europaticker:
Die Bundesregierung weitet die Absicherungsmöglichkeiten für deutsche Exporte aus
Mehr Hermes für Afrika

Die Bundesregierung verbessert die Rahmenbedingungen für mehr Privatinvestitionen in Afrika: Die Garantien für Afrika-Exporte deutscher Unternehmen (sogenannte Hermesdeckungen) werden ausgeweitet. Das kündigt der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, Donnerstag (07.06.2018) bei der Veranstaltung „Im Dialog mit der Wirtschaft – Exportkredit- und Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland“ an. Im Fokus der verbesserten Exportkreditgarantien stehen Exporte nach Afrika und kleinvolumige Geschäfte weltweit.

Der Selbstbehalt für Unternehmen wird von 10 Prozent auf den Normalsatz von 5 Prozent für viele afrikanische Staaten gesenkt. Das sind Senegal und die Elfenbeinküste sowie auch Ghana, Äthiopien und Ruanda. Die G20-Arbeitsgruppe zum "Compact with Africa" hat zuvor substanzielle Reformfortschritte in den afrikanischen Ländern bestätigt.

Staatssekretär Bareiß: „Heute setzen wir ein Zeichen für Afrika: Wir erweitern unsere Garantien für Afrika-Exporte. Damit bieten wir neue Bausteine für den Erfolg unserer Unternehmen und für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung in Afrika. Zudem haben wir unsere Instrumente zur Unterstützung gerade mittelständischer Exportunternehmen weiterentwickelt. Die neuen digitalen und standardisierten Lösungen unterstützen vor allem Mittelständler.“

Entwicklungsminister Gerd Müller begrüßt die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums: "Jedes Jahr kommen 20 Millionen junge Menschen neu auf den afrikanischen Arbeitsmarkt. Sie brauchen Ausbildung und Jobs für neue Perspektiven auf ihrem Heimatkontinent. Das schaffen wir nur gemeinsam mit der Wirtschaft. Exportkreditgarantien helfen vor allem kleinen und mittleren deutschen Unternehmen, in den für sie risikoreicheren afrikanischen Märkten Fuß zu fassen. Sie schützen die Unternehmen vor Zahlungsausfällen aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Auf die heute erfolgte Absenkung des Selbstbehalts haben wir intensiv hingearbeitet. Sie wird es Unternehmen leichter machen, in Afrika zu investieren. Das ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung unseres Marshallplans mit Afrika. Ich hoffe, dass viele Unternehmen die Neuerung nutzen und in Afrika aktiv werden."

Konkret sind folgende Neuerungen beschlossen worden:

1. Absenkung des Selbstbehalts bei bestimmten Afrika-Geschäften
Deutsche Exporte in fast alle Länder Afrikas können mit staatlichen Exportkreditgarantien abgesichert werden. Für manche Länder sind die Deckungsmöglichkeiten bei Geschäften mit öffentlichen Bestellern eingeschränkt; insbesondere muss der Exporteur oder die finanzierende Bank 10 Prozent (statt regulär 5 Prozent) Selbstbehalt bei eventuellen Schadensfällen übernehmen. Ab sofort wird der Selbstbehalt in denjenigen Ländern abgesenkt, die im Rahmen der G20-Initiative „Compact with Africa“ die Rahmenbedingungen für private Investitionen verbessert haben. Das betrifft die Côte d’Ivoire und Senegal sowie – mit gewissen Einschränkungen – Äthiopien, Ghana und Ruanda. Geplant ist, diese Verbesserung schrittweise auch auf andere afrikanische Länder auszuweiten, soweit es die jeweiligen Reformfortschritte zulassen.

2. Verbesserte Garantien für „small tickets“
Die Finanzierung von kleinvolumigen Exportgeschäften („small tickets“) durch Banken ist aufgrund regulatorischer Anforderungen oft verhältnismäßig aufwändig. Der Bund kann durch ein passgenaues Angebot an Exportkreditgarantien die Finanzierungskosten insgesamt senken. Hierfür wurde in enger Abstimmung mit Export- und Bankenwirtschaft ein Bündel von Maßnahmen identifiziert, mit denen das bestehende Instrumentarium verbessert werden kann. Als wesentlicher erster Schritt wird zum 1. Juli 2018 das Kernstück der Hermesdeckungen, die sog. Lieferantenkreditdeckung, in einer vereinfachten, standardisierten und digitalen Version zur Verfügung gestellt werden. Geschäfte mit Auftragswerten bis zu 5 Millionen Euro und Kreditlaufzeiten bis zu 5 Jahren können in Zukunft voll digital beantragt werden. Exporteure können dabei sofort sehen, ob ein Geschäft grundsätzlich deckungsfähig ist, und welche Prämie anfällt. Die Bearbeitungszeiten werden radikal reduziert. Die Antragsgebühr wird in einer Testphase (1 Jahr) komplett entfallen. Weitere Verbesserungen befinden sich in Planung oder sind bereits umgesetzt worden, zum Beispiel die Einrichtung eines digitalen Portals für Exportkreditgarantien des Bundes und die Vereinfachung von Exportfinanzierungen mittels Akkreditiven.

Weiterführende Informationen zu den Produktneuerungen und zur heutigen Dialogveranstaltung finden Sie unter www.agaportal.de beziehungsweise in der Einladung  (PDF, 200KB) und im Programm (PDF, 53KB) zur Veranstaltung.

erschienen am: 2018-06-09 im europaticker


Wichtiger Hinweis:
Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken