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Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung
erhalten und nachhaltig nutzen
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert entschlosseneren Kampf gegen Plastikmüll

Als Querschnittsthema der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird es in allen BMZ-Projekten übergreifend berücksichtigt. Beispiel: Biologische Vielfalt in der Karibik erhalten. Entwicklungsminister Gerd Müller: "Wir müssen den Kampf gegen den Plastikmüll viel entschlossener angehen. 2050 wird mehr Plastik in unseren Meeren schwimmen als Fische. Das zerstört die Lebensgrundlage von 800 Millionen Menschen, die von der Fischerei leben.

Heute schon haben neunzig Prozent der Seevögel Plastik im Magen. Selbst an der tiefsten Stelle der Welt haben Forscher Plastiktüten gefunden. Auf den Ozeanen treiben Müllteppiche, die so gewaltig sind, dass sie Namen haben: Der größte von ihnen, der Große Pazifische Müllstrudel, ist viereinhalb mal so groß wie Deutschland.

Zwei Drittel unseres Kunststoffmülls sind Verpackungen. Viele von ihnen sind vermeidbar. In den letzten 20 Jahren hat sich das Verpackungsaufkommen sogar verdoppelt. Diesen Trend müssen wir umkehren. Die in Plastik eingeschweißte Bio-Gurke muss der Vergangenheit angehören. In vielen Bereichen gibt es längst sinnvolle Alternativen.

Mikroplastik wie in Kosmetikprodukten sollte unmittelbar verboten werden. Das lässt sich sofort umsetzen, ohne dass wir dafür auf Wesentliches verzichten müssten."

Das Entwicklungsministerium veranstaltet am Weltumwelttag das 4. Zukunftsforum "Globalisierung gerecht gestalten" unter dem Titel "Das Kapital der Natur! Unser Wohlstand – unsere Verantwortung", unter anderem mit Prof. Klaus Töpfer, Prof. Michael Otto und dem Geschäftsführer des WWF-Deutschland, Eberhard Brandes, bei dem der Umgang mit Plastik eines der Themen sein wird.

Müller dazu: "Im Kampf gegen die Plastikflut müssen wir auch eine weltweit funktionierende Kreislaufwirtschaft aufbauen, um vorhandenes und nicht vermeidbares Plastik zu recyceln. Dazu brauchen wir eine globale Anstrengung, denn sowohl in den europäischen Staaten als auch in Schwellenländern muss das Sammeln und Recyceln deutlich verbessert werden. Insgesamt muss die Staatengemeinschaft viel schneller vorankommen, unsere Meere zu schützen, Plastikmüll zu reduzieren und weniger Rohstoffe zu verbrauchen."

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Die Natur der Karibik ist einzigartig. Doch durch ihre Lage am Rande des stürmischen Atlantiks ist die Inselwelt von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Nicht nur Straßen und Häuser werden häufig durch Überflutungen und Unwetter zerstört, auch landwirtschaftliche Flächen werden durch extreme Regenfälle und die dadurch verursachte Bodenerosion geschädigt. Seit 1980 ist zudem ein Drittel der Korallenriffe vor den Inseln verschwunden, und damit ein wichtiger natürlicher Schutz vor Brandung und Sturmfluten.

Das länderübergreifende Programm "Karibische Wasser- und Landlösungen" hat das Ziel, die Natur ganzheitlich zu schützen. Die Regierungen von acht karibischen Ländern arbeiten gemeinsam mit Vertretern der einheimischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft und mit deutscher Unterstützung an diesem ehrgeizigen Vorhaben.

Ein Schwerpunkt des Programms ist die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Diese werden gemeinsam mit Anwohnern und Behörden geplant. Auf dem Inselstaat Saint Lucia wurde Mitte 2014 ein Pilotprogramm zum Schutz der Lederschildkröten gestartet, die an der Atlantikküste ihre Eier ablegen. Im Rahmen des Projektes wurden auch neue Perspektiven für die Menschen vor Ort geschaffen. Einwohner, die zuvor von der Wilderei lebten, profitieren nun als ausgebildete Wildhüter vom Schutz der Schildkröten. Die Wilderei ging drastisch zurück; durch die Schutzgebiete entsteht zudem Ökotourismus.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

erschienen am: 2018-06-08 im europaticker


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