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Länder wie China, Südkorea oder Singapur haben sich zu starken Innovationsakteuren entwickelt
Regierung will Forschung stärken

Deutschland gehört in Europa und weltweit zu den führenden Innovationsnationen und attraktivsten Wissenschaftsstandorten. In den vergangenen Jahren hat sich das innovationspolitische Umfeld Deutschlands jedoch spürbar gewandelt. Im globalen Wettbewerb der Standorte haben die aufstrebenden Schwellenländer gegenüber den traditionellen Industrieländern Europas, Amerikas und Asiens weiter aufgeholt. Länder wie China, Südkorea oder Singapur haben sich zu starken Innovationsakteuren entwickelt. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Unterrichtung dem "Bundesbericht Forschung und Innovation 2018" (19/2600). Gleichzeitig würden viele Länder - gerade in Europa - weiter mit den Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise und einer angespannten Haushaltssituation ringen.

Die veränderte Wettbewerbslandschaft sorge dafür, dass die etablierte Arbeitsteilung zwischen den weltweiten Innovationszentren immer stärker in Bewegung gerate. Diese Entwicklung stelle erhöhte Anforderungen an Deutschland: Es müsse sich dynamisch an die Veränderungen im globalen Innovationsgeschehen anpassen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen. Die Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung ziele darauf, Lösungen für globale Herausforderungen zu finden, mit guter Bildung attraktive Arbeitsmarktchancen zu eröffnen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern - den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort also zukunftsgerichtet aufzustellen. Eine starke Wissenschaft bilde den Nährboden für akademische Spitzenleistungen und Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen "Made in Germany". Deshalb sei es wichtig, die von der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) attestierte positive Dynamik in der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik aufrechtzuerhalten.

Dort, wo Deutschland in die Forschung investiere, sollen bestmögliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Denn neben exzellenter Wissenschaft und Forschung, einer innovationsfreudigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft sowie qualifizierten Fachkräften in allen Sektoren seien die Rahmenbedingungen ein entscheidender Pfeiler des Forschungs- und Innovationssystems. Die gegenwärtige Stärke des deutschen Innovationsmodells werde Deutschland nur dann aufrechterhalten können, wenn es gelinge, mit Technologiesprüngen Schritt zu halten und Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle zu nutzen.

Gleichzeitig müsse die Bundesregierung die Veränderungen so gestalten, dass sie zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz beitragen, Verbraucher und Datenschutz angemessen berücksichtigen, den Wettbewerb nicht beeinträchtigen und soziale Teilhabe und Beschäftigung fördern.

Eine wichtige Voraussetzung für mehr Innovation sei zudem, dass es noch besser gelinge, bislang unterrepräsentierte Gruppen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu stärken. So könnten die Möglichkeiten, die aus Diversität entstehen, besser genutzt werden. Als Beispiel nennt die Unterrichtung die stärkere Einbeziehung von Frauen.

Besonders im Mittelstand könnten und müssten Potenziale für neue, gute Arbeitsplätze in der Industrie und in wissensbasierten Dienstleistungen erschlossen werden. Die sinkende Innovatorenquote in Deutschland - also der Anteil der Unternehmen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums neue Produkte oder neue Prozesse eingeführt haben - weise auf eine Konzentration von Innovationstätigkeit hin, da die Innovationsausgaben weiter deutlich steigen würden. Der rasante technologische Wandel und die zunehmende Bedeutung von Daten könnten in einigen Branchen zu Markteintrittsbarrieren und damit zu einem Innovationshemmnis werden. Technologieunternehmen, deren Geschäftsmodelle auf dem Sammeln und Verwerten großer Datenmengen etwa von Nutzern beruhten, könnten in eine Monopolstellung gelangen. Durch den eingeschränkten Zugang zu dem neuen Rohstoff "Daten" bestehe die Gefahr, dass kleine, junge Unternehmen am Markteintritt gehindert würden. Das habe auch die EFI in ihrem aktuellen Gutachten 2018 diagnostiziert. Um die Chance auf radikal neue, innovative Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen, werde die Bundesregierung in den kommenden Jahren intensiv darauf hinwirken, die Innovationsbasis zu verbreitern und die Innovatorenquote anzuheben.

erschienen am: 2018-06-13 im europaticker


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