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Grenzwerte für Feinstaub eingehalten – Stickoxidbelastung immer noch zu hoch

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Jahresbilanz der Berliner Luftqualität

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, zog heute eine vorläufige Bilanz der Berliner Luftqualität im vergangenen Jahr. „Erfreulich ist, dass die gemessene Feinstaubbelastung an allen Messpunkten mit maximal 28 von erlaubten 35 Überschreitungstagen abermals unter dem Grenzwert blieb“, so Regine Günther. Die bereits vor 20 Jahren mit der Rußfilternachrüstung der BVG-Busse begonnene und zuletzt durch anspruchsvolle Vorgaben für Baumaschinen auf Baustellen der öffentlichen Hand fortgesetzte Berliner Strategie „kein Diesel ohne Rußfilter“ trage offensichtlich Früchte.

Anders ist die Situation bei Stickstoffdioxid: Zwar liegt die Belastung in verkehrsarmen Wohngebieten deutlich unter der als Grenzwert festgelegten Schwelle von 40 µg/m³ Stickstoffdioxid im Jahresmittel. An fast allen 29 Messstellen in verkehrsreichen Straßen wurde der Grenzwert aber zum Teil deutlich überschritten.

Das Problem der hohen Stickoxidbelastung ist nicht auf die Bereiche rund um die Messstellen beschränkt, wie die Ergebnisse aktueller Simulationsrechnungen der Luftbelastung für das gesamte, 1.600 Kilometer lange Hauptverkehrsstraßennetz in Berlin zeigen. Diese Berechnungen wurden auf Grundlage der neuesten Daten zum Verkehrsaufkommen, zur Stauhäufigkeit, zu den Anteilen der verschiedenen Fahrzeugtypen und deren Schadstoffausstoß erstellt. Sie zeigen Grenzwertüberschreitungen in fast 500 Straßenabschnitten mit einer Gesamtlänge von 60 Kilometern, die ganz überwiegend durch den Straßenverkehr und vor allem durch Dieselfahrzeuge verursacht werden. Die am stärksten belasteten Straßenabschnitte liegen an der Leipziger, Potsdamer und Hauptstraße, der Reinhardtstraße, der Wilhelmstraße, der Brückenstraße und im Tempelhofer und Mariendorfer Damm.

„Wir werden im neuen Jahr intensiv an der Fortschreibung des Berliner Luftreinhalteplans arbeiten, um die gesundheitsschädliche Belastung so schnell wie möglich zu senken“, so Regine Günther. „Die Automobilindustrie und die Bundesregierung müssen dafür sorgen, dass die Diesel-Fahrzeuge endlich mit Soft- und Hardware nachgerüstet werden, damit die Grenzwerte eingehalten werden können.“

Etliche Maßnahmen zur Minderung der Stickoxidemissionen, wie die Nachrüstung der BVG-Busflotte mit wirksamen Stickoxidfiltern und der Ersatz von alten durch neue saubere Busse, sind schon in der Umsetzung. So wurde noch im alten Jahr mit der BVG eine Vereinbarung „zur Stärkung des ÖPNV als schadstoffarme und klimaschützende Mobilität“ geschlossen, die auch die Beschaffung von 30 Elektrobussen und den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur in diesem Jahr vorsieht. Nachdem bereits in 200 Doppeldecker-Bussen wirksame Stickoxidfilter eingebaut und die Katalysatoren in weiteren 160 Fahrzeugen optimiert wurden, sollen in diesem Jahr nochmal bis zu 270 Busse nachgerüstet werden.

Dass diese Maßnahmen schon jetzt wirken, lässt sich an der Messstelle am Bahnhof Zoo ablesen, wo die Busabgase einen großen Einfluss auf die Stickoxidwerte haben. Dort ging die Belastung seit Beginn des Nachrüstungs- und Erneuerungsprogramms der BVG-Busflotte in 2014 bereits um ein Viertel zurück – so viel wie an keiner anderen Messstelle.

erschienen am: 2018-01-11 im europaticker



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