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Greenpeace fordert: Gemeinsame Agrarpolitik festlegen
Polnische Biolandwirtschaft im Rückschritt

Die Oberste Rechnungskontrollbehörde teilte mit, dass der biologische Landbau in Polen rückläufig ist und Unterstützung benötigt, wenn wir das große Potenzial, das polnische Biokost auf dem europäischen Markt bietet, nutzen wollen. Die Annahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die letzte Woche von der Europäischen Kommission vorgestellt wurden, beschränken unter anderem die Förderung der biologischen Landwirtschaft. Diese Annahmen müssen repariert werden, damit die GAP gut für die Menschen und die Umwelt ist, glaubt Greenpeace und stellt ihre Forderungen vor.

Nach den Informationen des Obersten Rechnungshofes befindet sich der polnische ökologische Landbau in der Krise, obwohl er zu einem Aushängeschild der polnischen Nahrungsmittelproduktion werden könnte. Obwohl die Anzahl der Erzeuger an der Grenze von etwa 23.000 gestoppt wurde, ist die Anbaufläche von 670.000 geschrumpft. ha im Jahr 2013 auf ca. 500.000 ha momentan. Polen konsumieren auch Bio-Produkte in einem sehr geringen Umfang (im Durchschnitt geben wir 7 Euro pro Jahr für sie aus, verglichen mit 44 Euro, die von einem durchschnittlichen Europäer ausgegeben werden) [1].

Die Informationen der NIK fielen mit der Präsentation der Annahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 durch die Europäische Kommission zusammen. Das von der Kommission vorgelegte GAP-Projekt gibt den Regierungen der Mitgliedstaaten weitgehende Vorrechte bei der Festlegung nationaler Pläne für die landwirtschaftliche Entwicklung. Leider enthält es keine Regeln, die die Grundlage für die Gestaltung dieser Pläne bilden, so dass sie die Gesundheit der Bürger und die Umwelt nicht gefährden.

Die am Freitag vorgestellten Pläne der Kommission markieren auch drastische Kürzungen bei der Finanzierung des ökologischen Landbaus und bei Aktivitäten zum Umweltschutz. Dies ist auf zwei Vorschläge zurückzuführen. Erstens hat die Kommission vorgeschlagen, die Mittel für die Entwicklung des ländlichen Raums um ein Viertel zu kürzen, und zweitens möchte sie ein gesondertes Budget für Direktzahlungen für Landwirte, die ökologisch vorteilhafte Praktiken nutzen, schließen [2]. Dies bedeutet, dass sich die Situation polnischer kleiner Familienbetriebe, die Lebensmittel auf nachhaltige Weise erzeugen, weiter verschlechtern wird - glaubt Greenpeace.

Der ökologische Landbau ist eine große Chance für polnische Landwirte und Lebensmittelverarbeiter, für neue Arbeitsplätze und für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der polnischen Landschaft. Aber der Mangel an angemessener Unterstützung bedeutet nicht nur die Vergeudung dieser Möglichkeiten. Es wird ein erhöhtes Risiko für unsere Gesundheit und Natur bedeuten.

Öffentliche Mittel können nicht zur Unterstützung negativer industrieller Anbaumethoden verwendet werden, die Gesundheit und Umwelt schädigen und darüber hinaus oft einen schwierigen Wettbewerb für Familienbetriebe darstellen. Wir müssen definitiv die Obergrenze für Subventionen für einen Betrieb festlegen und sicherstellen, dass das Subventionsniveau mit zunehmender Betriebsgröße abnimmt. Bio-Betriebe brauchen starke Unterstützung. Wir erwarten, dass die Entwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik, die für die überwiegende Mehrheit der EU-Gelder verantwortlich sein wird, Entscheidungsträger im Bereich Gesundheit und Umweltschutz sowie politische Entscheidungsträger im Bereich der Landwirtschaft beschäftigen wird - sagte Katarzyna Jagiełło von Greenpeace Polska.

Besonders schädlich im Vorschlag der Kommission ist das Fehlen von guten Vorschlägen zur Verringerung der Gesundheits- und Klimarisiken, die mit der industriellen Aufzucht von Tieren für Fleisch und für die Herstellung von Milchprodukten verbunden sind. Die Tierhaltung ist für 12-17% der Treibhausgasemissionen in Europa verantwortlich. Es ist auch die Hauptquelle der Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung. Allein die Stickstoffbelastung ist für die europäischen Steuerzahler mit jährlichen Kosten von 320 Milliarden Euro verbunden. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigte wiederum, dass die größten Emittenten von Ammoniakkontaminanten auch starke EU-Subventionen erhalten [3].

Greenpeace stellte seine Position vor, die zeigt, wie die Gemeinsame Agrarpolitik zum Schutz von Gesundheit, Umwelt und Klima aufgebaut werden sollte. Der Stand sagt unter anderem über die Notwendigkeit, die Finanzierung der industriellen Tierhaltung und der großflächigen Landwirtschaft zu stoppen, im Gegenzug für die Unterstützung von Biobauern und die Stärkung der Gesundheits- und Klimaziele.

[1] https://www.nik.gov.pl/aktualnosci/rolnictwo-ekologiczne-niewykorzystywana-szansa-polski-panel-ekspertow.html

[2] Praktyki zazieleniające to wymóg, aby rolnik co najmniej 5% swojej ziemi przeznaczył na użytki ekologiczne.

[3] https://oko.press/smierdzacy-biznes-za-unijne-pieniadze-sledztwo/

erschienen am: 2018-06-11 im europaticker


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