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Biotoppflege mit Moorraupe im Wawerner Bruch

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SGD Nord: Wertvolle Feuchtwiesen erhalten

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat als Obere Naturschutzbehörde Biotoppflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Wawerner Bruch (Landkreis Trier-Saarburg) zum Ende des Jahres 2017 erfolgreich abgeschlossen. Bei den Arbeiten, die in der vegetationsfreien Zeit durchgeführt wurden, kam eine sogenannte Moorraupe zum Einsatz. Mit dieser speziellen Maschine können Flächen, die in Bereichen mit hohem Grundwasserstand liegen, effizient bearbeitet werden.

„Rund 10 Hektar brachgefallene Nass- und Feuchtwiesen wurden im Zuge dieser Arbeiten gemäht, was auf dem morastigen Boden mit einem herkömmlichen Traktor technisch nicht möglich gewesen wäre. Ziel der Maßnahme sind Schaffung und Erhalt von Grünlandmosaiken, die durch ihre Vielfalt sowohl botanisch als auch faunistisch bedeutsam sind. Insbesondere heimische Vogelarten wie der Wiesenpieper oder das Braun- und Schwarzkehlchen profitieren von dieser Form der Biotoppflege, “ so Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord.

Der Wawerner Bruch wurde bis vor einigen Jahren mit Rindern und Pferden beweidet, was heute aus Gründen des Trinkwasserschutzes nicht mehr möglich ist. Um die Flächen offen zu halten und dem Verbrachen der gesetzlich geschützten Nass- und Feuchtwiesen entgegenzuwirken, wird das Gebiet im Auftrag der SGD Nord maschinell gepflegt. 2011 wurde erstmals eine Moorraupe eingesetzt, um besonders nasse Bereiche mähen zu können. 2014 kam diese erneut zum Einsatz. Damals konnten insgesamt sechs Hektar bearbeitet werden. In den Jahren 2015 und 2016 wurden die Randbereiche, die gelegentlich so trocken fallen, dass sie mit einem Schlepper gemäht werden können, bearbeitet.

Durch die Mahd mit der Moorraupe sollen vor allem die Lebensräume für Wiesenbrüter im Gebiet erhalten und verbessert werden.  Zurzeit lassen sich mehrere Brutpaare des Schwarzkehlchens nachweisen. Braunkehlchen, Wiesenpieper und auch die Bekassine finden sich gelegentlich zur Zugzeit ein. Die Biotoppflegemaßnahme kommt diesen Vogelarten zugute, weil sie auf offene und gut überschaubare Grünlandflächen angewiesen sind. Einzelne große Schilffelder wurden für Teich- und Sumpfrohsänger stehen gelassen. Mit seinem Insektenreichtum ist der Warwerner Bruch auch ein wichtiges Nahrungsbiotop für Schwalben und Fledermäuse. Da durch intensive Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden zunehmend wertvolle und störungsfreie Grünlandflächen wegfallen, ist es umso wichtiger, die verbliebenen Lebensräume für diese Tierarten durch Pflegemaßnahmen zu sichern.

Der Wawerner Bruch ist Teil des Naturparks Saar-Hunsrück. Das über 40 Hektar große Feuchtgebiet entstand nach dem Ende der Eiszeit durch Verlandung einer alten Flussschlinge der Saar. In der geschützten und wärmebegünstigten Tallage entwickelte sich ein vielfältiger Lebensraum. Landschaftsprägend sind unterschiedliche Vegetationsstrukturen wie Feucht- und Nasswiesen, Großseggenriede, Schilfröhrichte und Bruchgebüsche. Im Jahr 1990 hat die Obere Naturschutzbehörde den Wawerner Bruch als Naturschutzgebiet zur Erhaltung der Lebensräume seltener, bestandsgefährdeter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere Vögel und Amphibien, sowie aus naturgeschichtlichen und landeskundlichen Gründen, ausgewiesen. Seit 2005 zählt es auch zum Natura 2000 – Gebiet „Nitteler Fels und Nitteler Wald“. Ein Wanderpfad führt durch das Gebiet und ermöglicht es, Natur und Landschaft im Wawerner Bruch zu erleben.

Als Obere Naturschutzbehörde ist die SGD Nord für die Organisation und Bereitstellung von finanziellen Mitteln für Biotopflegemaßnahmen verantwortlich. Im Jahr 2017 wurden im Kreis Trier-Saarburg 54 Maßnahmen mit einer Gesamtsumme von rund 123.000 Euro im Rahmen der Biotopbetreuung durchgeführt. Im Bereich der SGD Nord wurden für die Biotopbetreuung im Jahr 2017 über 1 Million Euro ausgezahlt.

Weitere Infos finden Sie unter www.sgdnord.rlp.de      
Bild: Moorraupe im Wawerner Bruch

erschienen am: 2018-01-10 im europaticker



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