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BUND-Abfrage zeigt: Bundesregierung muss zügig handeln
Glyphosat in NRW-Gartencentern

„Immer mehr Baumärkte und Gartencenter in NRW nehmen glyphosathaltige Herbizide für den Haus- und Kleingartenbereich aus ihrem Sortiment – ein Teil der Märkte hält jedoch weiterhin am Verkauf fest oder gibt keinerlei Auskunft“, so das Ergebnis einer Abfrage des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei 30 Gartencentern und Baumärkten in Nordrhein-Westfalen. „Glyphosat im Haus- oder Vorgarten – das braucht kein Mensch. Es schädigt die Natur und gefährdet die eigene Gesundheit“, so der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Wenngleich die in Privatgärten eingesetzten Mengen im Vergleich zum Einsatz in der Landwirtschaft untergeordnet sind, so ist die Gefahr von Fehlanwendungen durch Laien z. B. kurz bevor es regnet, eine erneute Ausbringung nach Niederschlägen oder verbotener Weise auf befestigten Flächen wie Garageneinfahrten und in Pflasterritzen hoch“. Alle Wildkräuter würden abgetötet und das Abwasser sowie ggf. angrenzende Gewässer verunreinigt. „Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, den Einsatz  von glyphosathaltigen Mitteln deutlich einzuschränken und so schnell  wie  möglich zu  beenden. Dem müssen nur schnell Taten folgen“, so Sticht.

Der BUND hat 30 Gartencenter und Baumärkte im Land nach ihrem Angebot an glyphosathaltigen Herbiziden angefragt – bundesweit oder überregional tätige Unternehmen mit einer Vielzahl an Verkaufsstellen in NRW ebenso wie inhabergeführte lokale Gartencenter. „Unsere Abfrage zeigt: Vor allem die großen Ketten haben schon vor ein paar Jahren damit begonnen, Glyphosat-Produkte erst teilweise und dann vollständig aus dem Sortiment zu nehmen. Auch einige inhabergeführte Gartencenter gehen diesen Weg“, so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW. „Damit übernehmen sie Verantwortung, während die Umweltpolitik noch hinterherläuft“. Auffällig sei, dass ein Drittel der angefragten Unternehmen trotz wiederholter Bitte um Auskunft nicht bereit war, hierüber zu informieren. „Wir empfehlen daher allen Kunden, genau hinschauen und glyphosathaltige Produkte zu Ladenhütern werden zu lassen“ so Bilke.

Zugleich wirbt der BUND bei Gartenbesitzern für ein anderes ‚Schönheitsideal‘: Mehr blühende Wildkräuter in Vorgärten und Wegen sind keinesfalls ein Makel oder Anzeichen mangelnder Pflege, sondern zeigen vielmehr Verantwortung für die Natur. Statt lebensfeindlicher Stein- oder Pflasterwüsten sollten Gärtner immer das Grün wählen.

erschienen am: 2018-06-11 im europaticker


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