. Die vorgeschlagenen 100 Mrd. Euro für das nächste EU-Forschungs- und Innovationsprogramm der EU würden für einen starken Impuls sorgen. Europa muss jedoch auch die Förderung bahnbrechender Innovationen durch die Einrichtung eines neuen Europäischen Innovationsrats reformieren und durch ein auftragsorientiertes Konzept für Forschung und Innovation mit den Bürgerinnen und Bürgern wieder in Verbindung treten. Wir müssen unsere Rechtsvorschriften zukunftssicher machen und verstärkt für private Investitionen, insbesondere im Bereich Risikokapital, sorgen.“

Es ist an der Zeit, unsere ehrgeizigen Ziele auf die nächste Stufe zu heben. Wir müssen jetzt handeln, um dazu beizutragen, dass Europa zu dem globalen, hochdynamischen Innovationszentrum wird, das es sein kann. Die Kommission begrüßt die Entscheidung des Präsidenten des Europäischen Rates, eine Debatte zwischen den Staats- und Regierungschefs über Forschung und Innovation zu planen, und fordert sie auf, die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen zu erörtern und strategisch auszurichten, u. a. durch Folgendes:

Hintergrund

Obwohl in Europa nur 7 Prozent der Weltbevölkerung leben, werden hier 20 Prozent der weltweiten FuE-Investitionen getätigt und ein Drittel aller wissenschaftlichen Artikel von hoher Qualität veröffentlicht. Ferner verfügt Europa über eine weltweit führende Position in Wirtschaftszweigen wie der Pharmabranche, der chemischen Industrie, dem Maschinenbau und der Modebranche.

Europa ist relativ gut darin, den Wert bestehender Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu erhalten oder zu steigern, was als „inkrementelle Innovation“ bezeichnet wird. Zu beobachten ist dies in so vielfältigen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Arzneimittelbranche, der Elektronikbranche und den Sektoren erneuerbare Energien, biobasierte Industrien und fortschrittliche Fertigung. Fortschritte wurden auch bei der Förderung von Innovationen durch Schlüsseltechnologien wie Robotik, Fotonik und Biotechnologie erzielt. Diese Technologien können in vielen Branchen eingesetzt und angewandt werden und sind für die Bewältigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen von entscheidender Bedeutung.

In vielen Bereichen ist Europa allerdings auch im Rückstand. Die EU-Unternehmen investieren weniger in Innovation als ihre Konkurrenten (1,3 Prozent des BIP gegenüber 1,6 Prozent in China, 2 Prozent in den USA, 2,6 Prozent in Japan und 3,3 Prozent in Südkorea). Der Risikokapitalmarkt ist in Europa nach wie vor unterentwickelt. Risikokapitalgeber investierten 2016 in der EU rund 6,5 Mrd. Euro (gegenüber 39,4 Mrd. Euro in den Vereinigten Staaten) und die Risikokapitalfonds in Europa sind zu klein (im Durchschnitt belaufen sie sich auf 56 Mio. Euro, gegenüber 156 Mio. Euro in den USA). Zudem fehlt es 40 Prozent der Arbeitskräfte in Europa an den notwendigen digitalen Kompetenzen.

erschienen am: 2018-05-15 im europaticker


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